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Lob der Zisterne

von Niels Kadritzke | 12. September 2019

Am Ende des Sommers präsentiere ich ein Thema, das mich in den letzten Wochen beschäftigt hat. Für die neue Edition LMd N° 26  „Wasser. Von Quellen, Turbinen und letzten Tropfen“ habe ich einen Beitrag über die Wasserökonomie der griechischen Inseln geschrieben. Für diesen Blog habe ich diesen Text, der ein wichtiges ökologisches Thema behandelt, stark ausgeweitet und genauer mit Quellen belegt. Mit meinem nächsten Beitrag (Anfang Oktober) werde ich auf das Gebiet der politischen Politik zurückkehren und eine Drei-Monats-Bilanz der neuen konservativen Regierung Mitsotakis vorlegen.

 

Zisterne sind das ökologische Fundament der ägäischen Lebensart. © Ilias Nokas

 

Das Feriendomizil kostet 3500 Dollar pro Woche. Solche Preise sind nur an einem Ort zu erzielen, der den Reichen dieser Welt einen Prestige-Urlaub verspricht. Eine solche Adresse ist die Kykladeninsel Santorini. Und das angebotene Domizil treibt die Exklusivität auf die Spitze. Das „Höhlenhaus“ liegt, halb in die Tuffsteinfelsen hineingebaut, auf dem Kraterrand von Santorini und verkörpert, wie der von Google übersetzte Prospekt versichert, die „perfekte Balance“ von „traditionellem Stil und Komfort“, von „Raffinesse und Gemütlichkeit“.

Whirlpool statt Zisterne

Von einer Balance im Umgang mit der kostbarsten Ressource der Insel ist nicht die Rede. Ein Wasserproblem scheint es in Santorini nicht zu geben. Das eine von zwei Schlafzimmern war ursprünglich die Zisterne, ist also keine mehr. Dafür gibt es im Badezimmer, „mit weißer Stucktechnik und Marmor aus Kreta“ eine „Regendusche“. Und auf der Terrasse, „buchstäblich auf dem Rand der Caldera“, können die Höhlenbewohner „ in den weiß gewaschenen, halbhohen Whirlpool eintauchen“.

Vor fünfzig Jahren hatte Santorini etwa 8000 Einwohner, die vorwiegend von der Landwirtschaft lebten. Die Insel war für ihre Tomaten und ihren Wein berühmt. Das Wasser für Haus und Hof kam aus Brunnen und wenigen ganzjährig fließenden Quellen, aber zum größten Teil aus privaten und öffentlichen Zisternen. Bei fast allen Gebäuden wurde das Regenwasser von den Dachflächen in eine oder mehrere Auffangbecken geleitet. Die „Ernte“ des Winterregens war von entscheidender Bedeutung für die lokale Hydro-Ökonomie. Ein Wasserleitungsnetz gab es nicht.

Ein touristischer Tsunami

In den 1970er-Jahren begann die erste Welle der touristischen Entwicklung, die sich zu einem wahren Tsunami auftürmte. Seit 2012 hat die Zahl der Touristen um 70 Prozent zugenommen. 2018 kamen zwei Millionen Besuchern, die der Branche einen Umsatz von einer Milliarde Euro bescherte. Die Hauptinsel (von den Griechen Thira genannt) hat eine Fläche von nur 75 Quadratkilometern, die zu 15 Prozent überbaut ist.(1) Die Touristendichte von Thira ist - mit 220 Personen pro Quadratkilometer und Tag - ein europäischer Spitzenwert.(2) In der Hochsaison, die acht bis neun Monate dauert, ist die gesamte Infrastruktur der Insel hoffnungslos überlastet: der Flughafen, das Straßennetz, die Dorfgassen, die Müllabfuhr. Auch die Esel, die die Kreuzfahrt-Passagiere von der Anlagestelle zum Kraterrand hochtragen, und sogar das Standesamt, das die zahllosen Trauungen vorwiegend chinesischer Paare kaum noch abarbeiten kann.

Besonders prekär ist die Versorgung mit Wasser. Die jährliche Regenmenge liegt im Durchschnitt bei 350 Millimeter. Wie kann eine von Natur aus niederschlagsarme Insel die Bevölkerung einer mittelgroßen Stadt versorgen? Wobei es sich vor allem um touristische Konsumenten handelt, die aus ihren Herkunftsländern die Neigung zu großzügigem Wasserverbrauch mitbringen.

Entsalzungsanlagen und versalzene Brunnen

Als der Massentourismus begann, entstanden die ersten Entsalzungsanlagen. Heute hat die Insel sechs moderne Einheiten, die nach dem Prinzip der Umkehrosmose (RO wie Reverse Osmosis) arbeiten. Eine weitere ist im Bau, sie wird die größte Entsalzungsanlage im ganzen Lande sein. Aber auch diese Kapazität wird schon in fünf Jahren nicht mehr ausreichen, befürchtet Nikos Zorzos, der Bürgermeister von Santorini.

