Nachbarn mit bitteren Erinnerungen
von Catherine Gousseff

Angesichts des russischen Angriffskriegs zeigen sich Kyjiw und Warschau solidarisch. Doch die Kontroversen in Sachen Erinnerungspolitik gehen weiter. Die heutige polnisch-ukrainische Grenze verläuft nicht exakt entlang der Außengrenzen der einstigen Großreiche, die eine multikulturelle Realität abbildeten. Die Herausbildung von Nationalstaaten, die auf eine gewisse ethnische Einheitlichkeit innerhalb ihrer Territorien setzten, machte diesen multikulturellen Gebilden ein Ende. Doch damit entstanden Konflikte, die bis heute nicht in Vergessenheit geraten sind.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Staat Polen-Litauen – auch bekannt als Königliche Republik – so aufgeteilt, dass sich das russische Zarenreich und Österreich-Ungarn den größten Teil des Territoriums einverleibten und Preußen einen kleineren Teil abbekam. In den Provinzen Galizien (Österreich) und Wolhynien (Russisches Reich) lebten weiterhin Polen und Ukrainer zusammen. Die alten polnischen Eliten blieben hier dominant, insbesondere in den städtischen Zentren mit einem größeren Anteil jüdischer Bevölkerung, während die Ukrainer überwiegend auf dem Land lebten, wo die Großgüter jedoch fast ausschließlich im Besitz des österreichischen und polnischen Adels waren.
Diese sozial-territoriale Bevölkerungsstruktur war mit den nationalistischen Projekten – mit ihrem Ideal ethnischer Homogenität – nicht in Übereinstimmung zu bringen. Das galt gleichermaßen für den Traum der Polen von der Wiedererrichtung ihres verlorenen Staats wie für den Wunsch der Ukrainer nach einem eigenen Staat. Die nach 1945 erfolgte Etablierung des polnischen und des ukrainischen Staats in ihren heutigen Grenzen war nur um den Preis „ethnischer Säuberungen“ möglich. Diese waren Teil des Zyklus von kriegerischer Gewalt und Umsiedlung ganzer Bevölkerungsgruppen in Europa, der 1914 begonnen hatte und um 1948 zum Abschluss gelangte.
Die ukrainisch-polnische Rivalität trat beim Zusammenbruch der Kaiserreiche am Ende des Ersten Weltkriegs zutage, auf den im Osten der Krieg zwischen dem neu gegründeten Polen und der jungen Sowjetunion (1919–1921) folgte. Bereits im November 1918 kämpften polnische Soldaten in der Schlacht von Lwów/Lwiw (deutsch: Lemberg) gegen ukrainische Nationalisten. Die Republik Polen und die gerade erst ausgerufene Westukrainische Volksrepublik wollten beide die Souveränität über Ostgalizien und die Karpatenregion erringen, die bis dahin zu Österreich-Ungarn gehört hatten.

Polnische Herren über eine ukrainische Mehrheit
Im Vertrag von Versailles erkannten die Alliierten die Unabhängigkeit Polens an. Was die polnische Ostgrenze betrifft, so riet der britische Außenminister Lord Curzon, bei der Festlegung die ethnisch-demografischen Gegebenheiten, also die ukrainische Mehrheit, zu berücksichtigen.
Doch am Ende entstand als Gegengewicht zum Sowjetstaat, dem neuen Machtfaktor im Osten, ein Groß-Polen, das die gesamte Westukraine einschloss. Die neue polnisch-sowjetische Grenze wurde im März 1921 im Vertrag von Riga festgeschrieben. Polen erhielt das ehemals russische Wolhynien und das Galizien der Habsburger. In dieser gesamten Region, die von Ternopil/Tarnopol bis Krakau reichte, lebten fünf Millionen Ukrainer, was nahezu 20 Prozent der Gesamtbevölkerung des neuen Groß-Polens ausmachte.
Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs sahen durchaus das Risiko künftiger Spannungen in den neuen mittel- und osteuropäischen Staaten, die aus dem Habsburger- und dem Osmanischen Reich hervorgegangen waren. Der 1920 gegründete Völkerbund hatte nicht zuletzt die Aufgabe, für den Schutz von Minderheiten zu sorgen. Der polnische Staat hatte sich zwar vertraglich verpflichtet, die Rechte aller Bürger zu achten, missachtete diese Zusagen dann aber weithin.
In den Ostgebieten Polens waren die Ukrainer Bürger zweiter Klasse. Die polnische Bevölkerung wurde bevorzugt: im Bildungswesen, in der Verwaltung, in der regionalen Wirtschaftspolitik – und bei der Verteilung von ehemals österreichischem Landbesitz. Als Reaktion darauf wurde 1929 die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) gegründet, in der bereits Stepan Bandera wirkte.
