13.11.2025

Meldungen des Monats

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Anlässlich der Weltklimakonferenz in Brasilien hat RoG/RSF einen speziellen Report über Um­welt­jour­na­lis­t:in­nen veröffentlicht, die bei ihrer Arbeit behindert, bedroht, verhaftet und manchmal getötet werden. Hier eine Auswahl jüngerer Fälle:

Seit Jahren recherchiert der Journalist Alain Bashizi aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) über illegalen Bergbau im Osten des Landes und die Rolle der M23-Rebellengruppe, die sich einen Teil der Gewinne aneignet. Nach wiederholten Morddrohungen durch die M23 sah sich Bashizi gezwungen, die DRK zu verlassen.

In Peru berichtet der Journalist Manuel Calloquispe seit langem über den illegalen Goldabbau in der Amazonas-Provinz Madre de Dios, speziell über die Umweltbelastung in der Umgebung der Goldgräberstadt La Pampa und die Rolle der lokalen Bergbaumafia. Deshalb wird Calloquispe seit Jahren schikaniert, bedroht und mit Verleumdungskampagnen überzogen. Nach Morddrohungen gegen seine Familie im August 2025 steht der Journalist unter Polizeischutz.

In Kambodscha wird der Umweltjournalist Uk Mao von den Behörden verfolgt, die bereits 14 Klagen gegen ihn angestrengt haben. Am 16. Mai 2025 wurde der Journalist von der Polizei festgenommen, als er mit zwei Kollegen über illegale Abholzungen recherchierte. Das Thema ist für kambodschanische Medienschaffende besonders gefährlich. Der Journalist Chhoeung Chheng war am 7. Dezember 2024 auf offener Straße erschossen worden, während er mit seinem Motorrad zu einer illegalen Rodung unterwegs war.

Am 4. Juli 2025 wurde in Manchar im indischen Bundesstaat Maharashtra die Journalistin Sneha Barve von einer Gang angegriffen, während sie eine illegale Baustelle in einem Flussbett dokumentierte. Die Herausgeberin der Zeitung Samarth Bharat wurde mit Holzstangen bewusstlos geschlagen. Anführer war ein lokaler Bauunternehmer mit politischen Verbindungen. Schon im Juli 2024 hatte ein Lokalpolitiker Barve aufgrund ihrer Reportagen über den illegalen Abbau von Naturressourcen mit Mord gedroht.

In Ägypten wird die Journalistin Nada Arafat, die für das unabhängige Kairoer Nachrichtenportal Mada Masr über Umweltfragen berichtet, seit Jahren bei ihren Recherchen systematisch behindert. So darf sie nicht ohne offizielle Genehmigungen in die Wüstenregionen reisen, wo staatliche Großprojekte – wie die Umleitung des Nilwassers zur landwirtschaftlichen Nutzung – umgesetzt werden. Viele dieser Projekte werden vom Militär oder von Großunternehmern aus Ägypten und den Golfstaaten gesteuert. Nada Arafat ist Ko-Autorin des Textes „Tod am Nil“, der im November 2024 in LMd erschienen ist.

Ein Verwaltungsgericht in Bulgarien verpflichtete die Journalistin Wenelina Popowa im Juli 2025 zur Zahlung von umgerechnet 500 Euro, weil sie das Informationsfreiheitsgesetz genutzt hatte, um Dokumente zu einem Müllverbrennungsprojekt in Galabowo anzufordern. Das Gericht bestätigte die Weigerung des Bürgermeisters, die Unterlagen herauszugeben, und bürdete Popowa die Anwaltskosten des Beklagten auf.

Le Monde diplomatique vom 13.11.2025