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Meldungen des Monats

Schlechte Nachrichten

Usbekistan: In der zentralasiatischen Republik wird nach den Unruhen vom Mai in der Stadt Andidschan die freie Berichterstattung massiv behindert. Am 26. Juni verhörte die Polizei in Andidschan Gafur Juldatschew, einen Mitarbeiter von Radio Free Europa, und nahm ihm sein Tonbandgerät ab. Der Reporter hatte zwei Vertreter verbotener Oppositionsparteien interviewen wollen. Am selben Tag wurde in Karschi der Journalist Ulugbek Kaidarow von Unbekannten zusammengeschlagen. Kaidarow arbeitet für zwei oppositionelle Websites. Der Regionalgouverneur hatte ihm gedroht, er werde „es ihm heimzahlen“, sollte er weiterschreiben.

Äthiopien: Nach studentischen Demonstrationen gegen angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Parlamentswahlen vom 15. Mai wurden acht leitende Redakteure von vier Zeitungen („Menilik“, „Netsanet“, „Abay“, „Zena“) einen Tag lang in Polizeigewahrsam genommen. Fünf äthiopischen Mitarbeitern ausländischer Medien (darunter Deutsche Welle und Voice of America) wurde die Akkreditierung entzogen. Schon seit April 2004 sind zwei Journalisten des staatlichen Fernsehens in Haft, die über Demonstrationen von Studenten aus der Oromo-Region berichtet hatten.

Gute Nachrichten

Irak/Frankreich: Am 11. Juni wurden die französische Journalistin Florence Aubenas, die für die Zeitung „Libération“ aus dem Irak berichtete, und ihr irakischer Dolmetscher Hussein Hanoun freigelassen. Französische Kollegen und Zeitungsherausgeber hatten mit einer breiten Kampagne die Freilassung der beiden Geiseln gefordert.

Türkei: Am 1. Juni wurde die österreichische Journalistin Sandra Bakutz von einem Gericht in Ankara freigesprochen. Die Polizei hatte die Reporterin, die für die österreichische Rundfunkstation Orange 94,0 und für die Berliner „junge Welt“ arbeitet, am 16. Februar bei ihrer Ankunft auf dem Istanbuler Flughafen unter der Anschuldigung festgenommen, dass sie einer illegalen Organisation angehöre. Nach sechs Wochen in türkischen Gefängnissen hatte man sie Ende März wieder freigelassen.

Für diese Rubrik stellt „Le Monde diplomatique“ allmonatlich Nachrichten über den Stand der Pressefreiheit zusammen.

Weitere Informationen unter:

www.reporter-ohne-grenzen.de

Le Monde diplomatique vom 08.07.2005,