Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Der Maler Tobias Wyrzykowski, 1987 in Wrzburg geboren, hat bis 2014 an der Akademie der Bildenden Knste Nrnberg studiert und lebt und arbeitet heute in Dsseldorf. Seine Bilder wirken wie spielerische Kompositionen und zeugen von Spontaneitt und Leichtigkeit. Tatschlich wisse er vorab hufig nicht, was er darstellen will, sagt Wyrzykowski, die Ideen kommen whrend des Malprozesses. Seine Bilder changieren zwischen Abstraktion und Figuration. So wird aus einem Spiel mit Farben dann pltzlich eine sehr reduzierte Landschaft. Es sei schwierig zu entscheiden, wann ein Bild abgeschlossen sei, berichtet der Knstler. Die Arbeiten erhalten folgerichtig ihre Titel auch erst, wenn sie fertig sind. Wyrzykowski betrachtet die Welt berwiegend aus groer Distanz. Viele seiner Themen kreisen um Vergnglichkeit und Bedrohung. Schmelzende Gletscher, Explosionen aus dem Nichts – die Welt ist aus dem Lot. Die Arbeiten legen uns allerdings nicht auf eine bestimmte Interpretation fest.

Fr das Bildmaterial danken wir dem Knstler und der Galerie Lorch + Seidel, in deren Temporary Showroom in Berlin noch bis zum 25. Februar eine Einzelausstellung von Tobias Wyrzykowski zu sehen ist. www.lorch-seidel.de, www.tobiaswyrzykowski.com

Wilhelm Werthern