Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Die knstlerische Praxis des 1970 in Frjus geborenen Fotografen Mathieu Pernot ist stark von der Dokumentarfotografie geprgt. Zumeist arbeitet er in auf lngere Zeit angelegten Serien. Das Bild auf dieser Seite stammt aus der Serie „Les Gorgan“. Die Gorgans sind eine Roma-Familie, die Pernot seit Mitte der 1990er Jahre kennt und seither regelmig besucht und fotografiert.

Diese Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von dokumentarischer Fotografie und partizipativer ethnografischer Fotografie. In einem Interview erklrte Pernot einmal, er interessiere sich vor allem fr die „Rnder der Dinge“. Doch auch wenn er keine Menschen portrtiert, geht es in seinen Arbeiten meist um Marginalisierte, wenn er beispielsweise in einer verlassenen psychiatrischen Klinik fotografiert oder in einem Gefngnis kurz vor dessen Abriss.

Mathieu Pernot hat Kunstgeschichte in Grenoble und dann an der cole Nationale de la Photographie in Arles studiert. Heute lebt und arbeitet er in Paris. Bis zum 18. September sind Arbeiten aus der Serie „Les Gorgan“ auf der Berlin Biennale zu sehen. Fr das Bildmaterial, dessen Copyright bei der VG Bild-Kunst Bonn liegt, danken wir dem Knstler. www.mathieupernot.com, www.berlinbiennale.de

Wilhelm Werthern