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Ausgabe vom 7. Mai 2020
aktuelle Ausgabe

Corona-Schock und Klimapolitik

Gerade scheinen sich alle wunderbar einig zu sein: Der Chef der Deutschen Bank will grüne Jobs fördern, die deutsche Kanzlerin ist jetzt für 55 statt 40 Prozent weniger schädliche Emissionen, und der UN-Generalsekretär fordert, Subventionen für fossile Energien abzuschaffen.

von Philippe Descamps und Thierry Lebel

Nach dem Dürrejahr 2018 und der Rekordhitze 2019 hat auch das Jahr 2020 extrem trocken begonnen. In Frankreich beispielsweise war der Monat März der zehnte in Folge mit einer Durchschnittstemperatur über dem Normalwert. Und in Deutschland ist im traditionellen Regenmonat April fast kein Tropfen gefallen.

Da ist es ein schwacher Trost, dass die Luft infolge des weltweiten Shutdowns viel sauberer geworden ist. Zum ersten Mal seit Langem kann man von Lyon aus wieder den Mont Blanc sehen und von den Städten Nordindiens die Gipfel des Himalaja. weiterlesen ...

Inhalt

  • Gerade scheinen sich alle wunderbar einig zu sein: Der Chef der Deutschen Bank will grüne Jobs fördern, die deutsche Kanzlerin ist jetzt für 55 statt 40 Prozent weniger schädliche Emissionen, und der UN-Generalsekretär fordert, Subventionen für fossile Energien abzuschaffen.
    von Philippe Descamps, Thierry Lebel
  • Stadtentwicklung im Überschwemmungsgebiet
    von Laura Raim
  • Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
  • Brief aus Kolkata
    von Elisa T. Bertuzzo
  • Jan De Vliegher
    von Wilhelm Werthern
  • Montesquieu und die Pest
    von Alain Garrigou
  • Die Macht hat alle Macht
    von Serge Halimi
  • Bitterer Sieg für Griechenland
    Die Pandemie ist fürs Erste eingedämmt, aber die wirtschaftliche Prognose ist verheerend
    von Niels Kadritzke
  • Schwedens umstrittene Freiheit
    Die Konsenskultur gerät in der Corona-Pandemie unter Druck
    von Violette Goarant
  • Wenn die Polizei dein Fieber misst
    von Félix Tréguer
  • Eine andere Wirtschafts­ordnung ist möglich
    von Lori M. Wallach
  • In den verlassenen Straßen von Brooklyn
    von Adam Shatz
  • Damaskus – Fragmente einer Stadt
    von anonym
  • Exil in Gaziantep
    Die Lage der syrischen Flüchtlinge in der Türkei wird immer schwieriger
    von Ariane Bonzon
  • Marokkanische Trugbilder
    Das autoritäre Entwicklungsmodell von König Mohammed VI. ist am Ende. Der Monarch scheint das inzwischen selbst begriffen zu haben
    von Pierre Puchot
  • Die Milizen von Burkina Faso
    Der Vormarsch dschihadistischer Kämpfer hat die gute Nachbarschaft der vielen ethnischen und religiösen Gruppen zerstört
    von Rémi Carayol
  • Selber schuld in Japan
    Das traditionelle Prinzip der Eigenverantwortungist zur politischen Waffe geworden
    von Yuta Yagishita
  • Was heißt hier unqualifiziert?
    Ohne Supermarktkassiererinnen und Lastwagenfahrer ist die Gesellschaft aufgeschmissen. Das hat spätestens die Coronapandemie gezeigt. Die Anerkennung für diese Leistung lässt aber auf sich warten.
    von Lizzie O'Shea
  • Meldungen des Monats
  • Jubiläumsausgabe
    26 Texte aus 25 Jahren, mit Beiträgen von Gabriel García Márquez, Bénédicte Savoy, Shoshana Zuboff und vielen anderen
  • Wie alles anfing
    von Thomas Schmid
  • Alarm im Cyberspace!
    Im Geburtsjahr des Internet Explorers 1.0 macht sich ein Philosoph Gedanken über die gesellschaftlichen Folgen der virtuellen Globalisierung
