Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Brandon Lipchik, 1993 in Erie, Pennsylvania, geboren, hat an der Brown University und der Rhode Island School of Design studiert. Heute lebt und arbeitet er in Brooklyn. Seine Bilder entwickelt er zunächst mit einer 3D-Software am Computer; sie entstehen als digitale Collagen, die dann mit malerischen Techniken, auch mit einer Airbrush, auf die Leinwand gebracht werden. Daraus ergibt sich eine merkwürdige Vogelperspektive, als wären die Motive von einer Drohnen- oder Überwachungskamera aufgenommen. Wir schauen den fragmentierten Figuren häufig auf den Kopf, für Gesichter interessiert sich der Maler nach eigener Aussage nicht besonders. Lipchiks Ästhetik ist von den Videospielen geprägt, mit denen er aufgewachsen ist. Zwar zeigt er uns eine virtuelle Realität, aber in Arbeiten wie „Dropping Swords in Paths Untrodden“ setzt er sich durchaus mit der aktuellen konfliktreichen Realität der USA auseinander. Noch bis zum 24. Oktober zeigt die Berliner Galerie Robert Grunenberg neueste Arbeiten des Künstlers in der Einzelausstellung „Visions of Song“, zudem ist Lipchik in der Gruppenausstellung „Friends and Friends of Friends“ (bis 6. Januar 2021) im Schlossmuseum Linz vertreten. Für das Bildmaterial danken wir dem Künstler und den Galerien Julien Cadet und Robert Grunenberg. www.robertgrunenberg.com

Wilhelm Werthern​