Zukunft im Provisorium
Kyaka II in Uganda ist anders als andere Flüchtlingslager – jedenfalls ein bisschen
von Sara Meyer

Die Hitze ist drückend an diesem frühen Nachmittag in Kyaka II im Westen Ugandas. Über den mit Schlaglöchern übersäten Straßen aus roter Erde hängt ein Schleier aus Staub. Ockerfarben schimmern die Hügel und die Häuser. Nur die Schilder von internationalen Hilfsorganisationen, am Straßenrand unübersehbar, zeigen, dass Kyaka II kein gewöhnliches Dorf ist. Es ist eine der größten Flüchtlingssiedlungen Afrikas. Ja, eine Siedlung, kein Lager, keine Zeltstadt: Der Ort wurde angelegt für Menschen, die bleiben sollen. Aber niemand weiß, wie lange.
Die Siedlung funktioniert wie eine Ansammlung normaler Dörfer, nur dass hier ausschließlich Geflüchtete wohnen. Die sogenannten Host Communities, die einheimischen Gastgebergemeinden, liegen rund 15 Autominuten entfernt. Sie teilen sich das Land und teilweise auch die Infrastruktur mit der Siedlung. Die meisten Geflüchteten leben nach ihrer Ankunft in Uganda in solchen Siedlungen. Nur wenige leben in größeren Städten wie der Hauptstadt Kampala.
Mary Naigaga, eine Einheimische aus einer Host Community im Kyegegwa District, lebt nur eine staubige Straße entfernt von den Geflüchteten. Sie sitzt, umringt von Kindern, vor ihrem Haus auf dem Boden, während sie von ihrem Alltag erzählt: Der Verkauf von Bohnen, Maniok und Matoke bildet ihre Lebensgrundlage. Die Geflüchteten gehören zu ihren Kund:innen, sagt sie. „Sie unterstützen mich. Das einzige Problem ist, wenn sie kein Geld haben.“
Sie hält inne, schaut in die Ferne, erschöpft. „Wenn jemand nur 3000 statt 5000 Schilling hat, und du siehst, dass er nichts zu essen hat, dann gibst du es einfach her. Besonders, wenn Kinder dabei sind. Ich bin eine Mutter. Wenn du ein weinendes Kind siehst, gibst du einfach etwas.“
Sie berichtet von geflüchteten Nachbarinnen, die inzwischen zu Freundinnen geworden sind. „Wir sind doch alle Menschen. Warum sollten wir uns nicht verstehen?“ Auf die Frage, wie sie das Leben der Geflüchteten einschätzt, antwortet sie: „Das Land, das sie bekommen, ist zu klein. Sie können sich kaum ernähren.“ Sie spricht über kulturelle Unterschiede, Sprache, Essen – und über das Elend, in dem viele von ihnen leben. „Wenn man ihre Geschichten hört, fühlt man sich schlecht.“
Heute befinden sich über 146 100 Geflüchtete in Kyaka II, mehr als vier Fünftel davon sind Frauen und Kinder, einige leben seit Jahren hier. Sie bewirtschaften kleine Parzellen, eröffnen Verkaufsstände oder nähen Kleider. Der Ort ist für sie längst keine Übergangslösung mehr, sondern ein Provisorium von Dauer, in dem das Leben weitergeht, während die Ursachen der Flucht fortbestehen. Seit Anfang 2025 fliehen wieder tausende vor der eskalierenden Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo, und die Nähe zur Grenze macht Kyaka II für viele zum ersten erreichbaren Zufluchtsort.
2025 beherbergte Uganda insgesamt etwa 1,8 Millionen Geflüchtete – mehr als jedes andere afrikanische Land. Unter den Aufnahmeländern weltweit liegt es auf Platz fünf. Knapp 1 Million Menschen sind aus dem Südsudan nach Uganda geflohen, rund 600 000 aus der DR Kongo, weitere aus Sudan, Burundi und Somalia. Allein seit Anfang 2025 kamen über 41 000 Menschen aus dem Kongo hinzu, oft traumatisiert, krank und unterversorgt.
