Meldungen des Monats

Beim Rückblick auf die Entwicklung der Pressefreiheit im Jahr 2025 erfasst Reporter ohne Grenzen (RSF) drei zentrale Größen: die Anzahl der Medienschaffenden, die während oder wegen ihrer journalistischen Tätigkeit ermordet wurden; die mit oder ohne gerichtliche Urteile im Gefängnis sitzen und die entführt wurden oder verschwunden sind. Berücksichtigt werden jeweils die Fälle, die zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 1. Dezember 2025 bekannt wurden.
2025 wurden in diesem Zeitraum 67 Medienschaffende getötet, davon mindestens 37 von regulären Streitkräften oder paramilitärischen Gruppen. 16 von ihnen wurden Opfer des organisierten Verbrechens. 43 Prozent der weltweit getöteten Journalist*innen kamen in Gaza durch israelische Angriffe ums Leben, mehrere von ihnen durch gezielten Beschuss. Seit Oktober 2023 wurden im Gazakrieg insgesamt 220 für Medien arbeitende Menschen getötet.
Auch in der Ukraine nimmt die russische Armee weiterhin ausländische wie ukrainische Reporter*innen ins Visier. Und im Sudan ist Berichterstattung über den Bürgerkrieg ebenfalls lebensgefährlich geworden; 2025 wurden hier 4 Medienschaffende in Ausübung ihrer Arbeit getötet, mindestens 2 starben, nachdem sie von der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces entführt worden waren.
Das gefährlichste Land, in dem kein Krieg herrscht, bleibt Mexiko. Hier haben kriminelle Organisationen im vorigen Jahr 9 Medienschaffende ermordet, so viele wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch in Peru nahmen die Attentate auf Reporter zu, drei von ihnen endeten tödlich. Im Berichtszeitraum entfiel fast ein Viertel aller Morde an Journalist*innen in der Welt auf Lateinamerika.
Insgesamt saßen Ende 2025 mindestens 503 Menschen in 62 Ländern wegen ihrer journalistischen Tätigkeit im Gefängnis. An erster Stelle dieser Statistik steht seit Jahren China. Hier sind derzeit 113 Personen inhaftiert, 8 weitere in Hongkong. Es folgen Russland mit 48, Myanmar mit 47 und Aserbaidschan mit 25 Journalist*innen hinter Gittern.
Auf ausländische Medienschaffende haben es vor allem zwei Staaten abgesehen. In Russland befinden sich 26 ukrainische Staatsangehörige im Gefängnis. In Israel sind 20 palästinensische Journalist*innen inhaftiert, 16 von ihnen wurden in den vergangenen zwei Jahren in Gaza und im Westjordanland festgenommen.
2025 wurden weltweit 20 Medienschaffende entführt, allein 7 von den Huthi-Rebellen im Jemen. In Syrien haben Gruppen der islamistischen Hajat Tahrir al-Scham (HTS), die nach dem Fall des Assad-Regimes die Macht übernahm, nach wie vor mehrere Medienschaffende als Geiseln in Gewalt.
Die Zahl der weltweit als vermisst geltenden Journalist:innen lag Ende 2025 bei 135 und damit deutlich höher als im Vorjahr (95). Fast die Hälfte von ihnen ist in Syrien (37) und Mexiko (28) verschwunden. Ein Jahr nach dem Sturz Assads blieben viele der Medienschaffenden, die unter dem früheren Regime inhaftiert wurden, auch nach der Öffnung der Gefängnisse unauffindbar. Sie wurden höchstwahrscheinlich von Assads Geheimpolizei ermordet.


