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Aufstand gegen den Krieg

Vor einhundert Jahren stürmten die Roten Garden in Petrograd das Winterpalais, den Sitz der Provisorischen Regierung. Ein Dossier über die Russische Revolution, ihre Vorgeschichte, ihre Widersprüche und die Folgen.

von Éric Aunoble

Nikolaus II., seit 1915 Oberbefehlshaber der russischen Truppen, galt als schlechter Zar, an dessen Hof ominöse Gestalten wie der Wanderprediger und „Geistheiler“ Grigori Rasputin (1871–1916) mitmischen durften. Das Versagen der zaristischen Autokratie wurde auch in der chaotischen Kriegswirtschaft offenbar. Seit 1914 hatten sich die Lebensmittelpreise mehr als verdoppelt. Und die Niederlagen gegen die deutschen Truppen gleich zu Beginn des Kriegs machten die Hoffnung auf einen raschen Sieg zunichte. „Man trieb das Bauernheer in den Krieg, aber erklärt hatte man uns nichts“, zitierte die Lazarettschwester Sofja Fedortschenko einen Soldaten: „Gegen die Deutschen zogen wir mit Strohhalmen!“1

Im Februar 1917 erweiterten sich die Proteste im Petrograder Arbeiterviertel Wyborg gegen die Rationierungen von Brot und Kohle zu einem Generalstreik, der in einen bewaffneten Aufstand mündete. Das verhasste Regime hatte keine Verteidiger mehr. Am 2. März musste der Zar abdanken.

Das einzige halbwegs demokratisch legitimierte Staatsorgan war die Duma, das 1906 nach der gescheiterten Revolu­tion von 1905 eingerichtete Parlament. Nach der schweren Niederlage der monarchistischen Parteien bei den zweiten Duma-Wahlen erließ Nikolaus II. im Juni 1907 ein neues Wahlgesetz, das den konservativen Kräften eine Mehrheit garantieren sollte. Aus dieser Duma heraus bildete sich am 28. Februar 1917 eine Provisorische Regierung, die beauftragt wurde, Wahlen für eine verfassungsgebende Versammlung vorzubereiten. Als Erstes bekamen Frauen und nationale Minderheiten endlich die gleichen bürgerlichen Rechte zuerkannt.

In Reaktion auf die Auflösung und Diskreditierung der alten Staatsmacht waren parallel jedoch neue Organisa­tions­formen entstanden, die an die Revolution von 1905 anknüpften. Das Ergebnis war eine Doppelherrschaft: Ebenfalls am 28. Februar wurde der Petrograder Sowjet, der Rat der Arbeiter- und Soldatendeputierten, gegründet. Die Polizei, die auf die Demonstranten geschossen hatte, wurde durch eine Volksmiliz ersetzt. In der Hauptstadt übernahm der Arbeiterrat die Organisation der Lebensmittelversorgung.

Rasch etablierten sich die Sowjets als neue Autorität im ganzen Land. Die Radikalität und revolutionäre Erfahrung der Aktivisten setzte einen unerhörten Prozess der Selbstorganisation in Gang. „Jede soziale Klasse, jede berufliche oder politische Gruppe bahnt sich mit Gewalt einen Weg. (. . .) ‚Vereinigt Euch! Organisiert Euch!‘ Dieser Ruf erklingt in ganz Russland“, berichtete Sergei Schereschewski.2

Die Zukunft des Landes entschied sich an drei Orten, an denen die sozia­len Spannungen kulminierten: in der Fabrik, im Regiment und auf dem Dorf: Im März forderten die Arbeiter in der Lokomotivenfabrik von Charkiw, dass es keine Entlassungen ohne die Hinzuziehung des Personalrats geben dürfe. Ende Mai wählte die Belegschaft eine Kommission zur Produktionskontrolle. Im Juni befahl der Direktor den Werkstattleitern, „dieser Kommission keinerlei Informationen zu geben und ihr weder Dokumente noch Bücher zu zeigen“.3 Vergeblich.