    von Paul Virilio
  • Neue Kolonialreiche
    Der Kolonialismus hat eine wechselvolle Geschichte. Seine Anfänge liegen im 19. Jahrhundert, als die Industriegesellschaften zunächst die Märkte des Südens eroberten und in der Folgezeit die Gebiete militärisch besetzten und annektierten. Nachdem die Kolonien die Unabhängigkeit erlangt hatten, führte die sogenannte „Entwicklungspolitik“ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu veränderten Formen der Kontrolle und der Abhängigkeit. Heute, in der Ära der Globalisierung, treten neue Kolonialherren auf: Es sind nicht mehr Staaten, sondern transnationale Großunternehmen.
    von Edward Goldsmith
  • Die Märkte entschärfen
    Dieser Text vom Dezember 1997 ist das Gründungsmanifest von Attac. Die globalisierungskritische NGO hat heute 90000 Mitglieder in 50 Ländern
    von Ignacio Ramonet
  • Cosima von Bonin
    von Wilhelm Werthern
  • Uns gibt es immer noch
    Das Nahost-Treffen, das am 11. Mai 1998 in Washington stattfinden sollte, wurde von der US-Regierung abgesagt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich zuvor nachdrücklich geweigert, einem Rückzug Israels aus 13 Prozent der besetzten Gebiete zuzustimmen. So fand der 50. Jahrestag der Staatsgründung Israels in einer sehr angespannten Atmosphäre statt.
    von Edward W. Said
  • Nachrichten aus meinem russischen Dorf
    von Nina Baschkatow
  • Die zwei Gesichter des Hugo Chávez
    von Gabriel Garcia Marquez
  • Stadt ohne Gesellschaft
    von Richard Sennett
  • Afrikanische Nachhaltigkeit
    von Aminata Traoré
  • Diesseits der Brücke von Narva
    Am 1. Januar 2004 sollten zehn neue Länder der Europäischen Union beitreten. Im Laufe des Jahres 2003 erschienen in der deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique in loser Folge Artikel über jedes Land. Dieser Beitrag ist Estland gewidmet, dem baltischen Vorreiter der IT-Gesellschaft.
    von Hannes Gamillscheg
  • Rechtlos in Guantánamo Bay
    Vier Monate nach den Anschlägen von al-Qaida in New York und Arlington wurde im Januar 2002 auf dem Marinestützpunkt der US-Navy in der Guantánomo-Bucht auf Kuba ein Internierungslager für „islamistische Terroristen“ errichtet. Im Januar 2004 befanden sich 660 Menschen aus 42 Ländern im Delta Camp in einem „juristischen Schwarzen Loch“, wie der britische Lordrichter Johan Steyn damals sagte. Als Barack Obama 2009 US-Präsident wurde, versprach er, das Lager zu schließen. Es existiert bis heute.
    von Augusta Conchiglia
  • Der Drache schnurrt
    Als Chinas Wirtschaft wuchs und die Diplomaten in die Charmeoffensive gingen
    von Martine Bulard
  • Das Schnarchen des Satrapen und andere Seltsamkeiten
    von Juan Goytisolo
  • Die Comicseite / Anouk Ricard
    von Karoline Bofinger
  • Die Mechanik der Finanzkrise
    Dieser Text analysiert die sieben Phasen des Crashs – ein Jahr bevor die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 pleiteging und die Immobilienblase endgültig platzte
    von Frederic Lordon
  • Kein Eis mehr vor Ilulissat
    Mit dem orthodoxen Patriarchen und anderen Ökoaktivisten in Grönland
    von Neal Ascherson
  • Aufspüren und vernichten
    Drohnen, Waffensystem der Zukunft
    von Laurent Checola, Édouard Pflimlin
  • Griechenland auf Gedeih und Verderb