RO-Anlagen liefern eigentlich Trinkwasser-Qualität, aber das schmeckt man nicht. Um den Durst von zwei Millionen Touristen zu stillen, werden Unmengen Markenwasser aus Nordgriechenland in Einweg-Plastikflaschen herangeschafft. Dagegen stammt das Wasser, auf dem die einheimische Landwirtschaft im Ostteil der Insel beruht, vornehmlich aus Brunnen. Aber die müssen wegen des sinkenden Grundwasserspiegels immer tiefer niedergebracht werden, mit der Folge, dass Seewasser einsickert und die Brunnen versalzen.

In Santorini kommen sämtliche Komponenten eines absehbaren Wassernotstands zusammen. Kann man da überhaupt noch gegensteuern? Aufrufe zum Wassersparen sind bei Hoteliers und Hausvermietern nicht beliebt. Auf keinen Fall will man ausgerechnet die zahlungskräftigsten Kunden zum zurückhaltenden Gebrauch von Whirlpools und Jacuzzis ermahnen. Da die Anzahl der Luxusunterkünfte mit besonders hohem Wasserverbrauch noch steiler ansteigt als die Zahl der Inselbesucher, werden Sparkampagnen ins Leere laufen.

Im Grunde hat Santorini die Grenzen seiner touristischen Funktionsfähigkeit längst überschritten.(3) Eigentlich müsste man den Besucherstrom drastisch eindämmen. Seit letztem Jahr hat man wenigstens die Zahl der Kreuzfahrtschiffe begrenzt, die an manchen Tagen bis zu 18 000 Touristen zusätzlich auf der Vulkaninsel absetzen. Aber das wird nicht reichen. Vor allem dann nicht, wenn man die absehbaren Folgen des Klimawandels in die künftige Wasserökologie der Kykladen hineinrechnet.

Ein kundiger Wasserexperte

Ohne eine radikale Wende zu einem die Ressourcen schonenden Tourismus ist Santorini ein unhaltbares Entwicklungsmodell. Eine solche Wende können sich nur unverwüstliche Optimisten vorstellen. Realisten beschäftigt eine andere Frage: Wie lässt sich verhindern, dass auch andere Ägäis- Inseln zu Santorini werden?

Diese Frage stellt sich Ilías Nókas schon seit langem. Der Geologe ist der beste Experte, den man zum Thema „Wasser und Ägäis“ befragen kann. Ilías ist für das „Wassermanagement“ in der Präfektur “Süd-Ägäis” zuständig, die sowohl die Kykladen als auch die Dodekanes-Inselgruppe umfasst. Er muss alle Projekte, die mit Wasser zu tun haben – ob Tiefbrunnen, Stauseen oder Entsalzungsanlagen - prüfen und genehmigen; oder ablehnen. Sein Schreibtisch steht in der Hauptstadt der Präfektur, in Ermoúpolis auf Syros. Aber Ilías Nokas ist kein Büromensch. Er studiert die Wasserprobleme am liebsten vor Ort. Dank seiner Erkundungsreisen kennt er jede bewohnte Insel zwischen Andros und Rhodos. Allerdings ist er in letzter Zeit nicht mehr so viel unterwegs; der griechische Krisenstaat hat die Reisekosten seines Wasserexperten schon seit 2018 nicht mehr erstattet.

Nókas erklärt das Grundproblem, das fast alle Ägäis-Inseln haben: Die winterlichen Niederschläge reichen nicht aus, um den ganzjährigen Wasserbedarf zu decken. Das Ausmaß der Versorgungslücken hängt von zwei Faktoren ab: Von der Belastung durch den Tourismus, und von den natürlichen Bedingungen. Es gibt Inseln, die dank hoher Bergzüge mehr Winterregen einfangen, der das Grundwasser auffüllt, und damit die Brunnen und die Wasseradern, aus denen sich die Quellen speisen. Bei diesen relativ „grünen“ Inseln - wie Andros, Naxos und Paros - erlauben die natürlichen Wasserspeicher immer noch eine begrenzte Landwirtschaft; die beiden großen Dodekanes-Inseln Kos und Rhodos erzielen sogar einen Wasserüberschuss.