Die faschistoide Geheimorganisation verübte zahlreiche Terroranschläge, etwa das tödliche Attentat auf den polnischen Innenminister Bronisław Pieracki im Juni 1934. Warschau reagierte mit einer „Pazifizierungskampagne“ gegen ukrainische Bauern, die den Konflikt weiter anheizte. 1938 startete die polnische Regierung, die die katholische Mehrheit repräsentierte, eine Offensive gegen die orthodoxe Kirche, bei der 200 Sakralbauten zerstört wurden.
Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, waren die interethnischen Beziehungen also bereits sehr angespannt. Im September 1939 besetzten die deutsche Wehrmacht und die Rote Armee ganz Polen. Wie im geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts vom 23. August 1939 vereinbart, fielen dabei Wolhynien und Ostgalizien an die Sowjetunion, was als „Wiedervereinigung der ukrainischen Gebiete“ dargestellt wurde.
Während der 21 Monate dauernden Sowjetisierung nahmen die neuen Machthaber hauptsächlich die polnische Elite ins Visier. Im sogenannten Massaker von Katyń von April und Mai 1940 wurden 14 000 Offiziere der polnischen Armee und tausende Zivilisten ermordet. Die Täter in Moskau hatten das Massaker den Nazis zugeschrieben, die Wahrheit wurde erst 1990 unter Michail Gorbatschow eingestanden.
Ukrainische Nationalisten als Verbündete der Wehrmacht
Aus dem sowjetisch besetzten Ostpolen wurden 400 000 Menschen in entlegene Regionen der UdSSR deportiert, desgleichen zehntausende jüdische Flüchtlinge, die aus den von den Deutschen besetzten westlichen Landesteilen Polens entkommen waren.
Die Repression und die Massaker sollten jegliche Opposition gegen die Sowjetmacht im Keim ersticken. Zudem wurden die Verwaltungs- und Polizeiapparate mit Personal aus der Sowjetukraine besetzt, das an stalinistischen Praktiken gewöhnt war.
Als die Wehrmacht am 22. Juni 1941 den Russlandfeldzug begann, löste ihr Vormarsch unter den Ukrainern östlich der deutsch-sowjetischen Demarkationslinie kurzzeitig Begeisterung aus. Das galt insbesondere für die OUN und eine radikale Fraktion, die sich 1940 als OUN-B unter der Führung von Stepan Bandera abgespalten hatte und dem Nationalsozialismus anhing.1
Als dann aber die Wehrmacht am 30. Juni in Lwiw einmarschierte, proklamierten Bandera und sein Stellvertreter Jaroslaw Stetsko die Unabhängigkeit der Ukraine. Daraufhin wurden sie von den Deutschen verhaftet. Bandera blieb bis 1944 im KZ Sachsenhausen interniert, seine Autorität über seine Anhänger war allerdings ungebrochen. Diese sogenannten Banderiwzi gründeten im Herbst 1942 die Ukrainische Aufständische Armee (Ukrajinska powstanska armija, UPA), die gegen die Besatzer und für einen unabhängigen und ethnisch homogenen ukrainischen Staat kämpfen sollte.
Sah die UPA die Vernichtung der Juden in der Region als nachzuahmendes Beispiel? Wollte sie mit den Polen in Wolhynien ähnlich verfahren? Das weiß man nicht sicher. Belegt ist aber, dass ukrainische Kombattanten in verschiedenen Sondereinheiten (etwa der SS) unter deutschem Kommando an der Auslöschung der jüdischen Bevölkerung in Wolhynien und Belarus beteiligt waren und dann mit ihren Waffen desertierten und sich der UPA anschlossen. Im Februar 1943, nach dem Ende der Operationen gegen die jüdische Bevölkerung, begannen die Überfälle auf polnische Dörfer.
Unklar ist auch, ob die UPA-Kämpfer mit ihren brutalen Überfällen und Massakern die Flucht aller Menschen beschleunigen wollten, die sie als Besatzer ansahen, oder ob sie reine Rachegelüste auslebten. Jedenfalls hinterließen die sogenannten Massaker von Wolhynien 40 000 bis 60 000 Tote. Weitere 20 000 bis 40 000 Menschen kamen danach bei antipolnischen Ausschreitungen in Galizien ums Leben.
Von ukrainischer Seite wird die Zahl der Todesopfer mit 10 000 bis 30 000 angegeben. Dem stehen die Opfer der polnischen Vergeltungsaktionen gegenüber – insbesondere der Partisanenarmee Armia Krajowa (AK) –, deren Zahl die ukrainische Seite auf 10 000 bis 15 000 schätzt.
