Kunst

In jeder Ausgabe präsentiert die deutschsprachige LE MONDE diplomatique eine/n (zumeist zeitgenössische/n) KünstlerIn mit ausgewählten Werken. So erhalten unsere LeserInnen kleine Einblicke in außersprachliche Darstellungen und Verarbeitungen individueller wie gesellschaftlicher Prozesse. Neben einem kurzen einführenden Text gibt es Hinweise auf aktuelle Ausstellungen und Kataloge zum Weitersehen.

Stephen Chambers, 1960 in London geboren, hat an der Saint Martin’s School of Art und der Chelsea School of Art studiert. Er arbeitet als Zeichner, Grafiker und Maler; in dieser Ausgabe konzentrieren wir uns auf seine Malerei. Chambers arbeitet häufig in Serien und setzt sich dabei regelmäßig mit politischen Themen auseinander.
Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine sehr persönliche poetische Bildsprache aus. Das Komische und leicht Skurrile spielt in seiner Kunst eine wichtige Rolle. Die Serie „Throwing a Boot at a President“, inspiriert von dem Schuhwurf eines irakischen Journalisten auf US-Präsident George W. Bush im Jahr 2008, kommentiert er trocken: „Inzwischen gibt es mehrere Präsidenten, die es verdienen, dass ein Schuh nach ihnen geworfen wird.“
Die meist sehr flächigen Bilder mit starken Farben erinnern an Kinderbuchillustrationen, sie wirken verspielt und dabei meist reduziert – Chambers hat einmal gesagt, es gehe ihm darum, die „Dinge so einfach wie möglich zu machen“. Zur Serie „Berlin ­Flowers“, die im ersten Jahr der Coronapandemie entstand, sagt er: „Das Gewöhnliche ist außergewöhnlicher als das Außergewöhnliche.“
Stephen Chambers lebt und arbeitet in London und Berlin. Für das Bildmaterial, dessen Copyright in Deutschland von der VG Bild-Kunst in Bonn verwaltet wird, danken wir dem Künstler. stephenchambers.com
Wilhelm Werthern