17.01.2003

Chronologie

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Chronologie

November 1914 Britische Truppen landen in Mesopotamien.

1920 Großbritannien wird vom Völkerbund das Mandat über Mesopotamien und Palästina zugeteilt, Syrien wird zum französischen Mandatsgebiet.

1923 Im Vertrag von Lausanne gibt die Türkei alle Ansprüche auf arabische Gebiete des Osmanischen Reich auf, über die Zugehörigkeit der ölreichen Mossul-Region soll der Völkerbundsrat entscheiden.

1925 Der Internationale Gerichtshof spricht die Mossul-Region in einem Schiedsverfahren dem irakischen Mandatsgebiet zu. Der Spruch wird von der Türkei nicht anerkannt.

1932 Der Irak wird unabhängig und unterzeichnet einen Bündnisvertrag mit Großbritannien. Der früheren Mandatsmacht wird die Oberhoheit in wichtigen Entscheidungen übertragen; sie behält ihre Militärstützpunkte.

1940 In Verhandlungen mit Nazi-Deutschland über ein Bündnis mit der Türkei erhebt die Regierung in Ankara Anspruch auf die Mossul-Region.

1948 Der Irak nimmt am ersten arabisch-israelischen Krieg in Palästina teil. Großdemonstrationen gegen die Unterzeichnung eines neuen Vertrags mit Großbritannien.

24. Februar 1955 Der Irak und die Türkei ratifizieren den Bagdad-Pakt, ein von den Vereinigten Staaten inspiriertes Bündnis, dem kurz darauf der Iran, Pakistan und Großbritannien beitreten.

14. Juli 1958 Das Militär unter General Abdelkarim Kassem stürzt die Monarchie. Ausrufung der Republik.

8. Februar 1963 Putsch gegen General Kassem. Blutige Kommunistenverfolgung.

7. bis 30. Juli 1968 Machtübernahme der Baath-Partei.

November 1969 Saddam Hussein wird stellvertretender Vorsitzender des Revolutionären Kommandorats (CCR).

März 1970 Die Baath-Partei stimmt der Schaffung einer autonomen Kurdenregion zu. Die Kurden werden als zweites Staatsvolk anerkannt und erhalten die Erlaubnis zum offiziellen Gebrauch ihrer Sprache.

1972 Verstaatlichung der Iraq Petroleum Company.

11. März 1974 Das Autonomiegesetz für Kurdistan tritt in Kraft. Kurdenführer Mustafa al-Barsani beginnt dennoch einen neuen bewaffneten Aufstand.

16. Juli 1979 Saddam Hussein löst Hassan al-Bakr als Staatspräsidenten und Vorsitzenden des CCR ab und wird damit uneingeschränkter Machthaber im Irak.

September 1980 Einmarsch irakischer Truppen in den Iran.

August 1988 Waffenstillstandsabkommen mit dem Iran.

2. August 1990 Irakischer Einmarsch in Kuwait. Beginn der Golfkrise.

17. Januar 1991 Beginn der Operation „Wüstensturm“. Die westliche Golfkriegs-Allianz führt massive Luftangriffe auf Kuwait und den Irak durch.

3. April 1991 Die Resolution 687 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen legt einen endgültigen Waffenstillstand fest. Der Irak wird unter anderem zum Abbau aller Massenvernichtungswaffen verpflichtet.

5. April 1991 Nach Aufständen der Kurden im Norden und der Schiiten im Süden des Iraks verabschiedet der UN-Sicherheitsrat die Resolution 688, in der die Unterdrückung der Zivilbevölkerung verurteilt und zu humanitärer Hilfe aufgerufen wird.

14. April 1995 Die UN-Resolution 986 („Öl für Lebensmittel“) erlaubt dem Irak den Verkauf von Erdölkontingenten unter UN-Aufsicht. Bagdad erkennt die Entschließung erst ein Jahr später an.

3. September 1996 Die irakische Armee wird von der Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) im Kampf gegen die rivalisierende Patriotische Union Kurdistans (PUK) zu Hilfe gerufen und marschiert am 31. August nach Kurdistan ein. Die USA bombardieren daraufhin militärische Ziele im Irak.

23. Februar 1998 UN-Generalsekretär Kofi Annan und der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis unterzeichnen ein Abkommen, das den UN-Inspektoren begrenzten Zugang zu den Präsidentenpalästen erlaubt.

31. Oktober 1998 US-Präsident Clinton setzt den Iraq Liberation Act in Kraft, der 97 Milliarden US-Dollar für irakische Oppositionsgruppen bereit stellt. Der Irak stellt jede Zusammenarbeit mit den UN-Inspektoren (Unscom) ein.

16. Dezember 1998 Nachdem die UN-Inspektoren ausgereist sind, führen die USA und Großbritannien die viertägige „Operation Wüstenfuchs“ durch, in deren Verlauf zahlreiche militärische und infrastrukturelle Objekte bombardiert werden.

19. Februar 1999 Ermordung des Großajatollahs Mohamed Sadek al-Sadr. Unruhen in den Schiitengebieten des Irak.

8. September 2002 Ein Abkommen zwischen Massud Barsani, dem Führer der DPK, und PUK-Chef Dschalal Talabani sieht die Wiedereinberufung des 1992 gewählten kurdischen Parlaments vor.

16. Oktober 2002 Staatspräsident Saddam Hussein wird durch eine Volksabstimmung für weitere 7 Jahre im Amt bestätigt. Nach offiziellen Angaben erhält er 100 Prozent der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 100 Prozent.

14. bis 17. Dezember 2002 In London einigen sich verschiedene Oppositionsfraktionen auf eine föderalistische Zukunft des Irak.

Le Monde diplomatique vom 17.01.2003