Weiter westlich, im Osten des heutigen Polen, begann das Jahr 1943 unter düsteren Vorzeichen: Die NS-Behörden starteten die erste Phase des Generalplans Ost. Der sah die Schaffung eines landwirtschaftlichen germanischen Siedlungsgebiets im Umfeld der Stadt Zamość vor. Zehntausende polnische Bauern wurden von den Besatzern enteignet. Dabei wurden auch deren ukrainische Nachbarn instrumentalisiert: Die Deutschen planten, Ukrainer am Rand der Siedlungszone anzusiedeln, um sich vor organisierten Angriffen der Enteigneten zu schützen – die dann auch begannen. Damit heizte der Generalplan Ost, der Ende 1943 aufgegeben wurde, die Konflikte zwischen den lokalen Bevölkerungsgruppen noch weiter an.
Als die Rote Armee im Frühjahr 1944 nach Wolhynien zurückkehrte und im Juli Lublin befreite, begegneten die Sowjets einem weitverbreiteten ethnisch-nationalen Hass. Eine Gruppe polnischer Kommunisten, die den Krieg im Moskauer Exil überlebt hatten, gründete mit sowjetischer Hilfe das Polnische Komitee der Nationalen Befreiung (PKWN), bekannt als „Lubliner Komitee“. Diese neue Regierungsmacht unterzeichnete Abkommen mit drei Sowjetrepubliken (Ukraine, Belarus und Litauen), in denen das Recht der ortsansässigen Polen und polnischen Juden festgeschrieben war, in ihre Heimat zurückzukehren. Zugleich appellierte das PKWN an die litauischen, belarussischen und ukrainischen Minderheiten in Polen, in ihren jeweiligen Titularstaat überzusiedeln.
Alle Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich, die Umsiedlung ihrer Minderheit logistisch zu organisieren und für die Unterbringung der Neuankömmlinge zu sorgen. Der Grenzverlauf wurde nicht benannt. Die sowjetische Seite bestand allerdings darauf, die deutsch-sowjetische Demarkationslinie von 1939 als Ostgrenze Polens festzulegen. Um das auch faktisch durchzusetzen, setzte Moskau auf umfangreiche Umsiedlungsmaßnahmen.
Diese Entscheidung war an sich nichts Ungewöhnliches. Die Sowjets waren sich, ungeachtet der offiziellen kommunistischen Linie der 1930er Jahre gegen die „bourgeoisen Nationalismen“ und trotz des multinationalen Charakters der UdSSR, mit den Westalliierten einig: Dauerhafter Frieden sei nur möglich, wenn die in den Nationalstaaten noch existierenden Minderheiten verschwinden.
Im Fall der Ukraine und Polens bedeutete das eine Operation von ungeheuren Dimensionen: In der Westukraine lebten mehr als eine Million Polen, in Ostpolen etwa 700 000 Ukrainer. Mit dieser Umsiedlung ganzer Bevölkerungen – und das nach dem Holocaust und der wechselseitigen „ethnischen Säuberungen“ während des Kriegs – war die multikulturelle Realität der einstigen Großreiche endgültig ausgelöscht.
Die Transporte begannen schon, als der Krieg noch tobte. Stalin wollte den Prozess beschleunigen und baute darauf, dass die Rote Armee ehemals deutsche Gebiete im Westen (bis zur Oder) erobern würde, um dort die polnischen Umsiedler aus der Westukraine unterzubringen.
Die polnische Regierung des Lubliner Komitees war zwar prosowjetisch, aber sie versuchte rigoros, begrenzte Aufnahmequoten durchzusetzen, die weit unter den Forderungen Moskaus lagen. Unfreiwillige Unterstützung erhielt sie durch die AK, die ihre polnischen Landsleute davon abhalten wollte, die östlichen Gebiete zu verlassen. Dann, so hoffte die Exilregierung in London, würden die Westalliierten nach Kriegsende erneut einen polnischen Staat in den Grenzen von 1938 durchsetzen.
Doch unter dem Druck des NKWD, der sowjetischen Geheimpolizei, stiegen die Meldungen zur Ausreise Anfang 1945 stark an, vor allem in Lwiw. In Westgalizien hatten die Repressionen in der Zeit der Sowjetisierung (1939–1941) böse Erinnerungen hinterlassen. Viele Polen und zehntausende jüdische Überlebende wollten die Region lieber verlassen und nicht riskieren, in den fernen Osten der UdSSR deportiert zu werden.
Anders als die Polen der Westukraine begrüßten die Ukrainer in Polen die Ankunft der Sowjets mit Erleichterung. Seit dem Rückzug der Deutschen waren sie verstärkt Übergriffen ihrer polnischen Nachbarn ausgesetzt. Hoffnungsfroh glaubten sie der Sowjetpropaganda über die „Rückkehr“ in die Heimat, auf die sich Ende 1944 nahezu 100 000 Menschen vorbereiteten.
