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Wo Öko draufsteht

von Anne Vigna

Im Norden der Mayabiosphäre in Guatemala, des größten lateinamerikanischen Naturschutzgebiets, liegt vom Regenwald überwuchert die archäologische Ausgrabungsstätte El Mirador. Archäologen begannen vor erst drei Jahrzehnten mit der wissenschaftlichen Erfassung der 26 Mayastädte, die aus vorklassischer Zeit stammen und 1 000 bis 1 800 Jahre älter sind als die anderen großen Mayastätten Palenque, Copán und Tikal. Fachleuten gilt der Mirador als die Wiege der Mayakultur; dort befinden sich die höchsten Pyramiden, die je in Mittelamerika gebaut wurden. Der US-amerikanische Archäologe Richard Hansen sieht in diesem Kulturerbe eine neue Goldgrube: „Wir haben es hier mit einer einzigartigen Verbindung von tropischem Regenwald und archäologischer Grabungsstätte von unschätzbarem Wert zu tun, für den guatemaltekischen Tourismus ein Potenzial sondergleichen.“

Hansen schlägt deshalb den Bau eines touristischen Komplexes vor, der genügend Einnahmen abwirft, um die archäologische Stätte zu restaurieren, ihre Ausplünderung zu beenden und die Naturressourcen zu bewahren. So entstand unter dem Label „Ökotourismus“ das Projekt El Mirador. Unterstützt wird es nicht nur vom guatemaltekischen Staatspräsidenten Berger, sondern auch von zahlreichen Institutionen, die nach eigenem Bekunden nur eines im Sinn haben, nämlich den Erhalt des Naturschutzgebiets.1 Rund 120 000 Touristen pro Jahr sollen das Schutzgebiet, das derzeit nur in mehrtägigen Fußmärschen zu erreichen ist, besuchen. Noch bevor die ökologischen Folgen auch nur im Ansatz untersucht waren, wertete die Presse El Mirador als positiv für die Wirtschaft des Landes und den Erhalt des ganzen Planeten. Übergangen wurde dabei die Wasserfrage. Bei Mirador gibt es nämlich kein Wasser. Für die Archäologen wird es mit dem Hubschrauber eingeflogen, aber für die Touristen?

Dennoch sieht Archäologe Hansen Handlungsbedarf, will sagen: Enteignungsbedarf. „Der Reichtum des Maya-Biosphärenreservats muss erhalten bleiben. Für die Zerstörungen dort sind Gemeinden verantwortlich.“ Eine besonders skandalöse Behauptung, denn die inkriminierte Dorfgemeinschaft ist Mitglied der Vereinigung forstwirtschaftlicher Gemeinden des Petén (Acofop). Auf dem Umweltgipfel von Johannesburg 1992 wurde sie dafür ausgezeichnet, dass sie 500 000 Hektar Naturschutzgebiet gemäß FSC-Anforderungen2 nachhaltig bewirtschaftet. „In keinem Fall ist die Acofop für die Entwaldung in der Mayabiosphäre verantwortlich“, empört sich Lleana Valenzuela von der Aktions- und Vorschlagsgruppe in Petén. Señor Hansen weiß sehr genau, dass der Wald durch die Erdölförderung, die private Forstwirtschaft und die Straßen des Drogenhandels zerstört wird. Der Tourismus wird das Verkehrsaufkommen und die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich steigern, auch und gerade in der Zone des Naturschutzgebiets, die durch die Arbeit der Acofop noch weitgehend intakt ist.“

Da die anfänglichen Pläne auf Kritik stießen, musste die Projektgruppe El Mirador ihren ursprünglichen Entwurf „grün“ überarbeiten. Anstelle von Straßen und einem Flugplatz ist nun nur noch von einer Eisenbahnlinie und einem Hubschrauberlandeplatz die Rede. Dennoch lässt sich nicht ausschließen, dass eines Tages Touristenbusse und Forstlastwagen durch die Gegend rollen, sollten die „Touristikstraßen“ gebaut werden, die die Organisation Mundo Maya als Teil des „Plan Puebla Panama“3 realisieren will. Mundo Maya, ein Verband, in dem die Interamerikanische Entwicklungsbank (IADB) und die Tourismusministerien von Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador und Belize vertreten sind, will einen „grünen“ Tourismus entwickeln, der der örtlichen Bevölkerung zugute kommt – zumindest wird das behauptet.

