Was wann geschah

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Was wann geschah

1947: Aufteilung von Britisch-Indien in eine von Hindus dominierte Indische Union und ein islamisches Pakistan mit zwei Landesteilen: Westpakistan und Ostpakistan, dem mehrheitlich muslimischen Ostbengalen. Zwischen den beiden Landesteilen liegen 2 000 Kilometer indischen Staatsgebiets. Hauptstadt des Gesamtstaates wird Karatschi in Westpakistan.

1952: Die Regierung Pakistans will Urdu zur Amtssprache machen, das in Bengalen kein Mensch spricht. Das führt in Ostpakistan zu Aufständen, die mit Repression beantwortet werden. Der Widerstand gegen Urdu wird zur Keimzelle der Unabhängigkeitsbewegung.

1970: Ein verheerender Zyklon fordert in Ostpakistan 500 000 Todesopfer. Die Regierung in Karatschi lässt dem östlichen Landesteil kaum Hilfe zukommen.

1971: Die Awami-Liga unter Sheikh Mujibur Rahman gewinnt die gesamtpakistanischen Wahlen. Da Rahman als Bengale für die innere Autonomie Ostpakistans eintritt, wird die Wahl von Karatschi annulliert. Das löst den Unabhängigkeitskrieg aus, in dem Indien und die UdSSR die Bengalen unterstützen, während USA und China auf der Seite Karatschis stehen. Zu Beginn des blutigen Kriegs proklamiert Mujibur Rahman den unabhängigen Staat Bangladesch. Dessen Existenz ist militärisch erst gesichert, als im Dezember die indische Armee zugunsten der Regierung Rahman eingreift.

1975: Am 15. August wird Mujibur Rahman, der das Land im Rahmen einer säkularen parlamentarischen Demokratie mit zunächst linksdirigistischen Zügen regiert hatte, ermordet. General Ziaur Rahman wird neuer Regierungschef.

1977: Ziaur Rahman wird präsidiales Staatsoberhaupt.

1978: Ziaur Rahman gründet die rechtsgerichtete, aber säkulare Bangladesh National Party (BNP).

1981: Ziaur Rahman wird am 30. Mai bei einem Putschversuch getötet.

1982: Staatsstreich des Armeechefs General Hossain Ershad.

1990: General Ershad wird Anfang Dezember gestürzt, nach Massendemonstrationen, die von Sheikh Hasina, der Tochter Mujibur Rahmans, und Khaleda Ziaur, der Witwe von Ziaur Rahman, organisiert werden.

1991: Das Bündnis der beiden Frauen zerbricht. Die Wahlen gewinnt die BNP unter Khaleda Ziaur, diese wird nach Wiederherstellung des parlamentarischen Systems neue Ministerpräsidentin. Gegen die neue Regierung beginnt die von Sheikh Mujibur angeführte Awami-Liga eine Streikbewegung. Im selben Jahr fordert ein Tsunami mindestens 300 000 Todesopfer.

1996: Die Awami-Liga gewinnt die Wahlen.

1998: Flutkatastrophe, zwei Drittel des Landes werden überschwemmt.

2001: Mit Hilfe der Islamisten kommt die BNP wieder an die Macht.

Le Monde diplomatique vom 12.08.2005

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