Umso größer war ihre Enttäuschung bei der Ankunft: Die zentral- und ostukrainischen Gebiete, in denen sie sich mit ihrem Vieh und ihren Gerätschaften niederließen, waren vom Krieg zerstört. Und in den Augen der örtliche Bauern, die unter der Kollektivierung der Landwirtschaft und der großen Hungersnot gelitten hatten, waren sie „Kulaken“ und „Polacken“.
Kurz: Diese erste Umsiedlungsaktion scheiterte auf ganzer Linie. Viele Umsiedler kehrten nach Polen zurück, wo ihre Berichte eine abschreckende Wirkung hatten, womöglich noch abschreckender als die Propaganda der Banderiwzi, die ihre Landsleute zum Bleiben anhielten, um einen großukrainischen Staat – ohne die Sowjets – beiderseits der neuen polnisch-ukrainischen Grenze zu errichten.
Nach Kriegsende ging der Bevölkerungstausch weiter, der aber für die polnische und die ukrainische Seite ganz unterschiedlich verlief. Polen erhielt deutsche Gebiete in Schlesien, Ostpreußen und Pommern. Das bot die verlockende Perspektive einer Übersiedlung in wohlhabende Gebiete mit geringen Kriegsschäden. Es ging nun darum, diese Gebiete zu „polonisieren“ und die deutsche Bevölkerung loszuwerden, die ihrerseits aufgerufen wurde, „in ihr Heimatland zurückzukehren“.
Ab Ende Juni 1945 reisten viele westukrainische Polen aus. Trotz einzelner Gewalttaten war dieser Prozess bis zum Sommer 1946 von einer starken freiwilligen Dynamik getragen. Nach polnischen Schätzungen wanderten 800 000 Menschen ab, die sowjetischen Sicherheitsorgane gingen 1947 von 1,2 Millionen aus. Am Ende hatten 90 Prozent der Angehörigen von Minderheiten die Ukraine verlassen.
Auf der anderen Seite sah sich die ukrainische Minderheit in Polen verstärkt unter Druck. Die massenhafte Ausweisung der Deutschen aus den neuen westpolnischen Regionen stand für die ethnisch-nationale Dimension der Neugründung Polens, bildete aber zugleich das Fundament für ein kommunistisches Regime. Ab Herbst 1945 stand polnisches Militär den ukrainischen Beamten tatkräftig zur Seite, die nach Polen entsandt worden waren, um ihre „Landsleute“ von einer Übersiedlung gen Osten zu überzeugen.
Im Frühjahr 1946 kulminierten die Spannungen im Osten Polens. Es gab Sabotageakte gegen Eisenbahnanlagen und Strom- oder Telefonleitungen, ukrainische Bauern zerstörten ihre Höfe und flüchteten sich in die Wälder, bewaffnete UPA-Einheiten legten Hinterhalte.
All das führte im Ergebnis dazu, dass aus den zivilen Ausreisebemühungen militärisch durchgeführte Abschiebungen wurden. Bis Juli 1946 waren 500 000 Ukrainer aus Polen in die UdSSR deportiert worden. Für die ukrainischen Behörden war die Operation damit erfolgreich abgeschlossen.
Doch die Zwangsumsiedlung von Ukrainern war noch nicht beendet. Im März 1947 nahm die Regierung in Warschau die Ermordung eines Offiziers der polnischen Armee durch die UPA zum Anlass, in den Grenzregionen die ukrainische Zivilbevölkerung zu terrorisieren. Kirchen und ganze Dörfer wurden in Brand gesteckt, 140 000 Menschen nach Pommern und Schlesien deportiert, weitere wurden zu Tausenden festgenommen und in Lagern interniert.
Diese Operation, die sogenannte Aktion Weichsel (Akcja Wisła), verlief nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan, dessen Ziel es war, die letzten Angehörigen der historischen ukrainischen Minderheit in den östlichen Regionen Polens auseinanderzutreiben und sie so als Gruppe zu eliminieren. Das gelang vollständig: In den neuen polnischen Westgebieten, in denen sie angesiedelt wurden, hatten sie sich der Mehrheitsgesellschaft anzupassen.
Die polnisch-sowjetische Grenze von 1945 ist heute Außengrenze der EU. Historisch gesehen ist sie Resultat einer Abfolge von Aggressionen, die von Staaten gegen Ethnien wie auch zwischen den Ethnien verübt wurden.
1 Siehe Jean-Marie Chauvier, „Kollaboration mit den NS-Besatzern“, LMd, August 2007.
Aus dem Französischen von Andreas G. Förster
Catherine Gousseff ist Historikerin und Autorin von „Exchanging Peoples. How Borderlands became the Soviet boundary between Ukrainians and Poles (1944–1947)“, Berlin (DeGruyter Oldenbourg) 2025.