Faktisch zielt Mundo Maya jedoch auf „bessere touristische Verbindungswege zwischen den archäologischen Mayastätten und die Schaffung touristischer Infrastruktur“4 . Mit anderen Worten, es geht um den Bau von Straßen zwischen den Mayastätten Palenque und Tulum in Mexiko, Tikal in Guatemala und Copán in Honduras, Straßen, die auch durch das intakte Maya-Biosphärenreservat führen sollen, in unmittelbarer Nähe des Mirador.5 Offiziell hat sich die Region verpflichtet, „einen kultur- und umweltverträglichen Tourismus als Beitrag zur Bekämpfung der Armut“6 zu entwickeln. In Wirklichkeit drohen in kürzester Zeit gegenteilige Folgen.

In Mexiko werden die Küsten derzeit mit 142 Projekten zubetoniert – weitere 118 befinden sich in Planung –, um das „Strandangebot“ zu vergrößern. Mit Ausnahme Costa Ricas, das auf den Erhalt der Natur Wert legt, hat Mittelamerika verstanden, dass sich Natur vor allem gut verkaufen lässt. Die unter dem Label „Ökotourismus“ laufenden Projekte sehen zwar vielfach Aktivitäten in der Natur vor, machen aber weder Umweltschutzmaßnahmen noch eine Mitwirkung der örtlichen Bevölkerung an Planung und Durchführung zur Voraussetzung.

Der mexikanische Staatspräsident Vicente Fox optierte bereits kurz nach seinem Amtsantritt 2001 für eine verheerende Initiative des „Nationalen Fonds für die Förderung touristischer Projekte“ (Fonatur). Die vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Baja California gelegene einzigartige Unterwasserwelt, in der sich Grauwal und Walhai fortpflanzen, soll fortan Gewinn abwerfen.7 In der auf Bootslärm und Chemikalien sehr empfindlich reagierenden Inselwelt will das Projekt Mar de Cortés 24 Jachthäfen bauen. Bis 2014 wird mit 5 Millionen Touristen gerechnet.

Die Privatinvestoren haben hier freie Hand. Das Projekt Paraíso del Mar (Meeresparadies) wurde beispielsweise ohne amtliche Genehmigung und ohne ökologische Folgenabschätzung begonnen. Auf einer Fläche von 500 Hektar sollen dort 1 500 Villen, 2 000 Hotelzimmer, zwei Golfplätze, ein Einkaufszentrum, ein Erholungspark und zwei private Krankenhäuser entstehen – geschätzte Gesamtinvestitionen: 900 Millionen Dollar.

Da Investoren dort ohne Genehmigung Straßen bauen und Mangrovenwälder abholzen, obwohl Mexiko seit 1978 für den Schutz der Inselwelt im Golf von Kalifornien verantwortlich ist, hat die Unesco das Gebiet vor kurzem in die Liste der Biosphärenreservate aufgenommen. An der Zeremonie der Unesco am 23. August 2005 nahmen weder der Gouverneur des Bundesstaats, Narciso Agúndez, noch der Bürgermeister von La Paz, Victor Castro Cosio, teil. Kein Wunder, schließlich weihten sie die Baustelle Paraíso del Mar ein. Unesco-Experte Gonzalo Halffter bedauert: „Die Unesco kann dem Tourismus nicht die geringsten Vorschriften machen, ihr fehlt dazu die Befugnis.“ Dafür zog ein Zusammenschluss besorgter Bürger, die Ciudadanos Preoccupados AC, gegen die privaten Bauprojekte vor Gericht, weil die „Umweltverträglichkeitsprüfung die Wale und Mangroven ignoriert hat“. Nach Auffassung des Netzwerks „bleibt der soziale Kontext unberücksichtigt, und die lokale Entwicklung hat keinerlei Priorität“.

Auch Honduras praktiziert diese Art von Ökotourismus in der Nähe der Stadt Tela auf einem der schönsten Küstenstreifen der Karibik, am Eingang zum Nationalpark „Jeanette Kawas“, seit 1880 Siedlungsgebiet der afrokreolischen Garifunas. An der Küste hat Honduras bereits seine Inseln – auf den Tauchstationen um Roatán trifft man fast nur US-Bürger und bezahlt mit US-Dollar – und seine fruchtbaren Böden preisgegeben. Der US-Konzern United Fruit, seit 1990 Chiquita Brands Company, lässt dort Ananas anbauen.

