Meldungen des Monats

Aus Anlass des Weltfrauentags macht RSF/RoG auf die besondere Situation von Journalistinnen aufmerksam. Nach dem am 8. März veröffentlichten Bericht befinden sich weltweit 77 weibliche Medienschaffende wegen ihrer Arbeit derzeit im Gefängnis. Teils wurden sie auf Basis fabrizierter Vorwürfe verurteilt, etwa wegen „Finanzierung von Terrorismus“ wie die junge philippinische Journalistin Frenchie Mae Cumpio, die bereits seit Februar 2020 inhaftiert ist. Oder wegen „Propaganda gegen das System“ wie die Iranerin Elahe Mohammadi, die 17 Monate lang im Gefängnis saß, weil sie im September 2022 über den Fall der Kurdin Jina Mahsa Amini berichtet hatte, die in einer Teheraner Polizeiwache umgebracht worden war.
Der RoG-Bericht schildert auch die Behandlung von Journalistinnen in den Haftanstalten von Aserbaidschan, in denen neun regimekritische Reporterinnen einsitzen. Aysel Umudova, Hayala Agayeva und Aytaj Tapdyg, die für das unabhängige Medium Meydan TV arbeiten, berichteten am 18. Februar über verbale Angriffe und sexuelle Übergriffe im Untersuchungsgefängnis von Baku, bei denen Agayeva verletzt wurde. Alle drei Frauen wurden vom stellvertretenden Gefängnisdirektor Javid Gulaliyev physisch und verbal bedroht, unter anderem mit dem Spruch „Mein Sperma ist überall.“ Als sie bei der Anhörung durch eine Richterin verlangten, den Vorfall anhand der Aufnahmen zu untersuchen, die die Überwachungskameras aufgezeichnet hatten, wurde ihr Antrag abgelehnt. Umudova war bereits im Dezember 2025 auf dem Transport in die Haftanstalt sexuell belästigt worden.
Ähnliche Erfahrungen machten drei Mitarbeiterinnen vom Redaktionskollektiv Abzas Media, die seit September 2025 im Gefängnis von Lankaran einsitzen. Auch sie berichteten von sexualisierter Gewalt durch den Gefängnisdirektor. Indem sie regelmäßig über ihre Haftbedingungen schreiben, nutzen sie ihren Gefängnisaufenthalt für journalistischen Widerstand.
In Iran sind Medienschaffende seit Kriegsbeginn doppelt bedroht: Durch die Luftangriffe der USA und Israels wie durch verschärfte Repressionen des Teheraner Regimes. Seit der Bekanntgabe von Chameneis Tod hat sich der politische Druck noch verstärkt. Im iranischen Staatsfernsehen wurde mehrfach verkündet, dass jede Tätigkeit, die als „vorteilhaft für den Feind“ anzusehen ist, hart bestraft werde. Eine in Teheran ansässige Journalistin berichtete, dass selbst Fotoreporter, die mit staatlicher Genehmigung unterwegs waren, in der Nähe zerstörter Gebäude festgenommen wurden und sämtliche Aufnahmen löschen mussten. Der Internetzugang bleibt stark eingeschränkt. In der Regel haben nur Mitarbeiter:innen von regierungsnahen Medien Zugang zu ungefiltertem Internet und entsprechenden SIM-Karten.
Auch in den arabischen Golfstaaten, die iranischen Luftangriffen ausgesetzt sind, können einheimische Medienschaffende nur eingeschränkt berichten. Der Informationsfluss wird von den Behörden streng kontrolliert.


