Nachdenken über Griechenland

Unser Redakteur Niels Kadritzke berichtet im LMd-Blog „Nachdenken über Griechenland“ regelmäßig über die gegenwärtigen Entwicklungen in Hellas.

 

Grexit und linke Geisterfahrer | 12.03.17

 

Grexit und linke Geisterfahrer

Die konservative Opposition in Griechenland hat eine Entdeckung gemacht, die sie entzückt. „Die Vorsitzende der deutschen Partei ‚Die Linke‘, Sarah Wagenknecht, schlägt den Austritt Griechenlands aus der Eurozone vor“, empörte sich die Nea Dimokratia in einer Presseerklärung vom 22. Februar. weiter »

Die Zeit läuft weg | 27.02.17 & 12.03.17

 

Die Zeit läuft weg

Die Vereinbarung von Brüssel vom letzten Montag schafft für die griechische Regierung ein doppeltes Problem. Zum einen werden damit neue Sparzwänge gesetzt, die erstmals für die Zeit nach dem Ablaufen des laufenden Sparprogramms im Sommer 2018 gelten. Zum anderen hat sich ein zeitliches Problem zugespitzt: Der endgültige Abschluss der zweiten Evaluierung wird weiter hinausgeschoben, wahrscheinlich bis Ende Mai. weiter »

Das Riesenrad, das sich nicht dreht | 25.01.17

 

Das Riesenrad, das sich nicht dreht

Es ist schwer, die weihnachtliche Szene aus Athen nicht als Illustration der griechischen Misere zu betrachten. Wir sehen ein Riesenrad: ein blitzmodernes, 40 Meter hohes Gerät namens Giant R 40, installiert auf dem Syntagma-Platz im Zentrum der griechischen Hauptstadt. weiter »

Bittere Weihnacht | 22.12.16

 

Bittere Weihnacht

Die folgende Darstellung konzentriert sich auf den Stand der Verhandlungen zwischen Griechenland und dem Quartett seiner Gläubiger. Dabei versuche ich aufzuzeigen, wie sich die Differenzen innerhalb dieses Quartetts auf die Erfolgschancen dieser Verhandlungen und damit auf die wirtschaftlichen Perspektiven Griechenlands auswirken. weiter »

Herbstlese (Teil III) | 14.10.16

 

Herbstlese (Teil III)

Im dritten Teil meines Berichts über die Lage in Griechenland geht es um die Frage, wieweit die Regierung Tsipras die Chance, die Fähigkeit und die Konzepte hat, um das Land aus der Krise herauszuführen. Entscheidend für den Befund ist dabei das Bemühen – und die Erfolgsquote – bei der Durchsetzung überfälliger Reformen, die von keiner der früheren Regierungen ernsthaft angepackt wurden. weiter »

     

Herbstlese (Teil II) | 10.10.16

 

Herbstlese (Teil II)

Im zweiten Teil dieses Berichts über Griechenland im Herbst 2016 möchte ich die Probleme des Landes und die Stimmung der Bevölkerung auf lokaler Ebene veranschaulichen. Im Mittelpunkt stehen dabei die innergriechischen Pathologien, die eine Überwindung dieser Krise so schwierig und langwierig machen. Das werde ich an der Frage abhandeln, warum die allseits erwünschten ausländischen Investitionen in Griechenland auf sich warten lassen . weiter »

     

Herbstlese (Teil I) | 28.9.16

 

Herbstlese (Teil I)

Es kommt eher selten vor, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung der Regierung Tsipras gute Noten gibt. Doch kürzlich hat die Zeitung dem griechischen Ministerpräsidenten - aus Anlass der Mini-Konferenz der EU-Mittelmeerländer - gesunden Realismus und eine „betont konziliante“ Haltung bescheinigt. Tsipras artikuliere sich in seinen wirtschaftspolitischen Reden nicht mehr wie ein linkspopulistischer Parteichef, sondern zuweilen wie „ein Investmentbanker aus der Londoner City“ (Michael Martens in der FAZ vom 9. September). weiter »

     

Wutbürger in Lesbos | 23.9.16

 

Aus Anlass der Ereignisse um das Auffanglager Moria

Die Situation der Geflüchteten in Griechenland wird immer prekärer, zumal der Winter naht. Das liegt zum einen an dem Versagen der EU-Staaten, die keine der vor einem Jahr beschlossenen Maßnahmen auch nur ansatzweise umgesetzt haben, zum anderen an den gesellschaftlichen Spannungen und politischen Konflikten in Griechenland, die sich seit dem Sommer verschärft haben. Und das nicht nur in den Gebieten, in denen die meisten Migranten hängen geblieben sind, sondern im ganzen Land. weiter »

     

Brexit und Grexit | 28.6.16

 

Das Ergebnis des Brexit-Referendums, das ganz Europa bewegt, hat Athen am letzten Freitag in eine Schockstarre versetzt. Es dauerte Stunden, bevor sich Regierung und Opposition zu einer offiziellen Reaktion aufrappeln konnten. Die linke Athener Efimerida ton Syntaktion (Zeitung der Redakteure) fragte am 24. Juni um 12 Uhr mittags verwundert, ob die politische Klasse einen „historischen Augenblick der Europäischen Union“ verpasse. Man sei offenbar, meinte der Kommentator, „noch dabei, die Lage zu analysieren“. weiter »

     

Bruchlandung in der Realität | 14.6.16

 

Am Tag nach der letzten Sitzung der Eurogruppe rief ich einen guten Freund und geschätzten Kollegen in Athen an. Ob er die Beschlüsse der Euro-Finanzminister vom 24. Mai aus griechischer Sicht in einem Satz zusammenfassen wolle? Naja, da müsse er den Spruch von Gary Linnecker über die deutschen Fußballer parodieren: „Eurogroup ist, wenn 18 Finanzminister Tag und Nacht tagen und am Morgen hat Schäuble gewonnen.“ weiter »

     

Eine Krise zu viel | 28.3.16

 

Die Fluchtbewegungen Richtung Europa, die den Zusammenhalt der EU auf die Probe stellen, sind für Griechenland besonders belastend. Nicht nur, weil das Land am südlichen Ende der Balkanhalbinsel mehr Flüchtlinge pro Einwohnerzahl aufgenommen hat als die meisten anderen Staaten Europas. Diese Krise ist vor allem deshalb so bedrohlich, weil sie eine Gesellschaft trifft, die nunmehr im achten Jahr durch die tiefste sozio-ökonomische Depression ihrer jüngeren Geschichte geht. weiter »

     

Privatisierungsschwindel in Griechenland | 9.3.16

 

Seit Jahrzenten rollte über Europa eine Privatisierungswelle hinweg. Die hat viele Investoren, Banken und Beraterfirmen reich, aber nur wenige Bürger glücklich gemacht. Denn das große neoliberale Versprechen, privatisierte Versorgungsunternehmen könnten ihre Kunden billiger bedienen – mit Wasser, Strom, Verkehrsangeboten –, hat sich regelmäßig als Trug und oft genug auch als Lug erwiesen. weiter »