Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Der 1962 in Düsseldorf geborene Maler Benjamin Nachtwey ist auf Umwegen bei der Kunst gelandet: Er hat zunächst in Hamburg Medizin studiert, bevor er dann an den Kunstakademien in Münster und Düsseldorf studierte. Nachtwey arbeitet in Serien, in denen er sich auf ähnliche Motive konzentriert, die immer wieder neu behandelt werden. Diese Serien sind eigentlich nie abgeschlossen, sondern werden parallel weitergeführt. Seine kleinformatigen Arbeiten entstehen oft vor Ort – er selbst hat sie einmal „spontane Notizen“ genannt. Sie gehen aber weit über Skizzen hinaus und sind auch keine Vorstudien für die großen, im Atelier entstandenen Arbeiten. Es geht Nachtwey in seiner Malerei nicht um eine realistische Darstellung der Wirklichkeit; er interessiert sich mehr für Farb- und Lichtphänomene und bezeichnet seine Bilder als „strukturelle Untersuchungen“. Die unterschiedlichen Serien sollen als „Räume“ funktionieren. Erst im Zusammenspiel der unterschiedlichen malerischen Lösungen im Ausstellungsraum werde das Thema richtig „sichtbar“, erklärt er. Benjamin Nachtwey, dem wir für das Bildmaterial danken, lebt und arbeitet in Düsseldorf. www.benjamin-nachtwey.de

Wilhelm Werthern