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Ausgabe vom 8. Juni 2017

Die Neue Seidenstraße

Seit Donald Trump in den USA regiert, kann sich China als Garant des Freihandels präsentieren. Das wichtigste Vehikel seiner ehrgeizigen Politik ist das globale Infrastrukturprojekt Neue Seidenstraße.

von Sebastian Heilmann und Jan Gaspers

Mitte Mai lud die chinesische Regierung zu einer Konferenz ungewohnten Ausmaßes nach Peking: 30 Staats- und Regierungschefs und zahlreiche Minister aus etwa hundert Ländern folgten der Einladung zum Seidenstraßen-Forum. Sie wurden Zeugen, wie Präsident Xi Jinping weitere Milliardensummen für ein Projekt in Aussicht stellte, das vom Willen Chinas kündet, seine globale Gestaltungs- und Führungsmacht auszubauen. Die versprochenen Investitionen in die Neue Seidenstraße haben nun einen Umfang von 1 Billion Dollar erreicht.

Ungeachtet der anhaltenden Skepsis europäischer und anderer westlicher Länder haben sich die Chinesen in Peking zum Hüter der globalen wirtschaftlichen Integration ausgerufen. Staatschef Xi hatte diese Rolle schon im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos beansprucht: "Wir müssen dem Ziel verpflichtet bleiben, den globalen Freihandel zu entwickeln, die Liberalisierung von Handel und Investitionen durch Öffnung vorantreiben und Nein sagen zum Protektionismus." In dem gigantischen Infrastruktur- und Entwicklungsprojekt Neue Seidenstraße nimmt diese Ambition nunmehr konkrete Formen an.
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Inhalt

  • Die Neue Seidenstraße
    Seit Donald Trump in den USA regiert, kann sich China als Garant des Freihandels präsentieren. Das wichtigste Vehikel seiner ehrgeizigen Politik ist das globale Infrastrukturprojekt Neue Seidenstraße. von Sebastian Heilmann, Jan Gaspers
  • Atomruine A1
    Der vergessene Reaktorunfall von Bohunice von Manfred Kriener
  • Brief aus dem Zug Prag–Berlin
    von Jaroslav Rudiš,
  • Das andere Ende der Geschichte
    von Santiago Alba Rico
  • Die wilden Jahre
  • An den Haustüren von Broxtowe
    Der britische Wahlkampf und die schwierige Zukunft der Labour-Partei von Paul Mason
  • Lukaschenko kann nicht anders
    Seit Weißrussland in der Ukrainekrise als Mittler auftritt, hat Brüssel einige Sanktionen gegen das autokratische Regime aufgehoben. Doch Präsident Lukaschenko rudert schon wieder zurück: Er will es sich einerseits nicht mit Putin verscherzen, andererseits möchte er die Macht seines Familienclans sichern. von Ioulia Shukan
  • Diplomatie in Minsk
    von Arthur Fouchère, Ioulia Shukan
  • Ein Ufo namens Airbus
    Warum eine gemeinsame Industriepolitik der Europäischen Union nie zustande kam von Jean-Michel Quatrepoint
  • Die dänische Banane
    Landflucht, Windräder und Modellkommunen in der westlichen Provinz von Nicolas Escach
  • Eine Mauer ist eine Mauer
    Utopisch bis zynisch: Architekten und Künstler entwerfen Grenzanlagen zwischen Mexiko und den USA von Jeremy Harding
  • Sechs Tage und kein Ende
    Eine kurze Geschichte des palästinensischen Widerstands von Alain Gresh
  • Volkswirtschaft ohne Staat
    Palästina ist von seinen Wurzeln abgeschnitten von Ibrahim Shikaki
  • Philippinische Hoffnungen in Zeiten des Terrors
    Seit Rodrigo Duterte im Amt ist, verbindet man mit seinem Namen vor allem den brutalen Anti­drogen­krieg. Was kaum bekannt ist: Der Präsident will den Bergbau zugunsten des Umweltschutzes herunterfahren, das rohstoffreiche Exportland industrialisieren und die Homo-Ehe einführen. von François-Xavier Bonnet
  • Pragmatische Außenpolitik
    von François-Xavier Bonnet
  • Comic - Jake Wyatt
  • Kunst - Boban Andjelkovic

Die nächste Ausgabe erscheint am 13. Juli 2017

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Comic | Jake Wyatt

Kunst | Boban Andjelkovic