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Die große Mauer von Tadschikistan

Die Regierung in Duschanbe will den höchsten Staudamm der Welt bauen

von Régis Genté

Verschneite Gipfel, so weit das Auge reicht. Die höchsten sind 7000 Meter hoch und scheinen bis zu den Sternen zu reichen. Reist man mit dem Flugzeug von der kasachischen Ebene aus nach Tadschikistan, fliegt man auf eine Wand aus Bergketten zu: vorn das Tienschangebirge, dahinter die Alaikette, überragt vom majestätischen Pamir. Im Sommer spiegeln sich die Wolken in den türkisfarbenen Gebirgsseen; in den Tälern sind nur wenige Dörfer auszumachen, Lehmhäuser bedrängt von den Eismassen der Gletscher, die manchmal viele Kilometer lang sind. Wir sind in Tadschikistan: dem Land im Zentrum des eurasischen Kontinents mit einer mittleren Höhe von 3000 Metern über dem Meeresspiegel.

Nach einem zerklüfteten, mit weißen Bergspitzen verzierten Bergrelief überfliegen wir eine grün und beige getönte Hochebene, dann setzt die Maschine zur Landung in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe an. Der Name bedeutet „Montag“, weil dies hier früher der wöchentliche Markttag war. Schon von oben lässt der Anblick der Wellasbest-Dächer und der rostfarbenen Fabriken erkennen, dass wir in einer der ärmsten ehemaligen Sowjetrepubliken landen: Das tadschikische Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf beträgt 926 Dollar (Russland: 9100, Frankreich: 36 200, Deutschland 41 300) und ist in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel geschrumpft.1

Bereits am Flughafen verkündet der Staat seine kühnen Ziele: Auf einer großen Tafel prangt auf Tadschikisch (eine persische Sprache mit kyrillischer Schrift), Englisch und Russisch der Satz: „Die Gletscher Tadschikistans sind die Hauptwasserquelle der Flüsse Zentralasiens.“ Das Land besitzt 69 Prozent der Wasserreserven des Aralseebeckens, aber derzeit nutzt es nicht einmal 5 Prozent seines Potenzials an Wasserkraft, das auf 527 Milliarden Kilowattstunden geschätzt wird.

Das Ende des Aralsees

Hinter diesem Slogan verbirgt sich ein Projekt, dem der tadschikische Präsident Emomalii Rachmon seine besondere Aufmerksamkeit widmet: Der Rogun-Damm am Fluss Wachsch soll einen riesigen künstlichen See aufstauen. Der Wachsch vereinigt sich nahe der Grenze zu Afghanistan mit dem Padsch zum Amudarja,2 der durch eine Wüstenregion in Richtung Nordwesten fließt und in dem vom Austrocknen bedrohten Aralsees endet.

Die Talsperre ist nicht nur ein technisches Mammutprojekt. Für das tadschikische Staatsoberhaupt ist sie geradezu eine „nationale Angelegenheit“ (siehe Artikel links oben). Ursprünglich sollte der Staudamm 335 Meter hoch werden, und das damit verbundene Kraftwerk sollte 3600 Megawatt Strom erzeugen (was etwa der Leistung des französischen Bugey-Atomkraftwerks mit seinen vier Reaktoren entspricht).

Erste Pläne für den Staudamm gab es bereits 1959, aber die Bauarbeiten begannen erst 1982. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 und erheblichen Zerstörungen durch die Hochwasserflut von 1993 wurden die Arbeiten eingestellt, obwohl die Talsperre bereits zu zwei Dritteln fertig war.

Der Rogun-Damm ist nicht nur seiner pharaonischen Dimensionen wegen ein schwieriges Projekt, er missfällt auch Tadschikistans mächtigem Nachbarn Usbekistan. Das zweitgrößte Baumwollexportland der Welt hat etwas gegen den Plan, eine der wichtigsten Wasserläufe Zentralasiens aufzustauen. Doch das könnte sich ändern, nachdem Anfang September 2016 der Tod des usbekischen Staatspräsidenten Islam Karimow bestätigt wurde, der sein Land fast 25 Jahre lang autokratisch regiert hatte und ein vehementer Gegner des Staudamms war.

Die Wasserkraftanlage soll in dem ärmlichen Distrikt Faizabad entstehen, etwa 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Duschanbe. Die spärliche Landwirtschaft der Region steht in Kontrast zu den Plakaten längs der Straße, die Präsident Rachmon inmitten üppiger Obstgarten zeigen. Die meisten Fabriken sind stillgelegt. Ein paar kleine Unternehmen nutzen die leeren Gebäude als Baustofflager oder Werkstätten.