    Dieser Text ist eine Momentaufnahme der griechischen Krise, und zwar eine sehr frühe. Der Niedergang der griechischen Wirtschaft war noch nicht in den Sturzflug übergegangen. Und das erste „Rettungsprogramm“ beantragte die Regierung Papandreou erst drei Monate später. Anfang 2010 war das ganze Ausmaß der Katastrophe, auf die Griechenland zusteuerte, noch nicht abzusehen. Dazu einige Zahlen: Der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) akkumulierte sich von 2009 bis 2015 auf 26 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg 2013 auf 27,8 Prozent. Die Staatsverschuldung kletterte bis 2013 auf 177 Prozent
    von Niels Kadritzke
  • Eine überaus raffinierte Erfindung
    Die Kunst der Renaissance und die Ursprünge des Bankwesens
    von Tim Parks
  • Der syrische Knoten
    2012 gab es in Syrien noch die Hoffnung, dass die Opposition gegen das Regime von Diktator Bachar al-Assad zu dessen Sturz und einem politischen Wandel führen könnte. Diese Hoffnung wurde spätestens ab 2015 und der russischen Intervention in Syrien zerstört. Inzwischen beherrscht das Assad-Regime wieder weite Teile des Landes. Schätzungen zufolge kamen bei dem Konflikt in Syrien seit 2011 mindestens 400000 Menschen ums Leben, Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen.
    von Alain Gresh
  • Was bin ich?
    Über Sinn und Unsinn von Volkszählungen in Exjugoslawien
    von Jean-Arnault Dérens
  • Brasilien liebt Jesus
    Der Vormarsch der Evangelikalen in Politik, Gesellschaft und Medien
    von Lamia Oualalou
  • Die Muskatnüsse meiner Großmutter
    Das große Schweigen: Eine Familiengeschichte von Kolonialismus, Krieg und Nachkriegszeit
    von Katharina Döbler
  • Vom Trump befallen
    Dieser Beitrag erschien einen Monat vor den US-Wahlen von 2016. Als Kandidat der Republikaner ging ein windiger Immobilienunternehmer und Millionär ins Rennen: Donald Trump. Warum war dieser Mann so populär? Und das ausgerechnet bei den Wählerinnen und Wählern, die sich als Betrogene des „Systems“ fühlten, von dem Trump stets profitiert hat?
    von Serge Halimi
  • Was unsere Museen nicht erzählen
    von Bénédicte Savoy
  • Mit Dschihadisten verhandeln?
    von Charlotte Wiedemann
  • Google sucht dich
    Willkommen im Überwachungskapitalismus
    von Shoshana Zuboff
  • Woher kommt das Coronavirus?
    Viele Erreger von Infektionskrankheiten stammen von Tieren. Allerdings kommt selten zur Sprache, dass bei der Übertragung auf den Menschen die Zerstörung von Lebensräumen eine zentrale Rolle spielt.
    von Sonia Shah
  • Comic - James Turek
  • Kunst - Jan De Vliegher

Die nächste Ausgabe erscheint am 11. Juni 2020

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Kommende Ausgabe

LE MONDE diplomatique im Juni 2020

  • Der neue Ost-West-Konflikt
    Philip S. Golub über die chinesisch-amerikanische Rivalität und die Neuordnung der Welt nach Corona
  • Billiger als Regenwasser
    Sadek Boussena über die aktuelle Ölpreiskrise und die Zukunft der Opec
  • Verloren in Mexiko
    Maya Averbuch über geschlossene Grenzen, geräumte Flüchtlingslager und mangelnden Infektionsschutz
  • Die weißen Hände von Oman
    Sebastian Castelier und Quentin Müller über die Rolle des Sultanats im Jemenkrieg
  • Haziras Trauma
    Meta Krese über die Opfer des Bosnienkriegs, die 25 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica immer noch in Lagern leben
  • Die nächste Ausgabe von LE MONDE diplomatique erscheint am Donnerstag, den 11. Juni 2020 mit einem Comic von Moritz Götze und Kunst von Audun Alvestad

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