In Kiew, erzählte ein leitender Angestellter, wurden „die Ingenieure und Vorarbeiter immer mehr zu Statisten degradiert. (. . .) Eine ‚konterrevolutionäre Orientierung‘ reichte oft als Begründung, und die Arbeitervollversammlung beschloss, den Chef zu entlassen.“

Aus den ersten Oktobertagen stammt folgende Soldatenpetition: „Wir fordern außerdem von Ihnen, der Provisorischen Regierung, einen sehr baldigen Frieden; falls Sie es nicht versuchen, Genosse Kerenski, dann werden wir bald unsere Gewehre wegwerfen und von der Front zu Ihnen nach hinten kommen und Sie zerquetschen, Sie, die Bourgeoisie.“4 Am 8. Juli war der linke Rechtsanwalt Alexander Kerenski (1881–1970), inzwischen Mitglied der Sozialrevolutionären Partei (SR), zum Ministerpräsidenten ernannt worden, womit die Provisorische Regierung verlorenes Vertrauen wiedergewinnen wollte.

Mitte Oktober schickte ein Bauern­rat aus der Region Petrograd eine Resolution, die „einen wahnsinnigen Krieg“ anprangerte, der nur im Interesse einer kleinen Gruppe von Kapitalisten geführt werde. Dieser Krieg werde nicht nur den wirtschaftliche Kollaps bringen, sondern auch die Existenz des Staats aufs Höchste gefährden. Die Dorfbewohner forderten einen „anständigen und demokratischen Frieden“, aber auch die „Kontrolle des gesamten Staats“ über Grund und Boden, Kapital und Produktion.

Alle Macht den Räten

Die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte entwickelten sich von einer linken Kraft, die noch im Februar die Provisorische Regierung unterstützt hatte, zu regelrechten Gegenregierungen. Damit wuchs die Angst nicht nur unter Großgrundbesitzern und Kapitalisten, sondern auch im Bildungsbürgertum. Brillen und Offizierslitzen wurden zum Symbol für den als burschui verhöhnten Bourgeois. Der Intellektuelle verlor seine traditionelle Rolle als Erzieher und Seelsorger des Volkes.

Der Schriftsteller Iwan Bunin (1870–1953) schildert in seinem Revolutionstagebuch, wie er von einem angetrunkenen Soldaten als „Despot“ und „Hundesohn“ beschimpft wird.5 Eine junge Musikerin aus Odessa, im Februar noch begeisterte Anhängerin der Revolution, ertrug bereits im November die „Genossen“ nicht mehr: „Ich gleite immer mehr nach rechts ab und werde vielleicht noch zur Monarchistin [. . .], dabei war ich noch vor Kurzem eine Sozialrevolutionärin.“6

„Was habt ihr denn gedacht?“, wandte sich der Dichter Alexander Blok (1880–1921) an die russischen Intellektuellen: „Dass die Revolution ein Idyll sei? Dass die Schöpfung auf ihrem Weg nichts zerstöre? Dass das Volk ein artiges Baby ist?“ Niemand habe erwarten können, dass der Kampf zwischen „Gebildeten“ und „Ungebildeten“, zwischen der „Intelligenz“ und dem „Volk“ gänzlich „unblutig“ oder „schmerzlos“ verlaufen würde.7

Die Sozialrevolutionäre, also die Regierung, rechtfertigten die Fortsetzung des Kriegs und mahnten zur Geduld: Man solle die Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung abwarten. Unterstützung erfuhren sie von den Menschewiki. Deren Vorsitzender und hellsichtigster Kopf Julius Martow erkannte, dass der Erfolg der Bolschewiki davon abhing, ob sie auch gesellschaftliche Außenseiter integrieren konnten, also junge unerfahrene Arbeiter, Landstreicher oder einfache Soldaten.