Flüchtlingsfeindliche Diskurse, wie man sie insbesondere aus Europa kennt, bleiben weitgehend aus, doch die humanitäre Lage spitzt sich zu. Die Aufnahmezentren sind überfüllt, Wasser, Nahrung und medizinische Hilfe reichen kaum aus, Finanzierungslücken erschweren die Hilfsmaßnahmen zusätzlich.
Kyaka II wird offiziell von der ugandischen Regierung (Office of the Prime Minister, OPM) in Kooperation mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verwaltet. Der sogenannte Settlement Commandant, die staatlich ernannte Führungsperson vor Ort, ist Daniel Kisamo, er ist zuständig für die Organisation der Siedlung, die Registrierung von Neuankömmlingen, die Verteilung von Land, den Zugang zu Schulen und zur Gesundheitsversorgung. Dazu arbeitet er eng mit den beteiligten internationalen Hilfsorganisationen zusammen, die unter anderem für Wasser, sanitäre Einrichtungen, Ernährung, Unterricht und Schutz sorgen. Kyaka II, gegründet 2005, ist eines von dreizehn sogenannten Refugee Settlements in Uganda.
Historisch reicht diese Praxis aber noch viel weiter zurück: Kyaka II entstand nach der Schließung von Kyaka I, das 1984 für ruandische Tutsi eingerichtet wurde, die vor politischer Verfolgung und ethnischer Gewalt schon lange vor dem Völkermord von 1994 ins Nachbarland flohen. 2005 kamen die Bewohnerinnen von Kyaka I nach Kyaka II und viele leben bis heute dort. Die Siedlung unter der Obhut von Daniel Kisamo ist in knapp 30 Dörfer unterteilt.
Kisamo empfängt in einem in die Jahre gekommenen Gebäude und gibt Einblicke in die Herausforderungen, mit denen die Siedlung seit Monaten zu kämpfen hat. Seit der Kürzung von US-Hilfsgeldern wird die finanzielle Unterstützung der Menschen nach Dringlichkeitsstufen verteilt: „Die erste Kategorie erhält 4 Dollar im Monat, die zweite 3 – alle anderen bekommen derzeit gar kein Geld.“ Kyaka II sei von den Kürzungen besonders betroffen. Seit Donald Trump an der Macht ist, muss die ugandische Regierung in der Flüchtlingspolitik sparen.
Allein in den Sommermonaten seien 28 Mitarbeitende im Gesundheitssektor entlassen worden, von sieben Fahrzeugen seien nur noch vier geblieben, diese werden vor allem für den Transport schwangerer Frauen und Schwerkranker benötigt. Eine Lehrkraft betreut aktuell fast 300 Schüler:innen. Gleichzeitig kommen immer mehr Kinder nicht zum Unterricht, sondern verkaufen Waren auf der Straße oder verrichten Recycling-Arbeiten. Den Familien fehle es an Geld, zudem seien zunehmend Frauen allein für den Lebensunterhalt verantwortlich. „Inzwischen mussten sogar die Lebensmittelrationen gekürzt werden“, sagt Kisamo. Diese Situation führe zu Konflikten unter den Geflüchteten, aber auch mit den lokalen Gemeinden.
Als ob es nicht genug Probleme gäbe, überschwemmten im Mai 2024 heftige Regenfälle Teile von Kyaka II, und viele der Geflüchteten mussten ihre Unterkünfte verlassen. Immer wieder von vorne beginnen – für viele hier ist es Alltag. Viele seien trotz der Warnungen geblieben, erzählt Kisamo. Man könnte meinen, sie nähmen das Risiko bewusst in Kauf – lieber bleiben als wieder alles packen und auf der Flucht sein.
