09.07.2026

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Am 24. Juni wurde in Jemen der Korrespondent zweier arabischen TV-Sender ermordet. Am Auto von Mohammed Aïda explodierte ein Sprengsatz, den bislang unbekannte Attentäter angebracht hatten. Der Journalist lebte in der Hafenstadt Mukalla in der östlichen Region Hadramaut, von wo aus er für die Sender Al Arabiya und Al Hadath berichtete, die beide zur saudischen Mediengruppe Al Arabiya gehören. Vor dem Anschlag hatte er mehrere anonyme Anrufe und Drohbotschaften erhalten. Der Tatverdacht geht in Richtung der Huthis, die im Westen Jemens herrschen. Aïda war bereits 2015, als er noch in der Hauptstadt Sanaa lebte, von den Huthis entführt und tagelang festgehalten worden. Das Leben von Medienschaffenden ist heute auch in dem Teil Jemens bedroht, der von der international anerkannten Regierung in Aden kontrolliert wird. Am 26. März wurde in der Stadt Ta’izz der Journalist Abdel Samad al-Quadi erschossen, der für das Online-Nachrichtenportal Al-Sahil Al-Gharbi arbeitete. Die Täter konnten auf Motorrädern entkommen.

In Valletta, der Hauptstadt Maltas, begann am 1. Juli ein Prozess, der nach fast neun Jahren endgültig Licht in den Mordfall Daphne Caruana Galizia bringen soll. Die investigative Journalistin war am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet worden. Die Auftragsmörder und die Bombenlieferanten wurden bereits 2022 verurteilt, doch die Frage nach den Hintermännern blieb ungeklärt. Als Auftraggeber verdächtigt wird der Unternehmer Yorgen Fenech, der seine Geschäfte in der Tourismus- und Immobilienbranche macht. Die Journalistin hatte vor ihrer Ermordung über korrupte Praktiken Fe­nechs recherchiert, in die auch führende Politiker Maltas verwickelt waren. Die Ermittlungen gegen den Unternehmer wurden immer wieder unterbrochen und erst seit Februar 2024 wieder energisch vorangetrieben. Nach zahlreichen Einsprüchen des Beschuldigten hat das maltesische Verfassungsgericht am 25. Juni entschieden, dass das Gerichtsverfahren eröffnet werden kann, in dem Fenech der „Komplizenschaft“ bei der Ermordung von Daphne Caruana Galizia angeklagt ist.

In Uganda hat der Oberbefehlshaber der Armee die wichtigste unabhängige Mediengruppe lahmgelegt. General Muhoozi Kainerugaba, ein Sohn von Präsident Yoweri Museveni, ließ in der Nacht zum 27. ­Juni die Zentrale der Nation Media Group (NMG) und die Studios der TV-Sender NTV Uganda und Spark TV durch seine Soldaten abriegeln und die Stromzufuhr kappen. Auch die beiden Radiosender der Gruppe, KFM und Dembe FM, wurden gesperrt. Die Wochenzeitung The East African wurde ebenso verboten wie der Daily Monitor, die auflagenstärkste Tageszeitung Ugandas. Der Schlag gegen die NMG-Medien zielte insbesondere auf den Daily Monitor und NTV Uganda. Denn die hatten den General verärgert, indem sie über die Hintergründe der Verhaftungen von Oppositionsfiguren, Menschenrechtsaktivisten und Rechtsanwälten recherchierten, die Kainerugaba selbst veranlasst haben soll. Ende Juni hat der General, der als möglicher Nachfolger seines Vaters im Amt des Staatspräsidenten gilt, auf X gepostet: „I DO NOT believe in a free press!“

Le Monde diplomatique vom 09.07.2026

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