Die bolschewistische Fraktion war die einzige Partei, die radikal mit den alten Institutionen gebrochen hatte und konsequent zu den Arbeiter- und Soldatenräten hielt. Lenin hatte bereits im April erklärt, er sei bereit, die auf die Sowjets gestützte Macht zu übernehmen. Sein wichtigster politischer Weggefährte, Leo Trotzki, übernahm am 25. September die Führung des Petrograder Sowjets; am 10. Oktober stimmte das Zentralkomitee der Bolschewiki für den Sturz der Provisorischen Regierung; am 26. Oktober billigte der Zweite Allrussische Sowjetkongress den Umsturz und erließ Dekrete über den Frieden und über Grund und Boden.8

Danach standen die Bolschewiki vor schwierigen Entscheidungen. Sollten sie in einem zerfallenden Staat die dezentralisierte Selbstverwaltung der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte beibehalten, auf die Gefahr hin, das Land zu ruinieren? Was sollte aus der im November gewählten verfassungsgebenden Versammlung werden, in der die alten diskreditierten Parteien die Mehrheit hatten? Wie sollte man den versprochenen Frieden mit den Weltkriegsverbündeten schließen, deren wichtigster, das Frankreich Clemenceaus und Pétains, die Sowjets mindestens genauso verabscheute wie das deutsche Kaiserreich?

Rosa Luxemburg, die damals als politische Gefangene in Breslau inhaftiert war, stellte trotz ihrer Kritik an den Bolschewiki fest: „Ihr Oktoberaufstand war nicht nur eine tatsächliche Rettung für die russische Revolution, sondern auch eine Ehrenrettung des inter­na­tio­na­len Sozialismus.“9

Der Funke des Widerstands sprang von Russland auf ganz Europa über. Im Frühjahr streikten in Deutschland die Metallarbeiter und in Frankreich die Näherinnen, im Sommer wurden die Meutereien in der französischen Armee niedergeschlagen. Im Juni berichtete der Präfekt von Isère, die Arbeiter würden „unter dem Einfluss der russischen Revolution schon von Arbeiter- und Soldatenräten und sozia­ler Revolution träumen“.10

In den darauffolgenden 25 Jahren wurde die Russische Revolution zum Katalysator jenes „europäischen Bürgerkriegs“11 , der den Weg Europas zwischen Kommunismus und Faschismus bestimmen sollte. Aber ebenso den Weg des Sowjetregimes, das sich von der Diktatur des Proletariats zur Diktatur über das Proletariat entwickelte.

1 „Der Russe redet. Aufzeichnungen nach dem Stenogramm der Krankenschwester Sofja Fedortschenko“. Deutsch von Alexander Eliasberg, München (Drei Masken Verlag) 1923, S. 25. Fedortschenko hat die meisten Gespräche unter den verwundeten und häufig schwer traumatisierten Soldaten heimlich mitstenografiert. Sie erzählen sich von ihren Verletzungen, Sehnsüchten und Albträumen, aber auch von Misshandlungen durch Vorgesetzte und eigene Gräueltaten („Gegen die Juden lässt man uns wie Hunde los“).

2 Siehe Serge de Chessin, „Au pays de la démence rouge. La révolution russe (1917–1918)“, Paris (Plon-Nourrit) 1919. Schereschewski wanderte 1917 nach Stockholm aus und schrieb unter seinem neuen Namen Serge de Chessin unter anderem für die Revue des deux Mondes.

3 Wenn nicht anders ausgewiesen, stammen alle Zitate aus den Staatsarchiven in Charkow (DAKhO) und Kiew (TsDAGO).

4 Zitiert in Mark D. Steinberg (Hg.), „Voices of Revolution, 1917“, New Haven und London (Yale University Press) 2001.

5 Iwan Bunin, „Verfluchte Tage“, Zürich (Dörlemann) 2005.

6 Tagebuch von Jelena Lakier, zitiert in: „Preterpevchi do kontsa spasen budet“. „Jenskie ispovedalnye teksty o revolutsii i grajdanskoï voïne v Rossii“ („Wer bis zum Ende durchhält, wird gerettet. Berichte von Frauen über die Revolution und den Bürgerkrieg in Russland“), Verlag der Europäischen Universität Sankt Petersburg, 2013.

