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Ausgabe vom 10. November 2022
aktuelle Ausgabe

Iran – die Mauer aus Angst ist gefallen

Was als Revolte gegen den Kopftuchzwang begann, hat sich längst ausgeweitet. Überall im Land fordern Demonstrierende den Sturz des Regimes. Wie der Aufstand ausgeht, ist vor allem angesichts der massiven Repression ungewiss. Wichtiges erreicht hat die Bewegung aber schon jetzt.

von Mitra Keyvan

Frau, Leben, Freiheit!“, „Wir lassen uns nichts mehr gefallen!“, „Tod dem Diktator!“ Solche Parolen werden in den Straßen von Teheran und anderen Städten gerufen. Sie zeigen die Entschlossenheit der Demonstrantinnen, aber auch der Demonstranten, den Mächtigen die Stirn zu bieten.

Alles begann am 13. September, als die Sittenpolizei (Gascht-e Erschad) die 22-jährige Mahsa Amini festnahm, weil sie angeblich ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig trug. Diesen Vorwurf bekommen täglich tausende Iranerinnen zu hören. Drei Tage später starb die junge Frau im Krankenhaus, nachdem sie in Polizeigewahrsam ins Koma gefallen war. Ihr Begräbnis in ihrer Heimatstadt Saghez in der iranischen Provinz Kurdistan löste im ganzen Land eine Explosion der Wut aus. weiterlesen ...

Inhalt

  • Was als Revolte gegen den Kopftuchzwang begann, hat sich längst ausgeweitet. Überall im Land fordern Demonstrierende den Sturz des Regimes. Wie der Aufstand ausgeht, ist vor allem angesichts der massiven Repression ungewiss. Wichtiges erreicht hat die Bewegung aber schon jetzt.
    von Mitra Keyvan
  • Grenzkonflikte im postkolonialen Lateinamerika
    von Romain Droog
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Anna Retulainen
    von Wilhelm Werthern
  • Sie gegen uns
    von Pierre Rimbert
  • Brief aus der Drôme
    von Fernanda Eberstadt
  • Die Welt zu Gast im Abseits
    von Akram Belkaïd
  • Hoher Repräsentant der Kroaten
    Warum der CSU-Politiker Christian Schmidt als UN-Beauftragter für Bosnien und Herzegowina eine Fehlbesetzung ist
    von Sead Husic
  • Schwedens Undemokraten
    Bei den Parlamentswahlen am 11. September wurde die rechtsextreme Partei der Schwedendemokraten mit 20,5 Prozent zweitstärkste Kraft. Die neue konservative Regierung unter dem Ministerpräsidenten Ulf Kristersson ist nun von ihnen abhängig.
    von Violette Goarant
  • Es ist ein Kriegsverbrechen
    In der Ukraine wird sexualisierte Gewalt offensichtlich gezielt als Waffe eingesetzt
    von Ilioné Schultz
  • Der Preis der Sanktionen
    von Hélène Richard
  • Atlantiker, Blockfreie und Antiimperialisten
    Die Fraktionen der internationalen Linken und Putins Krieg
    von Serge Halimi
  • Freeport köpft Berge
    Wie der US-Kupfergigant den Westen Neuguineas verwüstet
    von Philippe Pataud Célérier
  • Alte Schlösser, neues Geld
    In Versailles bekommt das katholische Bürgertum Konkurrenz
    von David Garcia
  • Wahlmüde in Tunis
    Im Ursprungsland des Arabischen Frühlings wachsen die Zweifel an der Demokratie
    von Thierry Brésillon
  • Der Künstler als Astronaut
    Engagierte Kunst von Marrakesch bis Kapstadt
    von Caroline Roussy
  • 69 Millionen für ein JPEG
    von Franz Kaiser, Marie-Noël Rio
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Samuel Bas
  • Kunst - Anna Retulainen

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Dezember 2022

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Kommende Ausgabe

LE MONDE diplomatique im Dezember 2022

Emanzipation in Zentralasien
Michal Levystone ber Russlands Schwche und das neue Selbstbewusstsein von Astana bis Duschanbe

Risse im Regime?
Stphane Dudoignon ber die iranischen Revolutionsgarden und Rivalitten im Teheraner Machtapparat

Die Verfassung der Meere
Didier Ortolland ber das UN-Seerechtsbereinkommen, das vor 40 Jahren unterzeichnet wurde

Falsche Hoffnung Biogas
Claire Lecoeuvre ber die ko-Methan-Produktion und ihre negativen Folgen fr Landwirtschaft und Umwelt

Propaganda allberall
Michel-Andr Essoungou ber den wachsenden Einfluss Chinas, der Trkei und Russlands im afrikanischen Mediensektor

Macht und Business in Karatschi
Laurent Gayer und Fawad Hasan ber den Raubtierkapitalismus in Pakistan.

Putins Freund in Budapest
Corentin Lotard ber Viktor Orbn und dessen ideologische Nhe zum Kreml-Chef

Mit Kunst von Leunora Salihu und einem Comic von Chris Ware
 

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