Was blieb, war dieser mit Kokospalmen gesäumte Küstenstreifen. Unter Berufung aufs „Gemeinwohl“ enteignete die Tourismusbehörde von Honduras entschädigungslos 300 Hektar Land, die bisher den Garifunas gehört hatten, und verkaufte die Beute 2004 für 19 Millionen Dollar an eine Firma, die auf dem Küstenstreifen das Micos Beach & Golf Resort errichten will. Die Bezeichnung hat bei mehr als einem Garifuna für Empörung gesorgt: „In unserer Sprache bedeutet micos Affe, und Affen gibt es hier nicht. Die einzigen Affen auf dem Strand sind wir, die Garifunas“, schäumt Alex Podilla, der junge Vorsitzende der Vereinigung „Pélican Café“, die sich um die Förderung der Garifuna-Kultur bemüht. Hier soll ein 25 Hektar großer Golfplatz, 2 000 Hotelzimmer, 170 Villen, ein Tagungszentrum und ein Jachthafen entstehen. Als Hauptattraktion gilt der Nationalpark, faszinierend seien aber auch „die Tänze und die Musik der Garifuna“.

Bei allen drei Projekten – El Mirador, Mar de Cortés und Micos Beach – findet derselbe Ausverkauf der Natur statt wie vor 40 Jahren in der herrlichen Bucht von Acapulco. Die Methoden haben sich seither kaum geändert: Beamtenbestechung, Falschinformationen, lächerlich niedrige oder keine Entschädigung für das enteignete Land, beharrliche Leugnung der negativen ökologischen und sozialen Folgen. Die verantwortlichen Landentwickler und Investoren werden im Volksmund auch als „Touristikkojoten“ bezeichnet.

Privatisierung von Walen und Wasserfällen

Von den Maximen des „Globalen Ethikkodex für den Tourismus“, den die Welttourismusorganisation verabschiedete, und der Québecer Erklärung zum Ökotourismus ist hier nicht mehr viel zu spüren.8 Das Etikett Ökotourismus führt unter dem Deckmantel des (tatsächlichen oder vorgespiegelten) Naturschutzes zu einer noch schnelleren Privatisierung der Naturressourcen. Alle Betreiber verlangen private Eigentumsgarantien an Grund und Boden. Mitunter geht Bundesbesitz an Stränden, Flussufern und Wäldern illegal in Privatbesitz über.

Der Anblick der letzten Wale, der letzten Exemplare des guatemaltekischen Nationalbaums Ceiba und der Lagune der Garifunas wird für die Wohlhabendsten reserviert bleiben, die für den Aufenthalt in intakter Natur teuer zu bezahlen bereit sind. El Mirador rechnet mit den kulturell interessierten Touristen aus Europa, während Mar de Cortés und Micos Beach für Urlauber aus den USA entworfen sind.

Dennoch scheint diese Branche für die internationalen Entwicklungsagenturen als Allheilmittel zu gelten. In Mittelamerika und Mexiko haben verschiedene UN-Behörden9 , Internationale Entwicklungsbank, Weltbank, US-Agentur für Internationale Entwicklung (USAID) und Europäische Union zahlreiche Projekte für die Gemeinden vor Ort10 in der Schublade. Gerechtfertigt wird diese Politik damit, dass sie Wirtschaftsaktivitäten und Ausbildungsplätze vor Ort schaffe und die Bevölkerung über den Reichtum ihres Natur- und Kulturerbes aufkläre. So lasse sich die wirtschaftliche Nutzung und Ressourcenerhalt aufs Vortrefflichste miteinander verbinden.

Die NGO „Conservation International“ und die Internationale Entwicklungsbank, haben in der Vergangenheit hingegen kleine Touristikprojekte finanziert, die zu 100 Prozent in der Hand der Gemeinden lagen und der Bevölkerung die Möglichkeit eröffneten, mit den Einkünften aus dem Tourismus wirkliche Umweltschutzmaßnahmen zu finanzieren.