7 Alexander Blok, „Die Intellektuellen und die Revolution“, übersetzt von Sophie Liebknecht, in: „Der Untergang der Humanität“, Berlin (Malik-Verlag) 1922.

8 „Lenins Dekret zur Bildung einer rein bolschewistischen Regierung wurde mit großer Mehrheit angenommen.“ Alexander Rabinowitch, „Die Sowjetmacht. Das erste Jahr“, Essen (Mehring) 2010.

9 Rosa Luxemburg, „Die russische Revolution“, Frankfurt am Main (Europäische Verlags-Anstalt) 1963, S. 55.

10 Zitiert in Jean-Jacques Becker, „Les Français dans la Grande Guerre“, Paris (Robert Laffont) 1980.

11 Enzo Traverso, „Im Bann der Gewalt. Der europäische Bürgerkrieg 1914–1945“, München (Siedler) 2008.

Aus dem Französischen von Claudia Steinitz

Éric Aunoble ist Historiker an der Universität Genf.

Was wann geschah

Die folgende Chronologie richtet sich nach dem jeweils gültigen Kalender. In Russland galt bis zum 1./14. Februar 1918 der Julianische Kalender. Bei der Umrechnung auf die Zeitrechnung des Gregorianischen Kalenders muss man 13 Tage hinzuzählen.

1917

23.–27. Februar Im Petrograder Arbeiterviertel Wyborg protestieren vor allem Frauen gegen die Rationierungen von Lebensmitteln und Brennmaterial. 150 000 Arbeiter schließen sich an. Es folgt ein Generalstreik. Die staatliche Repression fordert hunderte Todesopfer. Die Demonstrationen und Meutereien gehen weiter. Soldaten und Arbeiter bewaffnen sich und besetzen strategische Positionen.

28. Februar In Petrograd bilden Duma-Abgeordnete ein Provisorisches Komitee. Im Nebensaal gründen sozia­lis­ti­sche Führer ein Sowjetkomitee und rufen zur Wahl von Delegierten in Fabriken und Kasernen auf. Beide Komitees schließen einen Kompromiss: Der Sowjet erkennt die Legitimität einer von den Liberalen (KD) geführten Provisorischen Regierung an, unter der Bedingung, dass diese demokratische und soziale Reformen einleitet.

2. März Zar Nikolaus II. überlässt den Thron seinem Bruder, der ebenfalls abdankt.

März/April Die erste Provisorische Regierung führt das allgemeine Wahlrecht ein; sie beschließt eine Generalamnestie sowie die Abschaffung der Todesstrafe und auf Kaste, Rasse oder Religion basierende Diskriminierungen; sie erkennt das Selbstbestimmungsrecht der Finnen und Polen an. Der Krieg soll fortgesetzt werden. Nach dem Petrograder Vorbild entstehen über 600 Sowjets. Über 150 000 Soldaten desertieren.

4. April Lenin kehrt aus dem Exil zurück, veröffentlicht die Aprilthesen und gibt drei Losungen aus: „Nieder mit dem Krieg!“, „Nieder mit der Provisorischen Regierung!“ und „Alle Macht den Sowjets!“.

20.–21. April Demonstrationen gegen die Provisorische Regierung, die den Entente-Mächten in einer geheimen, von der Presse aufgedeckten Mitteilung zugesagt hatte, dass sie „bis zum endgültigen Sieg kämpfen“ wolle.

5. Mai Sechs ehemalige Sowjetführer treten in die zweite Provisorische Regierung ein. Die Bolschewiki verweigern eine Beteiligung.

18. Juni Die russische Offensive scheitert nach nur einer Woche. Am 2. Juli beginnt eine erfolgreiche Gegenoffensive der Mittelmächte.

3.–20. Juli Bewaffnete Demonstratio­nen, von den Bolschewiki zeitweilig unterstützt, werden niedergeschlagen. Die Regierung Kerenski wirft den Bolschewiki Verrat und Kollaboration mit dem (deutschen) Feind vor und erlässt einen Haftbefehl gegen Lenin, der nach Finnland flieht.

