Kunst

In jeder Ausgabe: KünstlerIn des Monats

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Die 1930 in New York geborene Künstlerin Susan Weil interessiert sich für das Verhältnis von Sehen und Wissen. Sie studierte ab 1948 unter anderem zusammen mit Robert Rauschenberg bei Josef Albers am Black Mountain College. Weil ist für ihre experimentelle, oft dreidimensionale Malerei bekannt, in der sie häufig figurative Illustrationen mit Erkundungen von Bewegung und Raum kombiniert. Sie geht dabei von vertrauten Objekten aus, die sie auf ihre wesentlichen Elemente reduziert, auseinandernimmt (sie spricht von „Zeichnen mit der Schere“) und anschließend in einem unerwarteten Ensemble wieder rekonstruiert. Die Zusammensetzung ist dabei stets dynamisch und spielerisch, fast scheint es, als würden die Werke an der Wand tanzen. Als wichtigen Einfluss und Inspirationsquelle nennt sie den für seine Bewegungsstudien bekannten britischen Fotografen Eadweard Muybridge (1830–1904). Susan Weil lebt und arbeitet in New York. Bis zum 31. August zeigt die Münchner Galerie Rüdiger Schöttle eine Auswahl ihrer Werke von 1989 bis heute. Für das Bildmaterial danken wir der Galerie Rüdiger Schöttle sowie der Sundaram Tagore Gallery. www.galerie-schoettle.de, www.sundaramtagore.com
Wilhelm Werthern