Das UNO-Entwicklungsprogramm (UNDP) legt großen Wert auf die Mitwirkung der Gemeinden. Für den Staat hingegen ist es durchweg ein Problem, wenn ein organisiertes Gemeinwesen, das weiß, was seine Naturressourcen wert sind, nicht bereit ist, seinen Boden für wenig Geld zu verkaufen oder seine Wasserquelle oder seinen Wasserfall privatisieren zu lassen.

Die Ökotourismusprojekte, die die Provinz- und Bundesregierung in Chiapas vorantreibt, zielen auf einzelne Familien. Die Provinzregierung wird nicht müde, den Ökotourismus als „die Lösung der wirtschaftlichen Probleme in Chiapas“ darzustellen, finanziert aber seit einigen Jahren die schlimmsten derartigen Projekte in ganz Mexiko. Maxime Kiefer, der in diesem Bereich als Berater tätig ist, kommt in einer Untersuchung über Chiapas zu dem Schluss: „Die Einwohner werden in der Vorbereitungsphase nicht konsultiert. Man sagt ihnen, was sie zu tun haben, und stellt ihnen Betonhütten hin, ohne die geringsten Umweltschutzmaßnahmen. Die verantwortlichen Leiter sind für ihre Tätigkeit nicht ausgebildet, es gibt keine gemeinsame Verwaltung, kein lokales Entwicklungsprojekt, nicht einmal Überlegungen zur Abfallbeseitigung.“ Schlimmer noch: Wenn ein Gemeinwesen ein Projekt auf seinem Land ablehnt, greift die Regierung zu Methoden, die für die Zukunft der Region nichts Gutes verheißen. So beklagte der Autonome Rat der Zapatisten-Gemeinde Roberto Barrios bereits mehrfach, dass Staatsbeamte und Privatinvestoren die Bevölkerung durch Einschüchterung dazu bewegen wollen, ein Ökotourismusprojekt nahe der örtlichen Wasserfälle zu akzeptieren. Dabei hat jedes Gemeinwesen natürlich das Recht, Besucher auf seinem Grund und Boden abzulehnen.

Die EU finanziert solche Projekte im Rahmen ihres Prodesis-Programms. Mit ihrer Partnerin in Chiapas – der kaum gesellschaftsfähigen Provinzregierung von Pablo Salazar (PRI) – unterstützt die EU Touristikprojekte, die den ökotouristischen Minimalanforderungen in vieler Hinsicht widersprechen. In der Lakandonen-Gemeinde Lacanjá Chansayab verfolgen die Familien ohne jede Zusammenarbeit jeweils ihr Privatprojekt und tragen ihre traditionelle Kleidung11 , weil die Ausbilder des Tourismusministeriums ihnen versichert haben, dass die Touristen sie so zu sehen wünschen.

Glaubt man den Faltblättern, ist Chiapas ein Reich der Natur und des Friedens. Das Khaki der Soldaten, die die Region seit dem Zapatisten-Aufstand von 1994 nicht wieder verlassen haben, verschwindet hinter dem Grün des Ökotourismus. Im Tourismusbüro in Tuxtla Gutierrez räumt man bereitwillig ein, dass die hiesigen Projekte gegen die Grundprinzipien des Ökotourismus verstoßen, aber die Regierung verwende das Label eben überall, um Werbung zu machen.

Vorrangiges Ziel der Netzwerke, Vereinigungen und Hochschulangehörigen, die sich für einen wirklichen Ökotourismus einsetzen, ist daher zunächst, den Begriff vor missbräuchlicher Verwendung zu schützen. Ein eigenes Label erschien dafür anfangs am besten geeignet.

Das Markenzeichen „nachhaltiger Tourismus“, so die Überlegung, würde nicht nur die Umwelt schützen, sondern darüber hinaus garantieren, dass die Bewohner das Touristikprojekt selbst verwalten und einen Teil der Einkünfte in kommunale Versorgungseinrichtungen investieren.

