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Ausgabe vom 9. Juli 2026
LMd Juniausgabe

Lateinamerika – der große Rechtsruck

Früher unterstützten die USA in Lateinamerika sonnenbebrillte Putschgeneräle. Heute kommt dort die extreme Rechte, die Washingtons politische Agenda teilt, mit offensiver US-Wahlkampfhilfe an die Macht – jüngst in Kolumbien und Peru. Wachsende Gewaltkriminalität und die Schwäche der Linken spielen ihr dabei in die Hände.

von Christophe Ventura

Abelardo de la Espriella hat die Stichwahl vom 21. Juni um das Präsidentenamt in Kolumbien knapp gewonnen. „Unabhängig? Nein, nein! Kein Land der Welt kann derzeit unabhängig sein!“, sagte er zuvor in einem Gespräch mit dem Pastor ­Miguel ­Arrázola.1 Der einflussreiche Gründer einer evangelikalen Kirche namens Ríos de ­Vida (Flüsse des Lebens) sprach in ­Cartagena mit „El Tigre“, dem Tiger, wie sich der „ökumenische Katholik“ de la Espriella selbst nennt.

Zum Austausch zwischen dem fundamentalistischen Prediger und dem Kandidaten der extremen Rechten muss man wissen, dass sich in Kolumbien 18 Prozent der Bevölkerung als evangelikal bezeichnen.2 In dem Radiogespräch ging es um die künftigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Vor allem das Verhältnis zu Donald Trump stand im Mittelpunkt, denn die Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und de la Espriellas linkem Vorgänger Gustavo Petro waren von Spannungen geprägt. weiterlesen ...

Inhalt

  • Früher unterstützten die USA in Lateinamerika sonnenbebrillte Putschgeneräle. Heute kommt dort die extreme Rechte, die Washingtons politische Agenda teilt, mit offensiver US-Wahlkampfhilfe an die Macht – jüngst in Kolumbien und Peru. Wachsende Gewaltkriminalität und die Schwäche der Linken spielen ihr dabei in die Hände.
    von Christophe Ventura
  • Wetten auf alles
    Das fragwürdige Geschäft der Prognosemärkte
    von David Futrelle
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Melanie Siegel
    von Wilhelm Werthern
  • Straflos in Washington
    von Jakob Farah
  • Brief aus Manila
    von Katrina Tuvera
  • Das Imperium ist angezählt
    250 Jahre nach der Unabhängig­keitserklärung stecken die USA in einer tiefen außenpolitischen Krise. Die mächtigste Hegemonialmacht der jüngeren Geschichte ist heute mit einem nie da gewesenen Misstrauen konfrontiert – vor allem vonseiten seiner Verbündeten.
    von Alexander Zevin
  • Partei ohne Kompass
    Mit ihrer Uneinigkeit in wichtigen außenpolitischen Fragen verprellen die US-Demokraten ihre Wählerschaft
    von Martin Barnay
  • Sperrt sich Europa gegen den Frieden?
    Für Russland steigen die Kosten des Kriegs unaufhörlich, und der von Putin proklamierte Sieg ist ferner denn je. Aber auch Kyjiw kann nicht gewinnen. Damit ist der Zeitpunkt für realistische Verhandlungen gekommen. Dabei darf Europa die Initiative nicht der unberechenbaren Trump-Regierung überlassen.
    von Anatol Lieven
  • Pufferzone und Rohstofflieferant
    Wozu die EU den Westbalkan benutzt
    von Jean-Arnault Dérens
  • Washingtons langer Arm
    von Ana Otasević
  • von Cédric Gouverneur
  • Israel, die Drusen und die Drogen
    Warum die Verständigung zwischen den Herrschern im syrischen Gouvernement as-Suwaida und der Zentralregierung scheitert
    von Charles Lister
  • Brüder im Geiste
    Indien ist einer der wichtigsten nichtwestlichen Verbündeten Israels
    von Camille Auvray
  • Der Irak will ein bisschen mehr Golf
    Am Nordufer des Persischen Golfs streiten sich der Irak und Kuwait seit Jahrzehnten über die Seegrenzen
    von Didier Ortolland
  • Es war einmal in Frankreich
    Die große Bürgerbefragung von 1945 war lange vergessen. Eine Wiederentdeckung
    von Benoît Breville
  • Eine subversive Religion
    Vodou in Haiti
    von Toni Keppeler
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Shiwen Sven Wang
  • Kunst - Melanie Siegel

Die nächste Ausgabe erscheint am 13. August 2026

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