Trotz aller Schwierigkeiten entstehen in den Siedlungen auch Dinge, die der ständigen Überforderung etwas entgegensetzen. In der Byabakora-Zone von Kyaka II haben sich 27 Frauen aus Kongo, Burundi und Uganda zusammengetan und das scheinbar Unmögliche geschafft: Sie haben mehrere selbstorganisierte Projekte in Gang gebracht, zwei Verkaufsstände für Maniokmehl, eine Fleischerei und eine kleine Filmmediathek. Die Gewinne aus den Geschäften werden geteilt, Entscheidungen gemeinsam getroffen.
Hinter einem der Lehmhäuser drängen sie sich in der Vormittagssonne auf einer Mauer und Plastikstühlen zusammen, dazu wurden Matten ausgelegt, sodass es Platz für alle gibt. Die Gruppe wirkt zufrieden, man lacht, rückt zusammen. Fast alle sind in ihren 30ern, einige wenige Mitte 40. Viele von ihnen leben ohne Partner, mit oder ohne Kinder. Männer spielen in ihren Berichten kaum eine Rolle. „Inzwischen habe ich gelernt, dass wir keine Männer brauchen“, sagt eine und erzählt stolz von den Freundschaften, die hier entstanden sind.

Trainingsprogramm für Automechanikerinnen
Es sind fragile Formen von Zusammenhalt, geboren aus Mangel und Not – der Versuch, aus dem Wenigen, das bleibt, ein selbstbestimmtes Leben zu formen. Hoffnung, die nicht aus Freiheit wächst, sondern aus dem Versuch, innerhalb eines starren Systems zu bestehen, das kaum Wege nach draußen kennt. „Gemeinschaft heilt“, sagt eine von ihnen, und für einen Moment wirkt der Ort wie ein lebendiges Dorf voller Energie und Stolz.
Vor vier Jahren begannen sie mit einem Sack Maniokmehl – in Uganda Cassava genannt. Die Frauen arbeiten im Kollektiv: Jede für alle. „Wir vertrauen uns“, sagt eine von ihnen, die lebhafteste der Gruppe. Stolz zeigen sie die von ihnen gegründeten Geschäfte, die sich nahtlos in das Gefüge der Siedlung einfügen. Anfänglich unterstützten Oxfam und UN Women das Projekt mit einer Schulung in Finanz- und Verwaltungsmanagement, dazu gab es eine Starthilfe von 545 US-Dollar. Inzwischen haben die Frauen rund 2235 US-Dollar investiert. Einen Teil der Einkünfte legen sie regelmäßig zurück – für Schulgeld, Krankheitsfälle oder neue Anschaffungen.
Jeden Tag stehen zwei der 27 Frauen auf dem Marktplatz und verkaufen das Mehl, das billig und kalorienreich ist und in den Siedlungen die Basis vieler Mahlzeiten bildet. Die Verkäuferinnen wechseln sich ab, ein routinierter Ablauf, der das Kollektiv trägt.
Victoria Vaweka leitet die Filmmediathek. Ein kleines Holzhaus zwischen Wellblechhütten, ohne Strom. USB-Sticks bringen Filme aus Indien, Südkorea oder China in die Siedlung, die Leihgebühr für einen Film beträgt 12 Cent. „Wir sparen für einen Drucker“, sagt sie. „Eine Kamera wäre auch noch wichtig.“ Stolz schwingt in jedem Satz mit – Victoria hat den Laden aus den Ersparnissen des Kollektivs aufgebaut, führt ihn aber allein und hat ihren Bruder angestellt.
Dekadiya Niraminane steht in einem dunklen Häuschen, vor ihr ein Baumstumpf, eine Machete und ein blutiger Knochen. Hinter ihr hängt ein Rinderkörper von der Decke.
Die Fleischerei – die erste von Frauen betriebene in der Siedlung – ist das zweite große Projekt der Gruppe. Das Fleisch wird direkt vor den Augen der Kundschaft zerlegt.
