Kunst

In jeder Ausgabe: KünstlerIn des Monats

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Die Arbeiten des 1967 in Remscheid geborenen Malers Christoph Lohmann lassen an computergenerierte Gittermodelle und sogar an Science Fiction denken, aber eben auch an Kinderzeichnungen. Sie sind mit einer Stimmung aufgeladen, die über das Dargestellte – Panzer, Vogel, Figur mit weißem Gesicht – hinausgeht. Der Panzersieht niedlich und freundlich aus, bleibt aber eine Kriegswaffe.​
Mit ihrer Rasterung, die den Bildern Volumen verleiht, wirken die Figuren schematisiert. Und doch scheinen sie alle, auch die Tiere, einen Charakter zu haben. Als Jedermänner/-frauen sind sie Projektionsflächen und oft auch Alter Egos des Künstlers, der sich in einer Welt verortet, die Rätsel aufgibt. Die Bilder haben ein absurdes Moment: Es passiert nichts und doch alles (ähnlich wie in den figurativen Bildern von Philip Guston.) Dies ist eine ernsthafte Malerei, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Christoph Lohmann lebt und arbeitet in München. Noch bis zum 1. Juni sind seine Arbeiten in einer Einzelausstellung der Tanja Pol Galerie in München zu sehen, der wir für das Bildmaterial danken.
www.tanjapol.com

Wilhelm Werthern​