Der Bausektor zeigt als Einziger eine gewisse Dynamik. Man fährt durch ganze Stadtteile mit halbfertigen Häusern, bei denen Dachgauben und Loggias mit Plastikfolie verschlossen sind. Sie gehören in der Regel im Ausland lebenden Familien, die ihre Fertigstellung nur etappenweise finanzieren können (die bescheidenen Häuser, von den Nachbarn „Cottages“ genannt, kosten im Durchschnitt 25 000 Euro).

In einem Innenhof am Rande der Distrikthauptstadt Faizabad fertigt eine Gruppe von Männern Blechverkleidungen für die Dächer. Mithilfe einer Maschine schneiden sie das Material zurecht, das in Form roter und grüner Stahlrollen aus China kommt. Chef der Gruppe ist der etwa 40-jährige Jam­shed. Er erläutert, warum sie hier nur sechs Monate im Jahr arbeiten: „Das andere halbe Jahr haben wir nur fünf bis sechs Stunden Strom, manchmal auch weniger; dann arbeiten meine Angestellten und ich in Russland.“

Wie Jamshed überweisen die rund eine Million Tadschiken, die man in Russland mit dem deutschen Wort „Gastarbeiter“ bezeichnet, jeden Monat eine paar hundert Euro an ihre im Kishkag (Dorf) zurückgebliebenen Fami­lien. Diese aus Russland transferierten Gelder machten Ende der 2000er Jahre etwa die Hälfte des tadschikischen BIPs aus. Das ist Weltrekord.

Usbekischer Widerstand

Doch Jamshed hat Sorgen. Seit 2013 hat die Russische Föderation die Aufenthaltsbedingungen für ausländische Arbeiter verschärft: durch neue Regeln für die Erteilung einer Arbeitserlaubnis, kostenpflichtige obligatorische Sprach-, Rechtskunde- und Geschichtstests und anderes mehr. 2016 sollen die Überweisungen in die Heimat gegenüber 2013 um 75 Prozent eingebrochen sein. Seither ging nach den russischen Statistiken auch die Zahl der tadschikischen Saisonarbeiter um 15 Prozent zurück. Deshalb setzen jetzt alle ihre Hoffnungen erneut auf das Rogun-Projekt. Vorweg Jamshed, der den Staudamm „fantastisch für unser Land“ findet.

Die Beherrschung des Wassers bedeutete für Tadschikistan den Eintritt in die Moderne. Als die vormalige Randregion des Zarenreichs 1929 zur Sowjetrepublik wurde, war das erklärte Ziel, die Subsistenzwirtschaft der Gebirgsregionen zu überwinden und eine Schwerindustrie aufzubauen. In den 1960er Jahren beschlossen die sowjetischen Planer den Bau dreier gigantischer Staudämme: Rogun, Nurek und Sangtuda.

Der Nurek-Damm wurde 1972, die beiden Sangtuda-Talsperren 2008 fertig gestellt. Der erste liegt 60 Kilometer flussabwärts des Rogun-Damms, seine Staumauer ist mit 300 Metern (bei einer Kapazität von 3000 Megawatt) die zweithöchste der Welt. Das Kraftwerk entstand zur gleichen Zeit wie die Aluminiumfabrik in Tursunsoda. Beide Projekte, die das Rückgrat des modernen Tadschikistan bilden sollten, beflügelten bei der begeisterungsfähigen jungen Generation den Traum, das „Land der Sowjets“ aufzubauen.

Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Das Unternehmen Talco verbraucht für die Aluminiumherstellung 40 Prozent des landesweit verfügbaren Stroms. Der muss deshalb – trotz der zwei imposanten Wasserkraftwerke – regelmäßig rationiert werden, was zum Teil die ökonomische Schwäche des Landes erklärt. Die Energieknappheit begünstigt wiederum die Korruption im Land, unter der vor allem kleine Unternehmen leiden. Denn die Bürokraten des Energiesektors und die lokalen Behörden können bei der Zuteilung der Stromkontingente mitreden und lassen sich ihre Unterschriften teuer bezahlen.

Auch deshalb hoffen die 8,2 Millionen Tadschiken, dass der Rogun-Damm endlich fertig wird, damit Knappheit und Elend ein Ende haben. Doch ihre Hoffnungen wurden bislang enttäuscht. Die Fertigstellung der Talsperre wird durch den Widerstand Usbekistans immer wieder hinausgezögert. Die Aussicht, dass der „kleine Bruder“ Tadschikistan die Wasserzufuhr aus dem Alaigebirge und dem Pamir kontrollieren kann, macht die Regierung in Taschkent nervös.