Teure Wasserimporte

Dagegen kann man den meisten kleineren, vorwiegend felsigen Inseln das Wasserdefizit schon auf den ersten Blick ansehen. Populäre Touristenziele wie Mylos, Folégandros oder Patmos haben nur begrenzte Ressourcen an Grundwasser, also wenig Brunnen und fast keine Quellen. Hier mussten lange Zeit große Mengen Brauchwasser importiert werden. Im Jahr 2007 bezogen allein die drei genannten Inseln 513 000 Kubikmeter Wasser aus Attika respektive Kos.(4)

Wie teuer diese Lösung war und noch immer ist, kann Ilías Nokas am Beispiel Patmos vorrechnen. Die nördlichste Dodekanes-Insel war vor 1980 bei aller Wasserarmut autonom. Mit der touristischen Entwicklung begann der Transfer von trinkbarem Wasser aus Rhodos und Kos, zunächst durch die griechische Kriegsmarine, dann mit gecharterten Tankschiffen. Dabei gab es sehr viel billigere Alternativen, die aber nur verzögert umgesetzt wurden. Die Anlage eines kleinen Stausees im Norden der Insel, der seit 1990 projektiert war, zog sich 14 Jahre hin. Noch länger dauerte der Bau einer Entsalzungsanlage. Sie hätte schon 1990 funktionieren können, ging aber erst 2017 in Betrieb.

Die Verzögerung der beiden Projekte hat die - vom Staat beglichene - „Wasserrechnung“ für Patmos im Lauf von 25 Jahren mit 27 Millionen Euro Mehrkosten belastet, hat Ilías ausgerechnet. Die Verantwortung sieht er allerdings nicht nur bei der lahmen Bürokratie oder den lokalen Behörden, sondern auch bei der Inselbevölkerung: „Die Leute haben das teure Wasser fast gratis bezogen, daran haben sie sich gewöhnt, deshalb hatten sie kein Interesse an ökonomisch und ökologisch sinnvolleren Lösungen.“

Am Beispiel von Santorini und Patmos lassen sich die wichtigsten Methoden der Wasserversorgung samt ihrer Vor- und Nachteile demonstrieren. Der Transfer von Wasser mit Schiffen ist teuer. 2008 belief sich die Gesamtrechnung für die Süd-Ägäis auf 12, 5 Millionen Euro. Seitdem ist sie um 50 Prozent gesunken, weil immer mehr Wasser durch Entsalzung gewonnen wird. Aber nach wie vor sind 20 Inseln auf Importe angewiesen. Doch auch auf dem Festland wird das Wasser aufgrund des Klimawandels knapper werden. Das bedeutet kurzfristig steigende Preise; langfristig wird der Nachschub ganz versiegen.

Auch entsalztes Meerwasser ist nicht billig

Wasser aus Entsalzungsanlagen ist deshalb unverzichtbar geworden. Aber auch dieses „kostbare Nass“ ist nicht umsonst. Die Gewinnung aus Seewasser ist ein energieintensiver Prozess; je nach Technologie und Größe der Anlage kostet ein Kubikmeter Wasser 1,5 bis 3 Euro.(5) In der Kykladenhauptstadt Ermoúpolis kostet ein Kubikmeter Leitungswasser, obwohl die Entsalzungsanlagen mit erneuerbarer Energie betrieben werden, 30 Prozent mehr als in Athen. Zudem greift entsalztes Meerwasser die Leitungen stärker an als „süßes“ Wasser, was die Instandhaltung des Verteilungsnetzes verteuert.

Insgesamt sind in der Südägäis heute etwa 40 RO-Anlagen in Betrieb. Die meisten hat Nókas von Amts wegen befürwortet. Aber er beklagt, dass einige von den lokalen Gemeinden beschlossen wurden, ohne die planerischen Voraussetzungen zu schaffen. Die Gemeinde von Kimolos, einer kleinen Insel der westlichen Kykladen, kaufte die Ausrüstung, ohne sich um ein Standort-Gutachten oder eine Baugenehmigung zu kümmern: „Das Zeug lag dann sechs Jahre herum und ist langsam verrottet.“ Und auch wenn eine Anlage installiert ist, muss sie instandgehalten und gewartet werden. Das ist gerade auf kleineren Inseln ein ständiges Problem, das oft nur mit erheblichen Kosten gelöst werden kann.

Stauseen als Alternative?

Ist ein Stausee, wie er auch in Patmos in Angriff genommen wurde, die bessere Alternative? Ilías Nókas ist skeptisch. Natürlich ist er als Wassergeologe prinzipiell dafür, den winterlichen Regen mittels Stauseen zu ernten und zu speichern, um damit die regenarmen Perioden zu überbrücken. Aber speziell auf den Kykladen kommen die Voraussetzungen, die den Bau eines teuren Staudamms rechtfertigen, nur selten zusammen. Wo die geologischen Gegebenheiten stimmen, geht nicht unbedingt der meiste Regen nieder. Auf allen Inseln fehlen dezentrale Messstationen und damit differenzierte Daten über die lokalen Niederschlagsmengen.

