Comics

Die Comic-Welt von LE MONDE diplomatique

Die letzte Seite gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die Themen aus Politik und Alltag aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Unter anderen waren bisher vertreten: Elvis Studio, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und ATAK.

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Kleine, verschwollene Augen, Falten, die ersten weißen Haare und allerlei andere Wehwehchen stellen sich im Alter ein. Dabei ist Julie doch gerade erst 50 geworden! Wie wird es erst im Jahr 2050 sein!?! Diese Seite für Le Monde diplomatique ist etwas Besonderes, weil Doucet seit Jahren keine Comics mehr veröffentlicht hat, auch wenn sie immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt hat: “Dieser Auftrag, zumal für eine Zeitung wie Le Monde diplomatique, deren französische Ausgabe mir sehr vertraut ist, war eine gute Gelegenheit, es mal wieder zu probieren. Ich hoffte, mir würde etwas Neues einfallen, sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch...doch dann überkam mich die Panik und ich hab dann doch lieber über das geschreiben: Autobiographie. In meinen frühen Comics ging es oft darum, wie es ist, seine Tage zu haben; daher war es für mich natürlich, einen Comic über die Wechseljahre zu zeichnen.”

Julie Doucet ist 1965 in Montréal geboren, wo sie, nach Aufenthalten in New York, Seattle und Berlin, auch heute wieder lebt. Nach dem Studium an der Universität von Quebec (UQAM) spezialisierte sich Doucet auf autobiographische Comics, die in viele Sprachen (Deutsch, Finnisch, Japanisch etc.) übertragen wurden. Bei Reprodukt sind bisher zwei Hefte der Reihe “Schnitte” erschienen, zudem “Caricature of Love” (vergriffen), “Wahre Haushaltscomics” und das “New Yorker Tagebuch”. In der Reihe R-24 liegt mit “Traumgeburten” ein weiteres Heft vor. Trotz ihrer frühen Erfolge wandte sie sich 1999 vom Comiczeichnen ab und wieder der Druckgrafik (Linolschnitte, Siebdruck etc.) zu. Sie wurde Mitglied im offenen Atelier Graff und hat seitdem viele Künstlerbücher produziert; 2009 machte sie ihren ersten Animationsfilm und seit 2013 hat sie einen eigenen Verlag, in dem sie ausschließlich ihre eigenen Werke publiziert: Le pantalitaire. Doucets Papierarbeiten wurden 2007 auf der Biennale von Montréal und 2008 auf der Quebecer Triennale gezeigt; und ihre Animationsfilme liefen innerhalb einer Installation auf der Biennale TraficART (Saguenay, Québec). Die erste Retrospektive ihres vielseitigen Werks war im April 2017 auf dem Internationalen Fumetto Comix-Festival in Luzern zu sehen.