Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Eline Brontsema, 1988 im niederländischen Delfzijl geboren, hat an der Klassieke Academie voor Beeldende Kunst in Groningen studiert und beschäftigt sich seit dem Studium in ihrem künstlerischen Werk vor allem mit dem Holzschnitt. Sie benutzt dabei die besonders schwierige Eliminationstechnik (sie selbst spricht auch von der „Selbstmordmethode“): Die Werke werden von einer einzigen Platte gedruckt, jede Farbe einzeln hintereinander, was ein besonders sorgfältiges Arbeiten erfordert. Die Auflage durchläuft also eine Vielzahl von Druckvorgängen, nach jeder Farbe müssen die Blätter trocknen, und in der Zeit kann der nächste Teil des Bildes geschnitten werden. Am Ende des Prozesses ist die Druckplatte zerstört. Üblicherweise wird bei dieser Technik nur eine begrenzte Anzahl an Farben verwendet, Brontsema aber setzt viele unterschiedliche Farbschichten ein, was ihren Holzschnitten eine malerische Qualität verleiht. Ihre Sujets findet sie in ihrer unmittelbaren Umgebung. Seit einigen Jahren arbeitet sie außerdem an einer Holzschnittserie über Berliner Schwimmbäder. Noch bis zum 19. September zeigt die Berliner Galerie ­Martin ­Mertens Arbeiten der Künstlerin in einer Gruppenausstellung. Für das Bildmaterial danken wir Eline ­Brontsema. www.­elinebrontsema.com, www.­martinmertens.com

Wilhelm Werthern

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