Vor zehn Jahren kam Niraminane aus Burundi. Sie entscheidet, wann geschlachtet wird und wann das Fleisch rausmuss, bevor die Hitze es verdirbt. „Wenn eine Kuh ganz verkauft ist, beginnt die nächste Schicht“, sagt sie. Meistens sind es nicht mehr als zwei Tiere pro Woche, manchmal aber auch fünf, abhängig von der Saison und den finanziellen Möglichkeiten der Kund:innen. Drei Tiere pro Woche – das sei gut. „Fünf sind das Maximum, aber das hängt von der Jahreszeit ab. Wenn die Bauern säen, haben sie kein Geld für Fleisch, weil sie ihre Arbeiter bezahlen müssen.“ Manchmal müssen sie das Fleisch salzen und in der Sonne trocknen, damit es nicht verdirbt. Nichts darf verloren gehen – zu knapp sind Lebensmittel.
Keine der Frauen spricht von Rückkehr oder erneuter Flucht. Sie akzeptieren die Lage, wie sie ist. Ihr Wunsch gilt einem Auto, am besten wäre ein kleiner Lastwagen – nicht für den persönlichen Gebrauch, sondern um die Cassava-Wurzeln vom Feld zu den Verkaufsständen zu transportieren. Derzeit müssen sie hohe Gebühren für den Transport zahlen, was ihre Einnahmen schmälert.
Sie versammeln sich um den kleinen, dunklen Lagerraum, in dem die Säcke mit dem Cassavamehl ordentlich gestapelt sind. Ein leicht säuerlicher Geruch ist spürbar, der Mehlstaub wirbelt durch die Luft. Konflikte innerhalb der Gruppe? Fehlanzeige. Trotz Sprachbarrieren spielen die unterschiedlichen Nationalitäten keine Rolle. Jede spricht ihre regionale Sprache, manche auch Französisch; durch Programme, die in den Siedlungen angeboten werden, lernen einige gerade Englisch, das in Uganda neben rund 40 lokalen Sprachen gesprochen wird.
Die internationale Wahrnehmung von Ugandas Flüchtlingspraxis ist überwiegend positiv. Für das Modell hat sich im Sprachgebrauch der Begriff Open-Door-Politik eingebürgert. In der Theorie sollen Geflüchtete auf Grundlage des 2006 verabschiedeten Uganda Refugee Acts Bewegungsfreiheit, Zugang zu Arbeit und ein Stück Land zur Bewirtschaftung bekommen. In der Praxis reichen Grund und Boden nicht für die steigende Zahl von Geflüchteten aus. Eine Weltbankstudie von 2018 schätzt, dass vier von fünf Flüchtlingen in Uganda keine Arbeit finden und ihre Löhne 35 bis 45 Prozent unter denen der einheimischen Bevölkerung liegen.
Doch Uganda ist nach wie vor stolz auf seine Asylpolitik: „Unsere Politiker waren selbst Flüchtlinge, das prägt unser Denken. Wir fühlen uns wie Brüder und Schwestern, nur Grenzen trennen uns voneinander“, erklärt Siedlungsleiter Kisamo. Die Erfahrung, dass in Afrika Grenzen oft willkürlich von kolonialen Herrschern gezogen wurden, ohne Rücksicht auf Ethnien oder Traditionen, prägt die Denkweise der Menschen – und viele fühlen sich auch heute noch über Staatsgrenzen hinweg verbunden.
Neuere Entscheidungen der Regierung zeigen, wie sich die Flüchtlingspolitik tatsächlich verändert hat: Im Juli 2025 schloss Uganda ein intransparentes Abkommen mit den USA, mit dem neue Gelder ins Land kommen sollen. Demnach soll Uganda Angehörige bestimmter Drittstaaten aufnehmen, die aus den USA abgeschoben werden, ausgenommen sind Menschen mit Vorstrafen und unbegleitete Minderjährige. Auch die Niederlande unterzeichneten im September eine ähnliche Absichtserklärung mit Uganda. Während der Verhandlungen betonte Uganda immer wieder, dass es vorrangig Menschen afrikanischer Herkunft aufnehmen wolle.
