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Schlechte Nachrichten

Am. 28. Mai wurde in der Provinz Belutschistan in Pakistan ein Reporter des privaten Fernsehsenders Vsh TV ermordet. Zu dem Anschlag auf Abdul Qadir Hajizai bekannte sich die Baloch Liberation Front (BLA), die einen bewaffneten Kampf für die Unabhängigkeit Belutschistans führt. Sie bezeichnete Hajizai als „Spitzel der Regierung“. Der Reporter war bereits der sechste Journalist, der in Pakistan in diesem Jahr ermordet wurde.

In Syrien wurden der Filmemacher Bassel Shahade und sein Mitarbeiter Ahmed Assam am 30. Mai in Homs von einem Heckenschützen erschossen. Shahade hatte in den letzten drei Monaten mit Foto- und Filmkamera die Beschießung des Stadtteils Baba Amr durch Regierungstruppen dokumentiert. Zwei Tage zuvor waren ebenfalls in Homs drei Mitarbeiter des Sham News Network (SNN), das Fotos und Filme von „Bürgerjournalisten“ verbreitet, von Regierungssoldaten erschossen worden: Der SNN-Korrespondent im Stadtteil Khaldieh, Ammar Mohammed Souhail, der Ingenieur Ahmed Adnan al-Ashlaq und der Filmemacher Laurens Fahmi al-Naimi.

In Israel kündigte Generalstaatsanwalt Jehuda Weinstein am 30. Mai an, gegen den Journalisten Uri Blau wegen „unautorisierten Besitzes geheimer Informationen“ Anklage nach Artikel 113c des Strafgesetzbuchs zu erheben. Damit droht dem Mitarbeiter der Tageszeitung Ha’aretz eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren. Blau hatte von der Online-Journalistin Anat Kam geheime Dokumente zugespielt bekommen, die diese in der Zeit ihres Wehrdienstes kopiert hatte. Damit konnte Blau Rechtsverletzungen israelischer Soldaten in den besetzten palästinensischen Gebieten belegen. Einer seiner Artikel bezog sich zum Beispiel auf gezielte Tötungen von palästinensischen Aktivisten, die das israelische Militär auch in Gewahrsam hätte nehmen können. Blau macht geltend, seine Berichte hätten nicht die Sicherheit des Landes gefährdet.

Gute Nachrichten

Am 31. Mai wurde im Sudan ein Journalist von der Anklage freigesprochen, die „Zusammenarbeit mit den Behörden“ verweigert zu haben. Der Reporter Faisal Mohammed Salih war nach einem Interview, in dem er am 24. April im Sender al-Dschasira den sudanesischen Präsidenten al-Bashir kritisiert hatte, vom nationalen Geheimdienst NISS vorgeladen worden. Zwei Wochen lang musste er dort täglich erscheinen, um acht Stunden lang vergeblich auf sein Verhör zu warten. Schließlich wurde er für sechs Tage in Haft genommen, ehe ein Richter seine Freilassung verfügte. Der befand in seinem Urteil, der NISS habe die Gesundheit des Journalisten gefährdet, weil dieser während der ganztägigen Wartezeiten weder etwas zu trinken noch zu essen bekommen habe.

Le Monde diplomatique vom 08.06.2012

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