Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Der 1990 geborene ghanaische Künstler Rufai Zakari setzt für seine Arbeiten auf das Upcycling von Plastikmüll und einen gemeinschaftlichen Schaffensprozess. Gegen Bezahlung sammeln Frauen und Kinder Verpackungsmüll, den Zakari im Team mit anderen wäscht, trocknet, presst und zuschneidet. Diese Teile ordnet er dann sorgfältig an und näht sie zusammen. Das Ergebnis sind meist großformatige, farbenfrohe Porträts, manchmal nach Fotografien. Die Farbskala wird vom zur Verfügung stehenden Material bestimmt – oft muss der Künstler warten, bis er genug Teile einer gewünschten Farbe zusammenhat. Ihm ist wichtig, dass man die Nähte sieht und auch das Material erkennbar bleibt – er verleiht dem Müll einen neuen Zweck und zeigt, dass aus vermeintlichem Abfall Schönes entstehen kann.​

Zakari ist überzeugt, dass Kreativität sozialen Wandel befördert. „Ich konzentriere mich in meiner Arbeit auf Frauen und Kinder, weil ich glaube, dass sie unsere Zukunft sind“, erklärt der Künstler. Mit der von ihm gegründeten Rujab Eco-Art Foundation setzt er sich für Frauen- und Kinderrechte ein.​

Rufai Zakari lebt und arbeitet in Accra und Bawku in Ghana. Vom 2. September bis 8. Oktober zeigt die Galerie Kristin Hjellegjerde in Berlin neueste Arbeiten des Künstlers in einer Einzelausstellung. Wir danken der Galerie für das Bildmaterial. www.kristinhjellegjerde.com.​

Wilhelm Werthern