Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Tammam Azzam, 1980 in Damaskus geboren, hat Kunst an der Universität Damaskus studiert und lebt seit 2016 in Deutschland. Ursprünglich wurde er vor allem für seine Fotomontagen bekannt, in denen er sich mit den Zerstörungen in Syrien auseinandersetzt. Seine Papiercollagen und Acrylgemälde haben meist keine Titel, er überlässt es lieber den Betrachter*innen, sie zu deuten. Seine Collagen bestehen aus bis zu 50 000 kleinen und kleinsten Papierschnipseln, die er zuvor selbst bemalt und dann in mehreren Schichten zu abstrahierenden, mosaikartigen Darstellungen von Menschen, Gebäuden und Landschaften zusammensetzt. Andere Arbeiten bleiben scheinbar gänzlich abstrakt. In seinen Acrylmalereien setzt er formal und thematisch fort, was er 2016 in seinen Papiercollagen begonnen hat. Im Hirmer Verlag ist gerade ein großer Bildband über seine Arbeiten erschienen, und die Berliner Galerie Kornfeld, der wir für das Bildmaterial danken, zeigt bis zum 19. Juni Arbeiten des Künstlers in einer Einzelausstellung mit dem Titel „Bilder ohne Namen“. www.galeriekornfeld.com, www.tammamazzam.com

Wilhelm Werthern