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Ausgabe vom 13. August 2020
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Gletschersterben in Bolivien

An Gletschern lässt sich die Entwicklung des Erdklimas hervorragend erforschen. Weltweit gehen die Eisriesen zurück, doch in den tropischen Anden schmelzen sie besonders schnell. Das bringt die Landwirtschaft zunehmend in Schwierigkeiten. Und Großstädten wie La Paz geht das Trinkwasser aus.

von Cédric Gouverneur

Der Chacaltaya mit seinen zwei Gipfeln von 5395 und 5421 Metern Höhe liegt in der Cordillera Real, rund 30 Kilometer nördlich von La Paz. Von hier aus sind die bolivianische Verwaltungshauptstadt und das benachbarte El Alto als eine Ansammlung von zehntausenden kleinen roten Punkten zu sehen: die typischen unverputzten Ziegelhäuser.

Hundert Meter unterhalb des Gipfels endet die Serpentinenstraße an einem kleinen Parkplatz hoch über dem Altiplano, dem Hochplateau der Anden. Die Fensterläden eines alten, dem Verfall preisgegebenen Gebäudes schlagen im Wind. Die Architektur lässt an eine Alpenhütte denken, denn das Haus wurde einst tatsächlich vom österreichischen Alpenverein errichtet. Heute erinnert es daran, dass am Chacaltaya bis 2009 das höchstgelegene Skigebiet der Welt in Betrieb war. weiterlesen ...

Inhalt

  • An Gletschern lässt sich die Entwicklung des Erdklimas hervorragend erforschen. Weltweit gehen die Eisriesen zurück, doch in den tropischen Anden schmelzen sie besonders schnell. Das bringt die Landwirtschaft zunehmend in Schwierigkeiten. Und Großstädten wie La Paz geht das Trinkwasser aus.
    von Cédric Gouverneur
  • Die Geopolitik des maritimen Welthandels
    von Tom Stevenson
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Brief aus Tokio
    von Christian Kessler
  • Susanna Storch
    von Wilhelm Werthern
  • Solidarität und Selbsthilfe
    Was Afrika aus der Pandemie lernen sollte
    von Boubacar Boris Diop
  • Antirussische Kriegslobby
    von Serge Halimi
  • Die Faschisten von Santa Cruz
    Ein Besuch bei der Oberschicht in Boliviens reichster Provinz
    von Maëlle Mariette
  • König Behanzins geraubte Schätze
    Vor mehr als 40 Jahren rief der Unesco-Generalsekretär Amadou Mahtar M’Bow die ehemaligen Kolonialstaaten zur Rückgabe außereuropäischer Kunstwerke auf. Jahrzehntelang geschah nichts, bis Präsident Macron 2017 in Ouagadougou versprach, Frankreich werde Kulturgüter restituieren. Seit Kurzem gibt es auch in Deutschland eine „Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ – eine halbe Million Objekte hortet allein das Ethnologische Museum in Berlin.
    von Philippe Baqué
  • Von der Hofberichterstattung zum Blätterkrieg
    Eine kurze Geschichte der arabischen Presse im 19. Jahrhundert
    von Arthur Asseraf
  • Ohne Väter und Papiere
    Während des Bürgerkriegs heirateten tausende Syrerinnen ausländische Kämpfer. Viele Kinder aus diesen Ehen sind bis heute staatenlos
    von Mustafa Abu Shams
  • Babels Rätsel
    Eine Kurzgeschichte
    von Yan Lianke
  • Made in Prato
    Die traditionsreiche Textilstadt in der Toskana ist schon lange berüchtigt für ihre chinesischen Fabriken. Nach vielen Skandalen und einem tödlichen Brand kämpft der Bürgermeister für ein neues Image.
    von Jordan Pouille, Lei Yang
  • Das Geheimnis von Arsamas-16
    Die Forschungsstädte des sowjetischen Atomprogramms waren auf keiner Landkarte verzeichnet. Einige von ihnen sind bis heute Sperrgebiet
    von Christophe Trontin
  • Auf der Suche nach Walter Rodney
    von Hélène Ferrarini
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Tommi Parrish
  • Kunst - Susanna Storch

Die nächste Ausgabe erscheint am 10. September 2020

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