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Ausgabe vom 10. September 2020
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Grenzstreit im östlichen Mittelmeer

Im Konflikt mit Athen spielt die Türkei mit dem Feuer – und mit dem Völkerrecht. Durch ihre Usurpation eines umstrittenen Seegebiets fordert sie nicht nur Griechenland, sondern die gesamte EU heraus. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle griechischen Ansprüche in der Region legitim und rechtens sind.

von Niels Kadritzke

Es war eine der gefährlichsten maritimen Kollisionen der letzten Jahre: Am 14. August kam es im östlichen Mittelmeer zu einer Karambolage zwischen der türkische Fregatte „Kemal Reis“ und der griechischen Fregatte „Limnos“.

Das türkische Kriegsschiff gehörte zum Geleitzug des Forschungsschiffs „Oruç Reis“, das in einem Seegebiet 110 Seemeilen (etwa 200 Kilometer) südlich der türkischen Küste mit seismischen Untersuchungen des Meeresbodens beauftragt war. Das Operationsgebiet liegt nach Auffassung Ankaras innerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Türkei. Das griechische Kriegsschiff beschattete die türkische Miniflotte, deren Explora­tions­mission aus Athener Sicht illegal war. Denn Athen beansprucht dasselbe Seegebiet für die griechische AWZ. weiterlesen ...

Inhalt

  • Im Konflikt mit Athen spielt die Türkei mit dem Feuer – und mit dem Völkerrecht. Durch ihre Usurpation eines umstrittenen Seegebiets fordert sie nicht nur Griechenland, sondern die gesamte EU heraus. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle griechischen Ansprüche in der Region legitim und rechtens sind.
    von Niels Kadritzke
  • Wahrheitskiller
    Berichten in Zeiten von Krieg und Pandemie
    von Patrick Cockburn
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Die Motoren des Stillstands
    von Katharina Döbler
  • Axel Hütte
  • Endlich Gleichheit oder das Ende des Sozialstaats?
    Über die Probleme des bedingungslosen Grundeinkommens
    von Branko Milanovic
  • Restauration in Washington?
  • Der am 21. August vereinbarte Waffenstillstand nährt Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts. Dafür bräuchte es allerdings ein Einlenken der diversen internationalen Akteure im Land.
    von Jean Michel Morel
  • Kriegshunde aus aller Welt
    Im libyschen Bürgerkrieg mischen auf beiden Seiten private Militärfirmen mit, die von ausländischen Staaten finanziert werden
    von Akram Kharief
  • von Paul Hockenos
  • Auf Sand gebaut
    Das albanische „Wirtschaftswunder“ beruht auf Niedriglöhnen und Baukorruption
    von Jean-Arnault Dérens, Laurent Geslin
  • Populisten und Experten
    Einst kämpfte die populistische Bewegung in den USA für sozialen Fortschritt – und ihre Eliten-Kritik war alles andere als wissenschaftsfeindlich
    von Thomas Frank
  • Zentralasiatische Tektonik
    Umbrüche von Aschgabat bis Nur-Sultan
    von Marlène Laruelle
  • Der neue Konservatismus der Jugend
    von Marlène Laruelle
  • Machtfaktor Internet
    In Afrika nimmt die digitale Wahlmanipulation zu – Cambridge Analytica hatte von Anfang an die Finger im Spiel
    von André-Michel Essoungou
  • Südkoreas Gotteskrieger
    Seit Beginn der 1980er Jahre breitet sich der Evangelikalismus global immer weiter aus. Mäzene, Medienprofis und grenzüberschreitende Allianzen – wie die zwischen Südkorea und den USA – machen Kampagnen möglich, mit denen sich die reaktionäre Religionsbewegung immer stärker in die Politik einmischt.
    von Kang In-choel
  • Bischof auf Sendung
    Brasiliens zweitgrößter Fernsehkanal Record TV gehört dem Evangelikalen Edir Macedo
    von Anne Vigna
  • Pfingstrepublik Nigeria
    Ein Drittel der Bevölkerung des westafrikanischen Landes ist Mitglied einer evangelikalen Kirche
    von Anouk Batard
  • Das Ende einer Revolte
    50 Jahre Schwarzer September in Jordanien
    von Alain Gresh
  • Meldungen des Monats
  • Comic - Kitty Kahane
  • Kunst - Axel Htte

Die nächste Ausgabe erscheint am 8. Oktober 2020

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Umkmpftes Gebirge
Vaiju Naravane ber den indisch-chinesischen Grenzstreit im Himalaya

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Evgeny Morozov ber die Geopolitik 5G-Mobilfunkstandards

Runde Tische gegen die Gewalt
Sanam Naraghi Anderlini ber Frauen als Peacebuilder

Vom Dolmetscher zum Bittsteller
Antoine Ory ber das Schicksal der Afghanen in Frankreichs Armee

Staatsstreich oder Geniestreich?
Anne-Ccile Robert ber die Folgen des Putsches in Mali

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