In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.
Marion Verboom, 1983 geboren, hat an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris studiert. Ihre Werke stellen tradierte Auffassungen von Skulptur und Materialität infrage. Dabei interessiert sie sich besonders dafür, wie die unterschiedlichen Materialien – Beton, Bronze, Gips, Kunstharz, Stahl oder Ton – in einer Skulptur interagieren. Marion Verboom wird deshalb auch als Archäologin der Formen und der Fantasie bezeichnet. Ihre Motive und Formen können genauso von der klassischen Antike wie von präkolumbischer und mittelalterlicher Kunst oder dem Minimalismus inspiriert sein. Es ist eine Kunst des Samplings, die eine ganz eigene Form- und Bildsprache entwickelt.
Aktuell stellt sie noch bis zum 5. Juli im Max Ernst Museum Brühl aus. Ihre dort gezeigten Objekte erinnern an die surrealistischen Assemblagen von Max Ernst und entfalten dabei einen spielerischen Dialog mit seinem Werk. Für das Bildmaterial (Fotos: Nicolas Brasseur), dessen Copyright bei der VG Bild-Kunst in Bonn liegt, danken wir der Künstlerin und der Galerie Wentrup.
www.marionverboom.com, www.wentrupgallery.com
Wilhelm Werthern