Ursprünglich sollten die drei Staudämme die bewässerbare Fläche des Amudarjabeckens auf dem Gebiet der Unionsrepubliken Usbekistan und Turkmenistan vergrößern und zugleich die Industrialisierung Tadschikistans voranbringen. Mit einer genauen Kalkulation der Wasserzufuhr wollte man sowohl die regionale Stromversorgung als auch die Bewässerung der Ackerflächen sicherstellen. Zentralasien und vor allem Usbekistan waren im Rahmen der sowjetischen Planwirtschaft seit den 1930er Jahren auf den Baumwollanbau spezialisiert. In der alten UdSSR konnte Tadschikistan seinen Heizbedarf mit anderen Energieträgern abdecken, unter anderem mit usbekischem Gas.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion war es jedoch vorbei mit der Solidarität zwischen den fünf in die Unabhängigkeit entlassenen Republiken Zentral­asiens. 2009 zogen sich Kasachstan und Usbekistan vollständig aus dem gemeinsamen Stromnetz zurück. „Zur Zeit der sowjetischen Hegemonie kam die Erhöhung der Wasserspeicherkapazität am Oberlauf des Flusses einem übergeordneten Integrationsprojekt zugute“, erklärt der Wasserwirtschaftsexperte Kai Wegerich.3 Heute dagegen werde die Wiederaufnahme von Projekten wie Rogun von den flussabwärts gelegenen Ländern als Bedrohung empfunden.

Knackpunkt bei den Verhandlungen ist das aufgestaute Wasservolumen. Je höher der Damm gebaut wird, desto länger dauert es, den Stausee zu füllen: zwischen sieben und maximal zwölf Jahren. Bei der maximalen Höhe von 335 Metern könnte Tadschikistan die Wassermenge der Flüsse umso stärker kontrollieren. Konkret befürchtet die Regierung in Taschkent, das Nachbarland könnte die Schleusen des Rogun-Damms nur im Winter öffnen.

Im Februar 2013 warf die usbekische Wirtschaftsministerin Galina Saidova der tadschikischen Seite vor, sie verletze die einzige regionale Abmachung zum Thema Wassernutzung – die Erklärung von Nukus aus dem Jahr 1995, die allen zentralasiatischen Ländern eine bestimmte Wasserquote zusichert. Unter Verweis auf dieses Dokument zählte die Ministerin mehrere problematische Punkte auf: Der Staudamm liege in einer Zone, in der es häufig zu Erdbeben komme; das Projekt werde sich auf den Wasserstand der Flüsse auswirken; es bestehe die Gefahr, dass ihr Land nach Inbetriebnahme des Kraftwerks nicht mehr genügend Wasser abbekommt.

Volksaktien für den Rogun-Damm

Die usbekische Regierung hat also durchaus legitime Gründe, den Abschluss des Bauvorhabens infrage zu stellen. Aber ihr Widerstand stützt sich auch auf fragwürdige Argumente. Kai Wegerich weist darauf hin, dass Usbekistan – wie auch Turkmenistan – derzeit eine „Strategie der Ressourcenausbeutung“ betreibt: „Sie erhöhen ihren Wasserbedarf ohne Rücksicht auf die re­gio­nalen Abkommen.“ Dabei belegt das Austrocknen des Aralsees in der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts schon seit Langem das Scheitern eines Wasserbewirtschaftungsmodells, das auf einer intensiven Baumwollmonokultur beruht.

Der tadschikische Politologe Parwiz Mullodjonow glaubt, dass eine Zusammenarbeit dennoch möglich ist: „Man könnte die Regulierung der Wassermengen gemeinsam organisieren, die Investitonen gemeinsam tätigen und die Gewinne aufteilen. Alle würden von einer Kooperation profitieren.“

Doch bislang torpedieren die Usbeken das Rogun-Projekt. Zum Beispiel haben sie regelmäßig Züge mit Baumaterial für die Talsperre aufgehalten und Gaslieferungen gestoppt. Im Gegenzug hat Duschanbe mehrfach angedroht, den Bau wieder voranzutreiben, musste dann aber mangels internationaler Unterstützung wieder zurückrudern. Zum Beispiel im Jahr 2008, als der Westen Präsident Emomali Rachmon unter Druck setzte, weil man verstärkte Spannungen oder gar einen „Wasserkrieg“ zwischen den beiden wichtigsten Partnern der Isaf, der internationalen ­Afghanistan-Einsatztruppe, befürchtete.4

