Edition N° 27 Iran

Persische Paradoxien

Offiziell genießt Ajatollah Chamenei unumschränkte Macht, doch auf den Straßen fordern die Menschen seinen Rücktritt. Offiziell ist Iran eine Theokratie, doch im Parlament liegt der Anteil der Geistlichen nur noch bei 6 Prozent. Offiziell herrscht für Frauen Kopftuchpflicht, doch die Mehrheit der Bevölkerung ist dagegen. Offiziell hat der Regisseur Jafar Panahi Berufsverbot, doch er dreht weiter Filme und das staatliche Filmmuseum in Teheran stellt seine internationalen Preise aus. Gebeutelt von Sanktionen, Korruption und Misswirtschaft, gilt Iran trotzdem nicht als failed state, sondern als mächtiger Gegenspieler Israels, Saudi-Arabiens und der USA.

Katajun Amirpur, Amir Hassan Cheheltan, Parastou Forouhar, Navid Kermani, Bahman Nirumand, Charlotte Wiedemann und andere über Iran und seine Widersprüche.

Inhalt

  • Iranische Paradoxien
    Bahman Nirumand
    Editorial
  • Einmal Revolution und zurück
    Bahman Nirumand
  • Seyyed Ruhollah Musawi Chomeini
    Mohammad Jafari Marbini
    Der religiöse Diktator
  • Mein Fehler war, dass ich Chomeini, trotz meiner Erfahrungen und Beobachtungen, falsch eingeschätzt habe
    Bahman Nirumand
    Ein Interview mit dem ersten Präsidenten der Islamischen Republik, Abolhassan Banisadr
  • Eine Armee für den Ajatollah
    Wilfried Buchta
    Die ursprünglich zum Schutz der Islamischen Republik gegründeten Revolutionsgarden agieren heute international und verfügen über ein gigantisches Firmenimperium
  • Akbar Haschemi Rafsandschani
    Mohammad Jafari Marbini
    Vom Königsmacher zum Opfer des Regimes
  • Der absolute Imam
    Ali Sadrzadeh
    Ali Chameneis Aufstieg vom Freitagsprediger von Teheran zum Revolutionsführer mit uneingeschränkter Macht
  • Die Mörder meiner Eltern
    Parastou Forouhar
    In den 1990er Jahren ließ das Regime zahlreiche oppositionelle Intellektuelle umbringen. Die Verbrechen werfen ihre Schatten bis in die Gegenwart
  • Undurchschaubar und korrupt
    Wilfried Buchta
    Irans politisches System
  • Die ökonomische Misere
    Mohssen Massarrat
    Die US-Sanktionen sind nur ein Faktor von vielen, die Irans Wirtschaft in die Krise geführt haben – hinzu kommen Misswirtschaft und Korruption
  • Mein Vater blieb in Teheran
    Roxanne Varzi
  • Zwischen Isolation und Öffnung
    Bernard Hourcade
    Eine kurze politische Mentalitätsgeschichte vom Achämenidenreich bis zur Islamischen Republik
  • Was wann geschah
    Bahman Nirumand
    Iran 1786–2020: eine kurze Chronik
  • Den Islam neu denken
    Katajun Amirpur
    Gegen die offizielle Auslegung des Korans formulieren schiitische Rechtsgelehrte Ideen für innerislamische Reformen
  • Der Widerstand ist weiblich
    Nayereh Tohidi
    Offiziell haben Frauen wenig zu sagen, aber sie verschaffen sich immer wieder mutig Gehör
  • Das Tuch und die Nation
    Charlotte Wiedemann
    Der Körper der Frau als Mittel zur Selbstbehauptung gegenüber dem Westen
  • Der Gegenspieler
    Michael Lüders
    Irans Kampf um die Vormachtstellung in der Region
  • Geschichte und Probleme eines Vielvölkerstaats
    Madjid Zarbakhsh
  • Vom Verbündeten zum Erzfeind
    Alastair Crooke
    Iran aus der Sicht Israels von David Ben-Gurion bis Jitzhak Rabin
  • Projekt 110
    Erich Follath
    Das iranische Atomprogramm und seine Widersacher
  • Triumph der Hardliner
    Andreas Zumach
    Im Konflikt um das Nuklearabkommen ist Krieg gegen Iran weiterhin möglich
  • Mohammad Sarif
    Ali Sadrzadeh
    Außenminister mit begrenzten Möglichkeiten
  • Anleitung zum Staatsstreich
    Mark Gasiorowski
    Wie britische und US-amerikanische Geheimdienste Ministerpräsident Mossadegh stürzten
  • Mohammad Mossadegh
    Bahman Nirumand
    Der erste Demokrat
  • Feindschaft ohne Ende
    Trita Parsi
    Trumps Iran-Politik und Europa
  • Bedingt verteidigungsbereit
    Akram Kharief
    Die iranische Armee ist notorisch schlecht ausgerüstet – im Gegensatz zu den Revolutionsgarden
  • Neujahrsgrüße aus Schiras
    Charlotte Wiedemann
  • Ein Intellektueller, ein wirklicher Freidenker, kann ohne Zweifel, ohne ständige Skrupel nicht leben. Sonst würde er zu einem Dogmatiker verkommen
    Bahman Nirumand
    Ein Interview mit dem Dichter Ahmad Schamlu
  • Teheran, Stadt ohne Fluss
    Amir Hassan Cheheltan
  • Kino auf vier Rädern
    Anke Leweke
    Filme drehen in Iran
  • Literatur auf Leben und Tod
    Amir Hassan Cheheltan
    Wer sich nicht an die strengen Regeln der Zensurbehörde hält, begibt sich in Gefahr – und wird nicht gedruckt
  • Rückkehr nach Isfahan
    Navid Kermani

8,50 EUR

broschiert, 112 Seiten, 2019

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