Der Projektgutachter Nókas kann ein halbes Dutzend kleiner Stauseen nennen, die sich nie gefüllt haben. Zwar gibt es auch erfolgreiche Projekte, wie die Dämme von Ano Merá in Mykonos und in Ios, aber die Gesamtbilanz ist sehr gemischt. Seit Ende der 1980er-Jahre wurden allein für die Kykladen 26 Stauseen geplant, mit einem Volumen von 100 000 bis 500 000 Kubikmetern. Zwölf dieser Projekte hat Ilías Nókas mit seinen Gutachten gestoppt. Damit wurden Fehlinvestitionen verhindert, die mehr gekostet hätten, als man durch die erfolgreichen Projekte eingespart hat.

Der größte planerische Flop war ein „pharaonisches Projekt“ in Naxos: ein von drei Stauseen gespeistes Bewässerungsnetz für die Landwirtschaft an der Westküste der Insel. Dafür wurde ein Planungsauftrag an eine renommierte Gutachterfirma vergeben, die das Wasseraufkommen völlig überschätzte. Die Planer haben für ihre „Expertise“ eine Million Euro kassiert, erinnert sich Ilías. Aber der Schaden wäre noch viel größer gewesen, wenn das 30-Millionen-Projekt realisiert worden wäre.

Gutes Geschäft für die Gutachter

Das Beispiel zeigt, welche Interessen im Spiel sind. Die Gutachten-Industrie ist eine Branche, die von „Fehlanreizen“ angetrieben wird, vor allem durch die Finanzierung aus EU-Töpfen. Das Ergebnis sind hingeschluderte Projektpläne, die nur auf Abkassieren angelegt sind. Dieses Geschäftsmodell wird allerdings durch Lokalpolitiker begünstigt, die ihre Wähler mit Mondgutachten beeindrucken wollen. Wohl wissend, dass sich erst lange nach den Wahlen herausstellen wird, ob das gepriesene Vorhaben realisierbar ist.

Das schiere Geldvolumen solcher Projekte ist ein starkes Argument für das alte ökologische Motto „small is beautiful“. Ilias Nókas favorisiert deshalb andere, dezentrale Methoden, um den Winterregen zu ernten, zu speichern und optimal zu nutzen. Zum Beispiel für die karge, aber noch immer wichtige lokale Landwirtschaft.

Auf den meisten Kykladeninseln ist der Anbau - etwa von Weinreben - nur auf terrassierten Kleinfeldern möglich, die durch Trockenmauern eingefasst und stabilisiert werden. Wenn diese Mauern verfallen, fließt der Winterregen ungehindert ab, landet also ungenutzt im Meer und schwemmt dabei auch noch die kostbare Bodenkrume mit. Entscheidend für die Speicherfunktion des Bodens ist deshalb, dass die Felder ein Gefälle „nach innen“, also zur Bergseite haben. Nur so sickern die Niederschläge in den Boden oder in den felsigen Untergrund.(6)

Fundament der ägäischen Lebensart

Noch wichtiger für die Ernte des Winterregens war und ist die Zisterne. Sie ist für die Wasserversorgung der bäuerlichen Haushalte samt ihrer Nutz- und Arbeitstiere absolut unentbehrlich. Das macht die Zisterne zum ökologischen Fundament der ägäischen Lebensart. Ohne sie wären die meisten Kykladen- und einige Dodekanes-Inseln seit vielen Jahrhunderten unbewohnt.

Dazu ein knapper historischer Rückblick. Zum Beispiel auf die minoische Hochkultur, die schon vor 3000 Jahren intelligente Systeme dezentraler Wasserspeicherung entwickelt hatte. Auch in Santorini. Hier können die heutigen Touristen die Überreste baulicher Strukturen besichtigen, die auf einer ausgeklügelten Wasserökonomie basierten: „Von Dächern und anderen präparierten Oberflächen wurde das Regenwasser über ein Netz von Rinnen und Röhren in unterirdische Zisternen geleitet.“(7)

Die Minoer schufen ein System, das in seinen Grundzügen von allen späteren Kulturen übernommen wurde. Speziell auf den Kykladen haben die Archäologen aufwendige Zisternenkomplexe freigelegt. Das anschaulichste Beispiel ist das hellenistische Theater von Delos aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert. Hier sorgte die Anlage dafür, dass das Regenwasser von den Zuschauerrängen über die Bühne (orchístra) in einen überdachten, aus neun Kammern bestehenden Wasserspeicher abfloss.

Auch unter den Ruinen der mittelalterlichen Burgen, die auf fast jeder Kykladeninsel an die Epoche der „fränkischen“ Herrschaft erinnern, sind häufig große Wasserspeicher erhalten. Das eindrucksvollste Beispiel ist auf der Kykladeninsel Amorgos zu besichtigen: die in der venezianischer Zeit in den Felsen gehauene Zisterne im Hauptort Chóra, von den Einheimischen „kato lakkos“ (unterirdische Grube) genannt.

