Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Der Knstler Kiriakos Tompolidis, 1997 in Essen geboren, setzt sich in seinen Arbeiten aktuell vor allem mit seinen griechischen Wurzeln auseinander – seine Groeltern sind in den 1960er Jahren als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. So tauchen in seinen Arbeiten immer wieder orthodoxe Ikonen und antike Skulpturen auf. Auch der flache Stil seiner Bilder erinnert an alte griechische Vasenmalereien. Die Tapetenmuster und Kacheln sind hingegen Reminiszenzen an die Wohnung seiner Gromutter. Im Mittelpunkt stehen meist menschliche Figuren, die uns mal selbstbewusst, mal zweifelnd aus den groformatigen Bildern anblicken. Sie werden in Rumen dargestellt, die ihren emotionalen Zustand zu allegorisieren scheinen. Die Narrative dieser Bilder werden nicht erklrt, sondern bleiben rtselhaft. Technisch ist Tompolidis ausgesprochen experimentierfreudig. Zum Einsatz kommen Fotografie sowie aufwendige Druck- und Collagetechniken, die mit Malerei kombiniert werden. Neben Pinseln und Farbe verwendet er durchaus auch Werkzeuge aus dem Baumarkt, die man nicht unbedingt in einem Atelier vermuten wrde. Heute lebt Kiriakos Tompolidis in Berlin, wo er seit 2018 an der Universitt der Knste studiert. Wir danken dem Knstler fr das Bildmaterial. Weitere Werke finden sich auf seinem Instagram-Kanal:
instagram.com/kiriakostml

Wilhelm Werthern