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Roma in Zentraleuropa

In anderen zentral- und südosteuropäischen Ländern geht es den Roma nicht viel besser als in Bulgarien:

In Ungarn ist die Hälfte der 600 000 bis 800 000 Roma arbeitslos, während in der Gesamtbevölkerung die Arbeitslosigkeit bei 7 Prozent liegt.

In Tschechien sind mehr als 70 Prozent der Roma arbeitslos, gegenüber nur 10 Prozent im nationalen Durchschnitt. Auch in Serbien ist die Arbeitslosenrate bei den 300 000 Roma dreimal höher als bei den anderen Gruppen. In Rumänien haben 75 Prozent der 2 Millionen Roma im arbeitsfähigen Alter keine feste Beschäftigung.

Die beiden letztgenannten Länder haben konkrete Schritte unternommen, um das Bildungsdefizit der Roma auszugleichen. Rumänien betreibt seit 1993 ein Förderprogramm für Kinder von Roma-Familien, das dazu führte, dass im akademischen Jahr 2005/06 über 4 00 Roma an Universitäten eingeschrieben waren.

Auch in Serbien gibt es gezielte Ausbildungsprogramme für Roma-Schüler, die erste Erfolge zeigen. So hat sich die Zahl der Oberschüler in den letzten Jahren vervielfacht. Serbische NGOs, die sich für die Roma im Lande einsetzen, hoffen auf Unterstützung durch die Europäische Union, die im Hinblick auf einen serbischen Beitritt gegenüber Belgrad ähnliche Bedingungen stellen könnte wie gegenüber Sofia und Bukarest.

Le Monde diplomatique vom 14.03.2008,