Comics

Die Comic-Welt von LE MONDE diplomatique

Die letzte Seite gehört dem avantgardistischen, kritischen Comic: eigens für die Zeitung gezeichnet, werden hier Bildergeschichten erzählt, die Themen aus Politik und Alltag aufgreifen: meist frech, oft absurd, manchmal melancholisch. Unter anderen waren bisher vertreten: Elvis Studio, Anke Feuchtenberger, Holger Fickelscherer und ATAK.

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Der Mann mit Koffer - ist es ein Aktenkoffer? - betritt die letzte Seite von LMd wie eine leere Bühne. Man weiß nicht, woher er kommt, und wohin er geht. Dann trifft er auf ein Hindernis, das seine Pläne zu durchkreuzen scheint. Wir sind gespannt auf seine Performance. Was wird er jetzt tun? Was wird geschehen? „Ich habe mich nur in den ersten beiden Paneln eingemischt“, schreibt Nicolas Debon, immerhin der Erfinder dieser Geschichte. „Dann bin ich einem kleinen grausamen Impuls gefolgt und habe beschlossen, dass er sich allein durchschlagen muss.“ Debon fliegen die Geschichten zu: „Oft kommen sie aus dem Nichts. Wie die ersten Bilder eines Traums im Halbschlaf. Mal geht die Geschichte mit einem Bus los oder einem Wasserhahn, im Waschsalon oder im Fahrstuhl...Dann folgt ein Bild auf das andere, in einer scheinbar absurden Reihung. Dabei wissen wir doch seit Erfindung der Psychoanalyse und des Surrealismus, dass das etwas zu bedeuten hat. Aber ist das überhaupt wichtig?“

Nicolas Debon ist 1968 in Frankreich geboren. Seine ersten Zeichnungen hinterließ er auf den Randspalten seiner Schulbücher, bevor er auf die Kunsthochschule ging. Nach verschiedenen kleinen Jobs und einem längeren Aufenthalt in Kanada tauchte er erst in die Welt der Kinderbuchillustration ein, und dann in die der Comics, siehe https://nicolasdebon.wordpress.com Auf Deutsch erschien von ihm bereits „Essai. Ein Versuch, frei zu leben“, Hamburg (Carlsen) 2016. Die Graphic Novel basiert auf der wahren Geschichte einer gescheiterten Utopie, die sich 1903 in den Ardennen abgespielt hat.