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Ausgabe vom 12. Juli 2018

Assads Gesetz Nr. 10

Während in der syrischen Provinz Daraa Hunderttausende vor der Armee und den Luftangriffen russischer Bomber fliehen, plant das Regime bereits den Wiederaufbau des Landes. Den wird Assad vor allem dazu nutzen, seine Gegner zu bestrafen und Gefolgsleute und Verbündete zu belohnen.

von Jakob Farah

Nach sieben Jahren Krieg liegt Syrien am Boden. Schätzungen zufolge hat der Konflikt bislang mindestens 350000 Menschenleben gekostet. Über 12 Millionen der rund 21 Millionen Syrer mussten ihre Heimat verlassen, 6,6 Millionen von ihnen leben als Vertriebene im eigenen Land. In vielen Städten liegen ganze Viertel in Trümmern; 30 Prozent der Wohnhäuser sind ganz oder teilweise zerstört.

Das Assad-Regime hat mit Hilfe seiner Verbündeten die meisten der ehemaligen Rebellengebiete zurückerobert und kontrolliert mittlerweile wieder rund 60 Prozent des syrischen Territoriums. Und obwohl der Konflikt noch lange nicht beendet ist, sprechen viele bereits vom Wiederaufbau des Landes.

Vor allem das Regime möchte möglichst schnell zu einer vermeintlichen Normalität zurückkehren. Aber Assad will den Wiederaufbau auch dazu nutzen, das Land nach seinen Vorstellungen neu zu gestalten, Feinde zu bestrafen und Freunde zu belohnen.
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Inhalt

  • Assads Gesetz Nr. 10
    Während in der syrischen Provinz Daraa Hunderttausende vor der Armee und den Luftangriffen russischer Bomber fliehen, plant das Regime bereits den Wiederaufbau des Landes. Den wird Assad vor allem dazu nutzen, seine Gegner zu bestrafen und Gefolgsleute und Verbündete zu belohnen. von Jakob Farah
  • Fußballträume
    Afrikas Spieler in Zeiten des Neokolonialismus von David Garcia
  • Nicht hier und nicht dort
    von Roxanne Varzi
  • Putin der Starke
    von Timofey Neshitov
  • Macrons List
    von Serge Halimi
  • Falsche Freunde gegen Trump
    Warum Sonderermittler kein geeignetes Instrument der demokratischen Kontrolle sind von Michael J. Glennon
  • Rappen gegen die Polizei
    Tunesiens Musikszene zwischen Protest und Konformismus von Thameur Mekki
  • Viele Fronten in Mali
    Die militärische Intervention hat die Dschihadisten geschwächt, aber nicht geschlagen. Das wird sich bei den Präsidentenwahlen Ende Juli vor allem im notorisch vernachlässigten Zentralmali zeigen, wo mit dem Staat auch die Korruption zurückgekehrt ist. von Rémi Carayol
  • Militärische Optionen
    von Philippe Leymarie
  • Soja? Nein danke
    Im Norden von Mosambik war das größte Agrobusinessprojekt Afrikas geplant. Doch dann begannen sich die Bauern zu wehren von Stefano Liberti
  • König von Kambodscha
    Am 29. Juli wird in der parlamentarischen Monarchie gewählt. Hun Sen, der dienstälteste Ministerpräsident der Welt, träumt von einer Regentschaft auf Lebenszeit. Und die einzige ernstzunehmende Oppositionspartei wurde bereits vor Monaten verboten. von Christine Chaumeau
  • Willkommen in Sihanoukville
    von Christine Chaumeau
  • Schluss mit hyggelig
    Dänemark und die Grenzen der Wohlfahrt von Mathias Greffrath
  • Neue Uniform, alte Korruption
    In der Ukraine kommt die überfälligeReform der Nationalpolizei nicht voran von Sébastien Gobert
  • Comic - Matthias Lehmann
  • Kunst - Ecaterina Vrana

Die nächste Ausgabe erscheint am 9. August 2018

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Comic | Matthias Lehmann

Kunst | Ecaterina Vrana