 

Blick in das unterirdische Reservior auf der Kykladeninsel Amorgos im Hauptort Chóra. © Ilias Nokas

 

Tausende dezentralisierter Zisternen

Entscheidend für das Überleben der Inselbewohner waren jedoch die vielen Tausend kleinen, privaten Zisternen. Ihre Bedeutung für die bäuerliche Existenzweise lässt sich noch heute im westlichen Teil von Folégandros studieren, der vom Massentourismus fast unberührt geblieben ist. In der sogenannten „Ano Meriá“ (was „oberer Teil“ bedeutet) leben fast ausschließlich Familien von Kleinbauern, die terrassierte Kleinfelder bewirtschaften. Die einzelnen Anwesen liegen weit auseinander und waren bis vor wenigen Jahrzehnten ökonomisch autark. Diese Autarkie symbolisiert aufs schönste der einzelne Zitronenbaum, der im Innenhof steht, oder auch am Rande des Anwesens, umgeben von einer hohen Mauer, die ihn vor den stürmischen Nordwinden schützt.

Der immergrüne Zitronenbaum braucht viel Wasser. Ohne die Zisterne kann er nicht überleben und die Bauernfamilie im Winter mit Vitaminen versorgen. Die meisten Anwesen von Ano Meriá haben – wie fast alle kykladischen Bauernhöfe - zwei getrennte Zisternen: Die eine für Trinkwasser, das vom Flachdach des Wohngebäudes in die Speicherkammer geleitet wird, die häufig unter der Küche liegt; die andere für das Brauchwasser, das im Hof gesammelt wird, der deshalb teilweise gepflastert und mit einer Neigung angelegt ist.

 

Eingemauterter Zitronenbaum vor einem privaten Anwesen. © Ilias Nokas

 

Trinkwasser vom Dach?

Reichte das Regenwasser vom Dach für das ganze Jahr? Und war die Trinkwasserqualität bis in die heiße Jahreszeit zu erhalten? Ilías Nókas rechnet vor: Bei einer Dachfläche von 100 m² ergibt die Ernte des Winterregens (bei 300 mm Niederschlagsmenge) 30 Kubikmeter Wasser. Das deckte den täglichen Bedarf einer größeren Familie - in den „alten Zeiten“ etwa 80 Liter - für 375 Tage. Auf eine karge Regenernte folgte allerdings ein Dürrejahr, unter dem die Menschen und ihre Tiere und ihre Felder litten.

Um Trinkwasser-Qualität zu erhalten, mussten die Dachflächen und Ableitungsröhren vor der Regenzeit gründlich gereinigt werden. Dies und die Instandhaltung und das Kalken der Zisternen waren die wichtigste bäuerliche Arbeit nach der Ernte. Der Zusatz von Kalk sollte helfen, die Keimbildung in dem stehenden Zisternenwasser einzudämmen. Aber die Leute hatten ohnehin ein natürliches Abwehrsystem entwickelt, das auch mit nicht ganz keimfreiem Wasser fertig wurde.

...und dann kamen die Touristen

Die Bauern von Folégandros waren Jahrhunderte lang mit einem „prekären“ Wasserhaushalt klargekommen, der für die traditionelle kykladische Subsistenzwirtschaft typisch war. Dann kamen die Touristen, die täglich mehrmals duschen wollten. Und mit ihnen das erste Leitungsnetz, das zunächst mit Brunnenwasser gespeist wurde, aber vor allem im Sommer auf importiertes Wasser angewiesen war. 2007 wurde Folégandros schon mit 60 000 m3 beliefert. Zwei Jahre später entstand die erste Entsalzungsanlage im Hafenort Karavostásis. Von dort gelangt das Wasser über eine zehn Kilometer lange Leitung zum Hauptort Chóra und von dort nach Áno Meriá .

Da die Herstellungskosten bei gut 2 Euro pro Kubikmeter liegen, schätzt Ilias, dass die Touristen pro Kopf täglich für einen halben Euro Wasser verbrauchen. Aber das haben sie mit ihrer Hotelrechnung schon bezahlt. Die Einheimischen kommt das Wunder des „fließenden Wassers“ teurer zu stehen. Eine vierköpfige Familie zahlt heute in Folégandros etwa 500 Euro pro Jahr, schätzt Ilías Nókas.

Das war nicht von Anfang an so. Als das Leitungsnetz nach Áno Meriá kam, machte Nókas bei der Zuteilung der Wassermengen eine interessante Erfahrung. Im ersten Jahr gingen die etwa 200 Bauernfamilien noch von ihrem gewohnten Verbrauch aus und waren mit 5000 Kubikmetern Wasser zufrieden. Im zweiten Jahr beantragten sie schon 10 000 und im dritten wollten sie 15 000 Kubikmeter. Da ihr Lebenselixier aus dem Wasserhahn kam, erschien ihnen die traditionelle Weisheit des Wassersparens als dumm und unmodern.

