Meldungen des Monats

In Iran hat die Regierung seit dem 8. Januar den Internetzugang sowie Telefonverbindungen fast vollständig blockiert. Damit ist nicht nur die Kommunikation innerhalb des Landes unterbunden. Es können auch keine direkten Berichte über die landesweiten Demonstrationen gegen das Regime und die blutige Unterdrückung der Protestbewegung durch die Revolutionsgarden ins Ausland gelangen. Unabhängige Journalist:innen sowie Websites kritischer Medien, etwa die englischsprachige Iran Daily, sind seit Beginn der Blockade nur noch auf schwierigen Umwegen zu erreichen – im Gegensatz zu Propaganda-Websites des Regimes und den amtlichen Nachrichtenagenturen Tasnim und Mezian. Damit ist es auch fast unmöglich geworden, Informationen über das Schicksal der einheimischen Medienschaffenden zu bekommen. Seit 2022 wurden in Iran mehr als 100 Medienschaffende festgenommen, von denen noch mindestens 17 in Haft sind.
Im Gazastreifen haben die israelischen Streitkräfte auch im neuen Jahr – trotz der angeblichen „Waffenruhe“ – wieder drei Journalisten getötet. Am 21. Januar traf ein gezielter Drohnenangriff Mohammed Salah Kaschta und Anas Ghanem, Mitarbeiter des ägyptischen Senders Al Sharq TV, und ihren Kollegen Abdul Raouf Shaath, der auch für AFP arbeitete. Seit Oktober 2023 wurden in Gaza mehr als 220 Medienschaffende bei israelischen Militäraktionen getötet, davon nach RSF-Recherchen mindestens 68 gezielt oder im Zusammenhang mit ihrer Arbeit.
Am 1. Februar hat die Polizei in der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas die beiden Journalisten Liu Hu und Wu Yingjiao festgenommen, weil sie über einen lokalen Korruptionsfall berichtet hatten. Am 29. Januar 2026 war auf Wechat ein Text erschienen, der korrupte Praktiken eines Parteisekretärs im Kreis Pujiang aufdeckte. Daraufhin wurden die beiden Journalisten von den Behörden wegen Verbreitung „falscher Anschuldigungen“ sowie „illegaler Geschäftstätigkeit“ angeklagt. Liu Hu ist ein bekannter Investigativreporter, der früher in der Zeitung New Express mehrere Korruptionsfälle von Amtsträgern aufgedeckt hatte. Dafür war er schon 2013 in Peking festgenommen und erst nach 364 Tagen Haft gegen Kaution freigelassen worden.
In Niamey, der Hauptstadt Nigers, wurde am 23. Januar der Journalist Gazali Abdou Tasawa verhaftet, nachdem er zuvor von einem Staatsanwalt verhört worden war. Das Verbrechen, das dem Journalisten vorgeworfen wird, ist ein Bericht vom 15. Januar für die Deutsche Welle (DW), deren Korrespondent Tasawa seit 15 Jahren ist. Darin wurden die Lebensbedingungen von Migrant:innen und Geflüchteten aus dem benachbarten Nigeria in Niamey geschildert. Es handelt sich um etwa 1300 Menschen, die zum Teil vor der Bedrohung durch die dschihadistische Boko Haram im Norden Nigerias geflohen sind. Tasawa wird vorgeworfen, Berichte verbreitetet zu haben, „die die öffentliche Ordnung gefährden könnten“. Mit ähnlichen Beschuldigungen wurden in Niger seit dem Militärputsch im Juli 2023 etwa zehn Journalisten verhaftet, von denen fünf nach wie vor im Gefängnis sitzen.