Einheimische zu Fremdenführern

Allerdings ist eine Zertifizierung ein schwerfälliges, komplexes und kostspieliges Verfahren. Ernest Canada von der spanischen NGO „Acción por un Turismo Responsable“ (ATR) gibt zu bedenken, dass „die bei einem Label anfallenden Zertifizierungskosten kleinere Projekte zwangsläufig ausschließen“. In Mexiko zum Beispiel muss ein Kaffeeerzeuger für das Fair-Trade-Label12 jährlich knapp 2 000 Euro berappen. „Außerdem hat FLO durch die Zertifizierung des Kaffees von multinationalen Konzernen wie Nestlé, McDonald’s und Carrefour einen anderen Weg eingeschlagen. Eine Zertifizierung der ökotouristischen Aktivitäten von Hotelketten, die die Rechte ihrer Mitarbeiter systematisch verletzen, ist für uns sinnlos“, sagt Canada. Um die Fehler zu vermeiden, die bei der Zertifizierung im fairen Handel begangen wurden, müssen die großen Unternehmen von vornherein ausgeschlossen sein.

Ob mit oder ohne Zertifikat – Ökotourismus ist keine Universallösung: Man kann nicht alle in der Nähe einer archäologischen Grabungsstätte oder eines naturbelassenen Waldes lebenden Menschen zu Fremdenführern machen, weil man die soziale Entwicklung und den Naturschutz fördern will. Wie der faire Handel die Krise der Kaffeeerzeugung in der Region nicht beseitigt hat, so wird auch „gepanschter“ Ökotourismus nicht viel gegen die Armut ausrichten.

Fußnoten: 1 Darunter die Universität von Kalifornien, die National Geographic Society, Counterpart International und der Global Heritage Fund. 2 Forest Stewardship Council (FSC) ist eine NGO, zu deren Mitgliedern seit 1993 Waldbesitzer, Holzunternehmen, soziale Gruppen und Umweltschutzorganisationen gehören. Das FSC-Label für nachhaltige Holzwirtschaft beruht auf 10 Grundsätzen und 56 Kriterien, deren Einhaltung von unabhängigen Stellen überprüft wird. 3 Im Rahmen des Plans Puebla-Panamá sollen zwischen Panama und dem mexikanischen Bundesstaat Puebla Straßen, Häfen, Staudämme für Unternehmen (Maquilladoras, Minen usw.) entstehen. 4 Dokumente der Interamerikanischen Entwicklungsbank, Tourismusprojekte, Plan Puebla-Panama, www.iadb.org/ppp. 5 Siehe das Dossier der guatemaltekischen Nichtregierungsorganisation „Trópico verde“ (Qué es el proyecto Mundo Maya?), www.tropicoverde.org. 6 Auf dem Gipfel der iberoamerikanischen und karibischen Staaten 2002 verabschiedeten die 20 anwesenden Touristik- und Umweltminister die „Erklärung von Galapagos“. Auf dem zweiten Gipfel im brasilianischen Rio Amazonas im September 2004 bekräftigten sie ihre Ziele. 7 Nach Angaben der Unesco beherbergt die Inselwelt 891 Fischarten, 695 Arten Meerespflanzen und ein Drittel der weltweit bekannten Walarten. 8 Die Québecer Erklärung wurde im Mai 2002 im Anschluss an das Internationale Jahr des Ökotourismus 2001 verabschiedet. 9 Darunter die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), die UN-Umweltprogramm (Unep) und die Welttourismusorganisation (WTO). 10 Der Großteil der Projekte betreffen bäuerliche oder indigene Gemeinwesen, deren Siedlungsgebiet durch nationale oder internationale Abkommen umweltrechtlich geschützt ist, beispielsweise als UNO-Biosphärenreservat oder im Rahmen des Projekts „Mesoamerikanischer Biologischer Korridor“. 11 Die Lacandonen sind nicht die Ureinwohner des Lacandon-Waldes, auch wenn die Regierung sie als solche „verkauft“. Die Maya-Indios stammen vielmehr von der Halbinsel Yucatan. 12 Die Fair Trade Labelling Organizations International entstand 1997 als Zusammenschluss von weltweit 20 Verbänden des fairen Handels, darunter Max Havelaar. 2004 hatte Flo-Cert 548 Genossenschaften zertifiziert. Siehe www.fairtrade.net. Aus dem Französischen von Bodo Schulze Anne Vigna ist Journalistin und Vorsitzende von EchoWay, das sich für die Förderung eines nachhaltigen Ökotourismus einsetzt.

Le Monde diplomatique vom 07.07.2006,