 

Mühselige Wasserversorgung mit Eseln und Eimern. © Ilias Nokas

 

Die Einheimischen lernen von den Fremden

Das konnte man ihnen angesichts des luxuriösen Konsums der Touristen gar nicht verdenken. Und so war es unvermeidlich, dass die Einheimischen von den Fremden lernten. Dabei müsste es „eigentlich“ umgekehrt sein: Die kykladische ökologische Sparsamkeit sollte den verschwenderischen Feriengästen als Lehre dienen. Denn die Touristen bringen zwar Geld, aber nicht ihre Ressourcen mit.

Auf Inseln wie Folégandros ist die knappste aller Ressourcen das Wasser, und das wird im Zuge des Klimawandels ständig knapper werden. Nókas ist kein Feind des Tourismus. Er weiß, dass nur auf den Inseln, auf denen sich eine „Ferienindustrie“ entwickelt hat, die Zahl der Einwohner nicht geschrumpft ist. Wo keine Touristen hinkommen, herrscht auch demographische Dürre. Ilias weiß überdies, dass die Region Südägäis die Krisenjahre seit 2009 nur dank der touristischen Konjunktur besser überstanden hat als der Rest des Landes. Aber er will eine vernünftige Balance zwischen den Einheimischen, den Urlaubsgästen und den lokalen Ressourcen.

Was bedeutet nachhaltiger Tourismus?

Ist der „nachhaltige“ Tourismus, der von manchen Inselpolitikern wie eine Zauberformel beschworen wird, eine echte Perspektive oder nur ein Schlagwort? Ilias Nókas ist sich nicht sicher. Dagegen weiß er genau, was nicht nachhaltig ist. Zum Beispiel ein Ferienhaus mit Swimming Pool, aber ohne Zisterne. Seit den 1980er-Jahren kämpft Nókas für ein Gesetz, das die Baugenehmigung für ein neues Haus davon abhängig macht, ob ein System zur Nutzung des Winterregens eingeplant ist.

Die Politiker in Athen haben diesen Vorschlag nie ernsthaft erörtert. Das gilt auch für die im Juli abgewählte Syriza-Regierung. Ilias Nokas sieht ein solches Zisternen-Gesetz keineswegs als ein Allheilmittel. Aber es würde helfen, den akuten Wasserstress zu mildern, den viele Inseln am Ende der touristischen Hochsaison erleben. Eine Vielzahl von Zisternen wäre der kollektive „Reservetank“, der die Wasserhähne am Laufen hält. Nokas kennt das Problem von seiner eigenen Insel. In Ermoúpolis musste mehrmals in den letzten Jahren die Wasserversorgung der einzelnen Viertel reihum und stundenweise gesperrt werden.

Zisternen versorgen also nicht nur die einzelnen Hauseigentümer mit kostenlosem Nass, sie helfen auch die lokalen Wassersysteme zu stabilisieren, die stets einen spezifischen Mix der verfügbaren Quellen darstellen. Die Stadt Ermoúpolis ist mit ihren 15 000 Einwohnern und ihren gewerblichen Betrieben auf das Wasser aus den RO-Anlagen angewiesen. Aber sie verfügt auch über einen historischen Bestand an öffentlichen und privaten Zisternen, den man restaurieren und systematisch ausbauen könnte.

Die Zisternen von Ermoúpolis

Ohne diese Zisternen würde es Ermoúpolis gar nicht geben. Die Stadt wurde in den 1830- und 1840er-Jahren von Tausenden „Bootsflüchtlingen“ gegründet, die in den ersten Jahren des griechischen Aufstands gegen die osmanische Herrschaft von Chios und anderen ostägäischen Inseln flohen, um der Rache der türkischen Soldateska zu entkommen. Sie gründeten auf einer bis dahin rein agrarischen Insel eine regelrechte Stadt. Aber natürlich reichte das Wasser der syriotischen Dörfer nicht aus, um die vielen Neuankömmlinge zu versorgen. Und die bäuerliche Bevölkerung hütete das „kostbare Nass“ wie einen Schatz. Als die Städter sich an den wenigen ganzjährig fließenden Dorfbrunnen bedienen wollten, wurden diese eingezäunt und bewacht. Und das Projekt eines modernen Aquäduktes, der Trinkwasser von dem nahen Dorf Episkópio nach Ermoúpolis bringen sollte, scheiterte nicht nur an den Kosten, sondern auch am Widerstand der Eigentümer der Quellen.

