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Zu wenig in Brüssel
Ernüchterndes aus Peking

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Zu wenig in Brüssel

Beim letzten EU-Gipfel wurde die nächste Etappe auf dem Weg zur Überwindung der Eurokrise verbummelt. Als „too little too late“ qualifizieren die meisten linken Ökonomen die Brüsseler Beschlüsse. Diese sehen unter anderem vor, dass der künftige Europäische Stabilitätsfonds unter noch zu schaffenden Bedingungen direkt Staatspapiere aufkaufen kann. Weiterführende Schritte wie die Einführung von Eurobonds wurden von der deutschen Bundeskanzlerin erneut zum Tabu erklärt. Was das bedeutet, hat John Lanchester in Le Monde diplomatique vor einem Jahr diagnostiziert: Nur wenn Deutschland bereit sei, das „gesamteuropäische Interesse genauso wichtig zu nehmen wie sein eigenes nationales Interesse“, werde der Euro überleben. Deshalb müsse die politische Klasse die deutschen Steuerzahler davon überzeugen, „dass sie zur Übernahme dieser Last verpflichtet sind“. Das Zitat stammt aus dem Text „Euroland – bezahlt wird doch“ vom August 2011. Von den hilflosen Reaktionen auf die Krisendynamik – nicht nur seitens der europäischen Politiker – handelte auch das „Dossier Finanzmärkte“ vom Oktober 2011. Nach wie vor sehr lesenswert sind vor allem die Beiträge von Heiner Ganßmann, Laurent Cordonnier und Ibrahim Warde.

Ernüchterndes aus Peking

Für Juni 2012 meldet die chinesische Regierung erstmals einen Preisrückgang bei Konsumgütern. Das gilt als weiteres Anzeichen dafür, dass die Binnenkonjunktur weniger zulegt, als die chinesischen Ökonomen angenommen haben. Damit scheint sicher, dass die „Lokomotive der globalen Konjunktur“ in den nächsten Jahren erheblich an Zugkraft einbüßen wird. Wichtig ist aber auch die Frage, was das für die chinesische Gesellschaft bedeutet und wie die Partei- und Staatsführung eine Krise zu verhindern gedenkt. Darüber informieren zwei Texte, die in den letzten Monaten in Le Monde diplomatique erschienen sind: Im Mai 2012 schilderte Jean-Louis Rocca („Der chinesische Blues“) vor allem die Verunsicherung der neuen chinesischen Mittelschicht. Im April 2012 schrieb Shi Ming („Im Land der Schattenbanken“) über krisenhafte Erscheinungen wie die gefährliche Immobilienblase, die Löcher in den Rentenkassen und die wachsende Staatsverschuldung.

Le Monde diplomatique vom 13.07.2012

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