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Reporter ohne Grenzen

In jeder Ausgabe der deutschsprachigen „Le Monde diplomatique“ veröffentlichen wir aktuelle Nachrichten der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ über den Zustand der Presse- und Meinungsfreiheit in aller Welt. Kontakt: www.reporter-ohne-grenzen.de

Schlechte Nachrichten

Philippinen: Am 24. März wurde in Tacurong auf Mindanao die Journalisten Marilyn Garcia Esperat in ihrer Wohnung erschossen. Esperat hat in ihren Artikeln die Korruption in ihrer Provinz angeprangert, was den Verdacht begründet, dass die professionellen Killer sie wegen ihrer journalistischen Arbeit ermordet haben. Die Philippinen sind nach dem Irak das Land, in dem Journalisten am meisten gefährdet sind. Frau Esperat ist dieses Jahr bereits das zweite Todesopfer, sechs Journalisten wurden physisch angegriffen oder mit dem Tod bedroht. Seit 1986 wurden in den Philippinen 52 Journalisten ermordet. Da die Täter und ihre Auftraggeber nie gefasst wurden, kitisierte RoG in einer Erklärung die „höchsten Regierungsstellen“, für ihre mangelnde Bereitschaft, gegen „die Killer und ihre Auftraggeber“ vorzugehen.

Nepal/Pakistan/Indien: In Nepal ist seit dem 1. Februar die Übertragung der Nachrichten des BBC World Service durch 50 lokale Radiosender verboten. In Pakistan musste der Sender Mast FM 103 die Übernahme des BBC-Programms in Urdu einstellen, er will diese Entscheidung aber gerichtlich anfechten. In Indien verwehrt die Regierung noch immer allen Lokalsendern die Übernahme ausländischer Nachrichtenprogramme.

Gute Nachrichten

Syrien: In Damaskus hat der Staatssicherheitsgerichtshof die Anklage gegen den syrischen Staatsbürger Ibrahim Hamidi, Korrespondent der Londoner Tageszeitung „Al-Hayat“, fallen gelassen, weil kein „ausreichendes Beweismaterial“ vorliege. Hamidi hatte im Dezember 2002 berichtet, die syrischen Behörden würden für den Fall eines Irakkriegs Aufnahmelager für irakische Flüchtlinge vorbereiten. Deshalb war er am 23. Dezember 2002 unter der Anklage der „Verbreitung von ungenauen Nachrichten“ verhaftet und fünf Monate inhaftiert worden.

Kolumbien: Der Pressefotograf Heran Echeverri wurde am 17. April von der Guerillaorganisation FARC freigelassen, die ihn am 22. Januar in der Provinz Urabá gekidnappt hatte. Die FARC hatte zunächst ein Lösegeld von 128 000 Dollar gefordert, am Ende mußte die lokale Presse als Gegenleistung für die Freilassung Echeverris eine Kritik an den „Exzessen“ der Behörden abdrucken.

Le Monde diplomatique vom 13.05.2005,