Früher unterstützten die USA in Lateinamerika sonnenbebrillte Putschgeneräle. Heute kommt dort die extreme Rechte, die Washingtons politische Agenda teilt, mit offensiver US-Wahlkampfhilfe an die Macht – jüngst in Kolumbien und Peru. Wachsende Gewaltkriminalität und die Schwäche der Linken spielen ihr dabei in die Hände.
von Christophe Ventura
Abelardo de la Espriella hat die Stichwahl vom 21. Juni um das Präsidentenamt in Kolumbien knapp gewonnen. „Unabhängig? Nein, nein! Kein Land der Welt kann derzeit unabhängig sein!“, sagte er zuvor in einem Gespräch mit dem Pastor Miguel Arrázola.1 Der einflussreiche Gründer einer evangelikalen Kirche namens Ríos de Vida (Flüsse des Lebens) sprach in Cartagena mit „El Tigre“, dem Tiger, wie sich der „ökumenische Katholik“ de la Espriella selbst nennt.
Zum Austausch zwischen dem fundamentalistischen Prediger und dem Kandidaten der extremen Rechten muss man wissen, dass sich in Kolumbien 18 Prozent der Bevölkerung als evangelikal bezeichnen.2 In dem Radiogespräch ging es um die künftigen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Vor allem das Verhältnis zu Donald Trump stand im Mittelpunkt, denn die Beziehungen zwischen dem US-Präsidenten und de la Espriellas linkem Vorgänger Gustavo Petro waren von Spannungen geprägt. weiterlesen ...
Früher unterstützten die USA in Lateinamerika sonnenbebrillte Putschgeneräle. Heute kommt dort die extreme Rechte, die Washingtons politische Agenda teilt, mit offensiver US-Wahlkampfhilfe an die Macht – jüngst in Kolumbien und Peru. Wachsende Gewaltkriminalität und die Schwäche der Linken spielen ihr dabei in die Hände.
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