Auf der Suche nach Investoren wandte sich der tadschikische Präsident zunächst an Moskau. Doch Russland zog sich wieder aus dem Projekt zurück (siehe Artikel unten). Rachmon musste also eine andere Lösung finden. In seiner Ansprache zum Jahresende 2010 forderte er die eigene Bevölkerung zum Kauf von Staudamm­aktien auf: „Rogun ist eine Bürgerpflicht für alle engagierten und loyalen Menschen.“ Mit solchen Appellen wollte er 1,4 Milliarden Dollar sammeln; am Ende kauften die Bürger nur Aktien im Wert von 184 Millionen. Nicht immer freiwillig, berichtet Jamshed: „Wir wollten diese Aktien nicht wirklich kaufen, weil wir ohnehin nicht viel Geld haben. Aber die lokalen Regierungsvertreter machten Druck; sie wollten Rachmon zeigen, dass sie gute Patrioten sind.“

Die Obrigkeit kümmerte sich nicht nur um die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Bürger, sie studierte auch aufmerksam die Berichte der Weltbank, die diverse Machbarkeitsstudien, Risikobewertungen wie auch Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfungen für das Vorhaben finanziert hat. Diese Leistungen der Weltbank sind für Duschanbe eine unerlässlich Voraussetzung, um internationale Investoren für den Staudamm gewinnen zu können.

In der Vergangenheit hatte das Washingtoner Institut den Baueifer der Tadschiken immer wieder mit allen möglichen Einwänden gebremst, ohne sich offen gegen das „nationale Projekt“ zu stellen. Deshalb war es für die tadschikische Regierung eine positive Überraschung, als die normalerweise so reservierte Weltbank im September 2014 zu folgender Einschätzung kam: Vorbehaltlich gewisser Anpassungs- und empfohlener Überwachungsmaßnahmen „kann nach internationalen Sicherheitsstandards jede der vorgeschlagenen Varianten des Rogun-Staudamms gebaut und in Betrieb genommen werden.“5 Dagegen sahen die Usbeken in dieser Aussage eine Bestätigung dafür, dass die Weltbank „vorgefasste Ansichten“ über das Projekt habe.

Bislang hält sich das Interesse internationaler Investoren allerdings in Grenzen. Die wollen offenbar nicht riskieren, dass die Präsidentenfamilie sich noch stärker an den Entwicklungsprojekten des Landes bereichert. „Schon jetzt sacken die den Großteil der Gewinne von Talco ein“, erzählt der führende Mitarbeiter eines in Duschanbe ansässigen internationalen Finanzinstituts und beruft sich auf internationale Untersuchungen über die geschäftlichen Aktivitäten des Rachmon-Clans: Talco habe, „um die hohen Dividenden abzusichern“, mithilfe diverser Tricks ihre Rechnungen für den nationalen Stromanbieter Borki Tadjik nicht vollständig beglichen.

Die große Frage ist, ob sich nach dem Tod des usbekischen Präsidenten, der sehr schlechte Beziehungen zu seinem tadschikischen Amtskollegen unterhielt, das Verhältnis zwischen den beiden Ländern entscheidend ändern wird. Nachdem der neue usbekische Präsident Shavkat Mirziyoyev am 4. Dezember in sein Amt gewählt wurde, erklärte die tadschikische Führung umgehend ihre Bereitschaft zu einem Neubeginn. Bereits Anfang November 2016 hatte sich Rachmon auf der Baustelle der Talsperre ans Steuer einer Planierraupe gesetzt. Es war die symbolische Wiederaufnahme der Arbeiten, die mit der Ableitung des Wachsch-Flusses beginnen.

Einige Monate zuvor hatte der Präsident bereits den Abschluss eines Vertrags mit der italienischen Baufirma Salini Impregilo über 3,9 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Eine erste Tranche in Höhe von 1,95 Milliarden Dollar hat Duschanbe schon aus der Staatskasse überwiesen. Der zu erwartende Protest aus Taschkent blieb aus. Viele Beobachter deuten dies als Zeichen, dass Tadschikistan und Usbekistan womöglich endlich einen gemeinsamen Nenner gefunden haben.

1 BIP pro Kopf in US-Dollar zu laufenden Wechselkursen für 2015, Daten der Weltbank: data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.PCAP.CD.

2 In der Antike hatte der Fluss den Namen Oxus, bekannt durch die Feldzüge Alexanders des Großen.

3 Kai Wegerich, „Hydro-hegemony in the Amu Darya Basin“, Water Policy, Bd. 10, Nr. 2, London 2008. Siehe auch den detaillierten Report: „The Rogun Dam: Regional Conflict and Opportunity“, Central Eurasia Standard, Mai 2013.

4 Die Isaf (International Security Assistance Force) für Afghanistan operierte von 2001 bis 2014 unter Führung der Nato.

5 Techno-Economic Assessment Study for hydroelectric construction project, Weltbank, Washington, D. C., 1. September 2014.

Aus dem Französischen von Richard Siegert

Régis Genté ist Journalist.

Le Monde diplomatique vom 09.02.2017, Régis Genté