Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
Unerwünscht in Europa

Die EU erfindet immer neue Regeln, um die angebliche „Migrationsflut“ einzudämmen. Am 1. Juni einigten sich das Parlament und die Mitgliedsstaaten auf die sogenannte Rückführungsverordnung, die das Gemeinsame Asylsystem (GEAS) ergänzt, das vor zwei Jahren in Kraft trat. Wie diese neue Abschiebepolitik aussehen wird, ist aus einem LMd-Text vom August 2025 zu erfahren: In „Keine Zuflucht in Libyen“ beschreiben Wolfram Lacher und Jérôme Tubiana die Zustände in den von der EU subventionierten Lagern in Libyen. Die unterschiedlichen Motive zur Migration und der schwierige Weg nach Europa waren das Thema mehrerer LMd-Reportagen. In „Sie nennen es Zouxian“ vom Januar 2026 schildert Zhaoyin Feng die Erlebnisse einer chinesischen Gruppe auf der „Balkanroute“. Unter dem Titel „Gestrandet in Boulogne“ berichtete Tobias Müller im September 2024 über Menschen, die an der französischen Kanalküste auf eine Chance zur Überfahrt nach England warten. Weitere Texte zum Thema Migration sind im Editionsheft „Die Unerwünschten“ (N° 38) nachzulesen.
Der Sudankrieg
In den vergangenen Wochen sind in Sudan – Schauplatz der weltweit größten Flüchtlingskrise – wieder Dutzende Zivilisten durch Drohnenangriffe ums Leben gekommen; am 6. Juni traf es den zentralen Markt in Abu Zaeima, einer von Paramilitärs kontrollierten Stadt im Bundesstaat Nordkordofan. In dem riesigen ostafrikanischen Land bekämpfen sich seit über drei Jahren die Sudanese Armed Forces (SAF) unter dem Befehl des De-facto-Staatschefs Abdel Fattah al-Burhan und die paramilitärischen Rapid Support Forces. Wie es zu diesem tödlichen Machtkampf kam, schilderte Arnaud Julien-Thomas im Text „Sudan – Leid und Profit“ in der Januar-LMd 2026.
Frankreichs Medienmogul
Zu den Filmfestspielen in Cannes Mitte Mai veröffentlichten über 600 Filmschaffende eine Petition gegen den rechten Industriellen Vincent Bolloré. Der Milliardär kontrolliert ein weitverzweigtes Mediennetzwerk. Bereits im April hatten über 100 Schriftsteller:innen ihren Abschied vom Grasset-Verlag verkündet, nachdem dessen Chef gefeuert worden war. Sie vermuten dahinter den Einfluss Bollorés, der den Verlag 2023 übernommen hatte. Wie Bolloré den rechtsextremen Präsidentschaftskandidaten Éric Zemmour aufbaute, beschrieb Marie Bénilde in ihrem Text „Bolloré und sein Kandidat“ in LMd vom Januar 2022.