27. August Fabrikräte und Gewerkschaften vereiteln einen Militärputsch. Die Liberalen sind diskreditiert, weil sie den putschenden General Kornilow unterstützt haben.

Ende August Beginn eines großen Bauernaufstands gegen die Großgrundbesitzer.

9. September Die Bolschewiki erreichen in beinahe allen Sowjets der Industriezentren die Mehrheit. Leo Trotzki wird zum Vorsitzenden des Petrograder Sowjets gewählt.

25. Oktober Die Bolschewiki stürmen das Winterpalais und die wichtigsten Machtzentren. Nach dem Rückzug der Menschewiki und Sozialrevolutionäre beruft der Zweite Allrussische Sowjetkongress eine ausschließlich bolschewistische Regierung.

Was weiter geschah

26. Oktober 1917 Die Regierung verkündet die Aufnahme getrennter Friedensverhandlungen mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Der Großgrundbesitz wird abgeschafft.

12. November 1917 Wahlen zur verfassung­gebenden Versammlung; die Sozial­re­volutio­näre bekommen die absolute Mehrheit, die Bolschewiki nur 175 von 703 Sitzen.

14. November 1917 Die enteigneten Industriebetriebe werden Arbeiterräten unterstellt. Einen Monat später werden die Banken verstaatlicht.

15. November 1917 Das Dekret über die Rechte der Völker Russlands erkennt die Gleichberechtigung und Souveränität der Völker an sowie ihr Recht auf Selbstbestimmung, Föderation und Sezession. Polen, Finnen, Balten, Ukrainer, Georgier, Armenier und Aserbaidschaner erklären ihre Unabhängigkeit.

7. Dezember 1917 Das Regime schafft sich eine politische Polizei an, die Tscheka (Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution, Spekulation und Sabotage).

Ende Dezember 1917 Im Süden formiert sich eine konterrevolutionäre Armee.

6. Januar 1918 Die Mehrheit in der verfassunggebenden Versammlung weigert sich, die Regierungsdekrete abzusegnen. Lenin löst die Versammlung auf.

3. März 1918 Friedensvertrag von Brest-Litowsk zwischen Sowjetrussland und Deutschland.

Mai/Juni 1918 Versorgungskommandos beschlagnahmen Weizen. Verstaatlichung industrieller Großunternehmen.

6./7. Juli 1918 Putschversuch Linker Sozialrevolutionäre scheitert.

August 1918 Beginn der Intervention der Entente-Mächte aufseiten der Weißen Armee.

30. August 1918 Mordversuch an Lenin. Beginn des „Roten Terrors“ (Präventivfestnahmen, Hinrichtung von Geiseln). Die Weißen begehen in den von ihnen zurückeroberten Städten zahlreiche Gräueltaten.

21. November 1918 Handelsbeschränkungen und Beschlagnahmungen verschärfen die Versorgungsengpässe.

März 1919 Erste große Säuberung innerhalb der Partei. Ein Drittel der Mitglieder wird ausgeschlossen.

11. November 1920 Die letzten Weißen Truppen auf der Krim fliehen nach Istanbul.

Februar/März 1921 Arbeiter- und Matrosenaufstand in Kronstadt gegen die Diktatur der bolschewistischen Kommissare; gleichzeitig Bauernrevolten.

8. März 1921 Eröffnung des 10. Sowjetkongresses, auf dem mit der ­Neuen Ökonomischen Politik wieder marktwirtschaftliche Prinzipien eingeführt werden.

3. April 1922 Josef Stalin wird Generalsekretär der Kommunistischen Partei.

16. April 1922 Mit dem Vertrag von Rapallo werden die Beziehungen zwischen Deutschland und Sowjetrussland normalisiert.

Dezember 1922 Der schwerkranke Lenin verfasst Briefe, in denen er vor Spaltung und Bürokratisierung warnt. Er geht auf Distanz zu Trotzki, sieht die größere Gefahr aber in Stalin.

30. Dezember 1922 Gründung der ­Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR).

21. Januar 1924 Lenin stirbt.

Le Monde diplomatique vom 12.10.2017, Éric Aunoble