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Ausgabe vom 12. Dezember 2019

Kommt der Islamische Staat zurück?

Ende Oktober starb der selbsternannte Kalif Abu Bakr al-Baghdadi. Sein Territorium hat der IS bereits seit Längerem verloren. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen stellt sich die Frage, ob die Organisation erneut von einem Absturz der Region ins Chaos profitieren könnte.

von Patrick Cockburn

Mit ihrer ersten Aktion im Irakkrieg von 2003 hatten es die USA auf Saddam Hussein abgesehen. In den Morgenstunden des 20. März wurde ein Gebäudekomplex am Rande Bagdads, in dem die US-Geheimdienste fälschlicherweise den irakischen Präsidenten vermuteten, mit 40 Cruise Missiles und mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen. Drei Jahre später gelang es den USA, Abu Mussab al-­Sarkawi zu töten, den Gründer des irakischen Al-Qaida-Ablegers, aus dem später der "Islamische Staat" (IS) hervorgehen sollte.

Doch weder das Überleben Husseins noch der Tod al-Sarkawis war für das weitere Geschehen in der Region von größerer Bedeutung. Dennoch gab man im Weißen Haus nie die Überzeugung auf, dass die Tötung von Führerfiguren und anderen hochrangigen Zielpersonen eine erfolgreiche Strategie sei.
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Inhalt

  • Kommt der Islamische Staat zurück?
    Ende Oktober starb der selbsternannte Kalif Abu Bakr al-Baghdadi. Sein Territorium hat der IS bereits seit Längerem verloren. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen stellt sich die Frage, ob die Organisation erneut von einem Absturz der Region ins Chaos profitieren könnte. von Patrick Cockburn
  • Friedliche Faust
    Internationale Blaupause für den Regimewechsel von Ana Otasević
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Explosion in Chile
    von Luis Sepúlveda
  • Markus Weggenmann
    von Wilhelm Werthern
  • Aussterbende Töne
    von Éric Delhaye
  • Frankreich im Koma
    von Serge Halimi
  • Die dunkle Seite des Antiterrorkampfs in Nigeria
    von Marc-Antoine Pérouse de Montclos
  • Sie sind viele, und sie sind laut
    Wie auch immer die algerischen Präsidentschaftswahlen am 12. Dezember ausgehen – die friedlichen Proteste gegen das Regime, die seit Februar das Land in Atem halten, werden weitergehen. von Arezki Metref
  • Heilige Orte für den Tibet-Tourismus
    In der Autonomen Region Tibet setzt die chinesische Regierung nicht mehr auf offene Repression. Anders als in Xinjiang will Peking die Forderung nach Unabhängigkeit durch mehr kulturelle Freiheiten ersticken. von Martine Bulard
  • Westpapua erhebt sich wieder
    Trotz Repressionen durch die indonesische Regierung gibt die Befreiungsbewegung nicht auf von Philippe Pataud Célérier
  • Sambias neue Gläubiger
    Das südafrikanische Land in der chinesischen Schuldenfalle von Jean-Christophe Servant
  • Das Ende der Ära Morales
    Nach der Niederschlagung der Proteste in Bolivien sollen im März Neuwahlen stattfinden. Die Köpfe der bisherigen Mehrheits­partei MAS sitzen im Gefängnis oder sind geflohen. Gegner der plurinationalen Verfassung haben bereits ihre Kandidatur angekündigt. von Renaud Lambert
  • Nordirlands Protestanten in der Brexit-Falle
    von Christophe Gillissen
  • Londons schmutziger Krieg
    von Daniel Finn
  • Das ewige Feindbild
    Antisemitische Verschwörungstheorien und ihre lange Geschichte von Paul Hanebrink
  • Pogrome im Russischen Bürgerkrieg
    von Jean-Jacques Marie
  • Ölzeug und Kokain
    von Alice Raybaud
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Mawil
  • Kunst - Markus Weggenmann

Die nächste Ausgabe erscheint am 9. Januar

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Kunst | Markus Weggenmann