Doch im Hinblick auf die jahrelang geltende Open-Door-Politik für den afrikanischen Kontinent ruderte die Regierung im Oktober zurück: Unterstützung soll es künftig nur noch für besonders schutzbedürftige Geflüchtete geben, und die Registrierung aus Ländern ohne aktuellen Konflikt wie Eritrea, Äthiopien und sogar Somalia wurde beendet – ein deutliches Signal, dass Uganda afrikanischen Geflüchteten nun strenger begegnet.
In einer Garage in Kyaka II findet ein sechsmonatiges Trainingsprogramm für angehende Mechanikerinnen statt. Eine junge Frau in grünem Overall schraubt an einem weißen Auto. Die Motorhaube steht offen, Werkzeuge liegen ordentlich um sie herum. Seit Juli 2025 haben sich die ersten 15 Teilnehmerinnen zunächst in Klassenzimmer mit den Grundlagen der Automechanik vertraut gemacht. Inzwischen haben sie ihre ersten Praxiseinheiten absolviert, Motoren ausgetauscht, Batterien gewechselt und selbstständig an Fahrzeugen gearbeitet. Über die nächsten zwei Jahre sollen insgesamt 100 junge Frauen aus Kyaka II und einer weiteren Siedlung alle Fertigkeiten erwerben, die sie für eine selbstständige Arbeit in diesem Beruf brauchen.
„Am Anfang waren die Leute in meinem Dorf überrascht“, erzählt eine Auszubildende. „Sie haben mich entmutigt und gesagt: Das ist eine Arbeit für Männer. Wie kann eine Frau unter ein Auto kriechen und es reparieren?“ Doch ihr Interesse war größer, sie ließ sich nicht aufhalten: „Ich wollte das unbedingt lernen, also bin ich hierhergekommen.“
Heute würden die Leute sehen, dass sie es ernst meint: „Wenn sie mich in Overall und Arbeitsschuhen sehen, sagen sie: ‚Ah, diese Organisation ist wirklich gut. Sie hilft Frauen, solche Jobs zu machen.‘ “ Ihr Engagement inspiriere andere in ihrem Dorf, sagt sie. Noch stecken die jungen Frauen mitten im Trainingsprogramm und haben den Arbeitsalltag als Mechanikerinnen noch nicht erlebt – ihrer Courage tut das jedoch keinen Abbruch. Schon jetzt reden sie wie Profis.
Eine andere Frau ist die Einzige aus ihrem Dorf, die an diesem Training teilnimmt. „Wenn sie mich im Overall sehen, fragen sie: ‚Du bist eine Frau und machst Männerarbeit – wer wird dich heiraten?‘ Frauen, die solche Jobs machen, können nicht heiraten, weil sie sich wie Männer benehmen.“ Trotz solcher Kommentare hält sie an ihrem Traum fest.
Die Männer raten ihr, sie solle lieber in einer internationalen Hilfsorganisation arbeiten, sagt sie, und dann sage sie ihnen jedes Mal das Gleiche: „Dort kriege ich immer nur einen Vertrag auf Zeit, was ich aber brauche, sind Fähigkeiten, und zwar Fähigkeiten, mit denen ich meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Fähigkeiten, die immer gebraucht werden.“
Solche Programme sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Jugend in den Siedlungen stärken. Die Idee dahinter: junge Menschen dazu befähigen, ihre Grundbedürfnisse eigenständig zu erwirtschaften und nicht dazu gezwungen zu sein, aus einer Notlage heraus riskante oder illegale Wege einzuschlagen.
Die jungen Frauen machen handfeste Pläne für ihre Zukunft: „Für uns alle ist es der Traum, eine eigene Werkstatt zu haben. In unseren Siedlungen gibt es kaum Werkstätten, die Lücke wollen wir füllen.“ Allerdings fragen sie sich, woher das Geld dafür kommen soll.
Für die Mädchen aus Kyaka II ist das Schrauben an Autos mehr als eine Berufsausbildung: Es ist eine Möglichkeit, Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen und eine Perspektive inmitten der Unsicherheit des Flüchtlingsalltags zu entwickeln. Sie träumen groß, auch wenn die Gesellschaft dafür vielleicht noch nicht bereit ist.
Sara Meyer ist Journalistin.
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