In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.
Die finnische Künstlerin Riitta Päiväläinen, geboren 1969 in Maaninka, ist für ihre ortsspezifischen, in der Natur inszenierten und dann fotografierten Stoffinstallationen bekannt. Es handelt sich dabei um zarte, temporäre Interventionen an abgelegenen, scheinbar von menschlicher Aktivität gänzlich unberührten Orten wie Wäldern, Tälern und Flussufern, die so zu temporären Bühnen werden. Dabei kommen Secondhandkleidung und auf Flohmärkten gekaufte Stoffe zum Einsatz und schaffen einen poetischen, skulpturalen Raum. Die Installationen werden dann nur einmal fotografiert – dafür wartet die Künstlerin geduldig auf das perfekte Zusammenspiel aus Licht, Wind und Atmosphäre; das Unvorhersehbare und der Zufall spielen also auch immer eine Rolle. Riitta Päiväläinen lebt und arbeitet in Helsinki. Bis zum 25. April 2026 zeigt die Berliner Galerie Persons Projects ihre Ausstellung Phantasma. Für das Bildmaterial danken wir der Künstlerin und Persons Projects (www.riittapaivalainen.com, www.personsprojects.com).
Wilhelm Werthern