Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Die Arbeiten der Bildhauerin Lisa Tiemann beruhen auf zeichnerischen Gesten, die dann dreidimensional umgesetzt werden. Man könnte hier also auch von Zeichnungen im Raum sprechen. An der Wand montiert, auf Podesten oder hängend in den Raum hineinragend, sind sie sehr präsent.​

In der Serie „Couples“, die Tiemann seit 2016 immer weiterentwickelt, geht es um das Verhältnis zweier Elemente ganz unterschiedlicher Materialität, nämlich Keramik und Papier, die sich aneinanderschmiegen und dennoch eine Spannung erzeugen. Die Skulpturen wirken oft gleichzeitig fragil und kräftig. Diese Arbeiten machen einen fast beiläufigen, lakonischen Eindruck, allerdings sind für die Herstellung der Keramiken eine sehr präzise Planung und oft der Einsatz von Unterbaukonstruktionen notwendig.​

Lisa Tiemann ist 1981 in Kassel geboren, hat in Berlin und London studiert und lebt und arbeitet heute in Berlin. Die Galerie Schwarz Contemporary, der wir für das Bildmaterial danken, zeigt bis zum 5. Juni neueste Arbeiten in einer Einzelausstellung der Künstlerin.​

www.lisatiemann.de

www.schwarz-contemporary.com

Wilhelm Werthern