Dieser Streit um das knappe Wasser hatte allerdings auch einen religiösen Hintergrund, denn die Alteinwohner von Syros waren katholische, alle Neuankömmlinge dagegen orthodoxe Griechen. Für die Städter von Ermoúpolis war der Bau von Wasserspeichern also ein Gebot der Notwendigkeit. Deshalb gab es in jedem neu erbauten Stadthaus eine große Zisterne. Auch bei allen öffentlichen Gebäuden wurde das Regenwasser von den Dächern in ein unterirdisches Reservoir geleitet.

Öffentliche und private Wasserspeicher

Viele dieser privaten und öffentlichen Anlagen sind nach wie vor intakt und erzählen von den „alten Zeiten“, als der Winterregen noch als kostbares Gut behandelt wurde. In dem imposanten Rathaus von Ermoúpolis steht mitten im großzügigen Kafeníon des Erdgeschosses ein marmorner Zisternenbrunnen, in dem noch heute das Regenwasser von der 40 x 70 Meter großen Dachfläche gesammelt wird. Auch in anderen, ursprünglich öffentlichen Gebäuden sind die Wasserspeicher erhalten.

 

Marmorner Zisternenbrunnen im Kafeníon des Erdgeschosses vom Rathaus in Ermoúpolis. © Ulf Kadritzke

 

Im ehemaligen Krankenhaus (dem ersten in ganz Griechenland), das heute zum Spielcasino degradiert ist, stehen im Innenhof gleich zwei große Zisternen. Auch das frühere Armenhaus - heute das Altersheim Ayios Panteleimon - hat einen Innenhof mit einem großen Zitrusgarten, der ohne das Zisternenwasser nicht grünen würde. Und im ersten städtischen Waisenhaus, das inzwischen ein Altersheim ist, werden die Regenerträge auch heute noch von den Dächern in eine große unterirdische Zisterne geleitet.

Außerhalb der Stadt am Ostufer der Hafenbucht liegt die ehemalige Quarantänestation, Lazaretta genannt. Das klassizistische Gebäude, das 1837 nach Plänen des deutschen Architekten Wilhelm Weiler vollendet wurde und seitdem auch als Gefängnis und als „Irrenhaus“ genutzt wurde, ist heute stark verfallen. Aber an einzelnen Stellen der Ruine sind in den Wänden noch die vertikalen Tonröhren zu sehen, durch die das Wasser von den Dächern in die unterirdischen Zisternen floss.

Eine verlorene Wasserernte

Wie alle Häuser von Ermoupolis hatten auch die großen Stadtvillen im Kapitänsviertel („Vapória“) obligatorische Wasserspeicher. Zu sehen sind sie heute noch in zwei dreistöckigen Häusern, die vor einigen Jahren zu Luxushotels umgewandelt wurden. In dem einen dient das Wasser aus der Zisterne den Gästen zum Duschen auf der Badeterrasse. in dem anderen Hotel wird das (gefilterte) Regenwasser in einer großen, unter der Küche gelegenen Zisterne aufgefangen und als Brauchwasser genutzt.

Aber diese Beispiele sind Ausnahmen. Die meisten Zisternen, die in vielen Häusern noch intakt sind, werden nicht mehr genutzt, seitdem die Entsalzungsanlagen die Überwindung des Wassermangels vorspiegeln. Dabei wäre Ermoupolis ein idealer Ort, um den Winterregen in öffentlichen Auffangbecken zu sammeln. Hinter dem großzügigen Rathausplatz klettert die Stadt hügelaufwärts, entlang steiler Treppengassen, die sich beim ersten Herbstregen in Sturzbäche verwandeln. Könnte man die gesamten winterlichen Niederschläge auffangen, würde sich die Wasserernte (grob gerechnet) auf 50 000 Kubikmeter summieren.

Allerdings wäre eine technische Lösung schwierig und wahrscheinlich zu teuer. Ein großes kommunales Wasserreservoir unter der großen Platía wäre von Versalzung bedroht. Die elegante Lösung, die toskanische Städte wie Siena und St. Gimignano mit ihren großen öffentlichen Zisternen unter den großen Plätzen gefunden haben, wäre in Ermoupolis wegen der Nähe zum Meer nicht möglich.(8)

Wie ein komplexes System ökologischer Wassernutzung funktionieren kann, lässt sich auf einer griechischen Insel jenseits der Ägäis studieren. Die winzige Dodékanes-Insel Kastelórizo liegt fast schon im östlichen Mittelmeer, nämlich 120 Kilometer östlich von Rhodos und nur drei Kilometer vor der türkischen Südküste auf der Höhe von Kas.

Kastelórizo hat heute knapp 500 ständige Einwohner. Vor hundert Jahren, am Ende der osmanischen Herrschaft, lebten auf der vom Seehandel reich gewordenen Insel noch 20 000 Menschen. Aber die waren, weil sie über keine einzige Quelle verfügten, auf die Ernte des Winterregens angewiesen. Deshalb schufen sie ein perfekt koordiniertes Netz von privaten und öffentlichen Zisternen. Letztere waren große, runde und manchmal gedeckelte Auffangbecken, die in Gemeinschaftsarbeit errichtet wurden. Das Wasser floss von den Berghängen über ausgehauene Rinnen und tönerne Röhren in die Zisternen ab, die zugleich ein kaskadenartiges System von Überlaufbecken bildeten, das bei Starkregen als Schutz gegen Überschwemmungen funktionierte.

