Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Die 1982 im niederländischen Harlingen geborene Fotografin Isolde Woudstra hat Fotografie an der Hoogeschool vor de Kunsten in Utrecht studiert. Sie konzentriert sich vor allem auf Porträtstudien, wobei sie sich von ihrem Interesse für Musik und Mode, Surrealismus und Magischen Realismus inspirieren lässt. Eine wichtige Quelle für ihre Arbeit ist auch der von dem Begründer der analytischen Psychologie C. G. Jung geprägte Begriff des kollektiven Unbewussten. Ihre Bilder wirken natürlich und sind gleichzeitig irritierend, sie sollen ein Gefühl von „irgendetwas stimmt hier nicht“ erzeugen. Die Künstlerin beschreibt sie als „möglich und dennoch unwahrscheinlich“. Es gehe ihr, so sagt sie, „nicht so sehr darum, die Welt zu beobachten, sondern vielmehr ins Innere zu schauen“. Die lakonischen, gänzlich unaufgeregten, analog aufgenommenen Arbeiten sind latent unheimlich und entbehren gleichzeitig nicht einer gewissen Komik. Die Künstlerin, der wir für das Bildmaterial danken, lebt und arbeitet in Utrecht und lehrt Fotografie an der Volksuniversiteit Utrecht. www.isoldewoudstra.com

Wilhelm Werthern