12.02.2026

Maria und Natalia Petschatnikov

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Maria und Natalia Petschatnikov

von Wilhelm Werthern

Turquoise Toilet (aus der Serie Doll’s House), 2024, Öl auf Leinwand, 90 × 60 cm

Die 1973 in Leningrad (heute St. Petersburg) geborenen Zwillingsschwestern Maria und Natalia ­Petschatnikov arbeiten als Duo. Als Kinder besuchten sie schon die Kunstschule in der Eremitage. Später studierten sie am ­Rhode ­Island College, an der Beaux-Arts de Paris und am New Yorker Hunter College. Heute leben und arbeiten sie in Berlin. Ihre Arbeiten entstehen im Dialog und es sind stets Gemeinschaftswerke. Am Anfang steht die Entscheidung für ein Thema, das dann in vielerlei Variationen seriell durchdekliniert wird. Auf ihren Streifzügen durch die Stadt oder das Internet interessieren sie sich für scheinbar unbedeutende alltägliche Dinge, auf die sie aber einen ganz neuen Blick werfen. Auf die Puppenmöbel in der Arbeit „Two Red Chairs“ aus der Serie „Doll’s House“ (siehe Seite 13) sind sie beispielsweise in einem Katalog im Internet gestoßen. Wir zeigen hier zwar ausschließlich Malerei. Jedoch lässt sich an dem Werk „Reflections“ aus der Serie „Cardboard Furniture“ schon erahnen, dass sich die Künstlerinnen eigentlich im Grenzbereich zwischen Malerei, Skulptur und Installationen – übrigens auch im öffentlichen Raum – bewegen: Es ist ein Ölbild von einem Stuhl, den die Künstlerinnen aus Pappe angefertigt haben (siehe Seite 17). Auch in ihren Ausstellungen interagieren sie immer mit den Räumen, in denen sie ihre Arbeiten zeigen, und kombinieren Bilder und Skulpturen. Im März widmet die BBA Gallery in Berlin den beiden eine Einzelausstellung. Für das Bildmaterial danken wir Maria und Natalia Petschatnikov: petschatnikov.de. Wilhelm Werthern

Le Monde diplomatique vom 12.02.2026, von Wilhelm Werthern