Wie der Bauingenieur Giorgos Karavélatzis erläutert, deckte die Kleinstadt Kastelórizo dank der „perfekten Nutzung des Regenwassers“ nicht nur ihren Bedarf an Trink- und Brauchwasser ab. Sie konnte auch die stattliche Handelsflotte, der sie ihren Reichtum verdankte, mit Wasser proviantieren.(9)

Ein gescheiterter Plan

Diese großartige Anlage war aufgrund des extremen Bevölkerungsrückgangs dem Verfall preisgegeben. Aber unter dem Anreiz steigender Touristenzahlen sollte sich die Inselgemeinde auf ihr ökologisches Erbe zurück besinnen, meint Karavélatzis. Vor zehn Jahren hat er einen Plan entworfen, wie man das alte System instand setzen und wieder nutzbar machen kann.

Das schien ihm auch deshalb einleuchtend, weil mittlerweile ein „modernes“ System der Regenernte krachend gescheitert war. Als Kastelórizo vor 23 Jahren einen kleinen Flughafen bekam, wurde neben der Landebahn eine riesige Grube ausgehoben und mit einer Plastikfolie ausgekleidet. Der künstliche Teich sollte die Niederschläge des ganzen Plateaus auffangen. Daraus wurde aber nichts, weil die Folie schnell durchlöchert war und von den winterlichen Stürmen zerfetzt wurde.

Was ist aus dem Plan des Bauingenieurs geworden? Als ich ihn in Rhodos anrufe, sagt er: „típota“, nichts. Der Bürgermeister zeigt kein Interesse, er setzt ganz auf die neue Entsalzungsanlage, die im April 2018 fertig wurde. Die liefert pro Tag 400 Kubikmeter Wasser zu einem Fünftel der Kosten, die zuvor für das aus Rhodos importierte Wasser anfielen.

Der Winterregen fließt immer noch ungenutzt ins Meer. Das Wasser aus dem alten Zisternensystem könnte zwar nicht unbehandelt ins öffentliche Leitungsnetz eingespeist werden und wäre nur für das Bewässern der Gärten zu nutzen. Aber auch das wäre für den Wasserhaushalt der Insel eine beträchtliche Entlastung, meint Karavélatzis. Vielleicht wird man sich daran erinnern, wenn der Klimawandel das kostbare Nass noch kostbarer gemacht hat.

 

Anmerkungen

1) Die Überbauung der griechischen Inseln liegt im Durchschnitt bei 1 Prozent der Fläche. Siehe Kathimerini vom 21. Januar 2019.

2) Weitere Daten in: „Overtourism: impact and possible policy responses“ Brüssel, Oktober 2018 (S. 215 ff.) hrsg. vom TRAN-Committe des Europäischen Parlaments (https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/STUD/2018/629184/IPOL_STU(2018)629184_EN.pdf). Einen kompakten optischen Eindruck vom touristischen Wahnsinn in Santorini bekommt man, wenn man bei Google die Stichworte „Santorini overtourism“ eingibt.

3) Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie eines Forschungsteams der Cornell University (Ithaca-New York) vom Juni 2016 (https://www.mdpi.com/2073-4441/9/11/868).

4) Diese und weitere statistische Angaben in der Publikation „Neró jia ta Nisiá“ (Wasser für die Inseln), hrsg. von der NGO „Ellinikí Etaireía Perivállontos kai Politismoú“, Athen 2011 (hier S. 16).

5) In diese Kosten sind die Abschreibungen für den Bau der Anlagen eingerechnet, die reinen Produktionskosten liegen je nach Technologie und Größe zwischen 0,5 und 2 Euro/m3.

6) Siehe die anschauliche Skizze in: „Neró yia ta Nisiá“ (Anm. 4), S. 15.

7) Siehe Georgios Antoniou u.a.: “Historical development of technologies for water resources management and rainwater harvesting in the Hellenic civilizations”, International Journal of Water Resources Development, 30(4), S. 680-693.

8) Siehe: Michael P. Kucher, “The Water Supply System of Siena, Italy: The Medieval Roots of the Modern Networked City (Studies in Medieval History and Culture, Band 29), London (Taylor & Francis) 2004.

9) G.N. Karavélatzis,“ Kastelórizo, Diacheírisi ton ómvrion Ydáton“ (Nutzung des Regenwassers), in: Neró jia ta Nisiá (Anm. 4), S. 50- 55.

 


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