Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

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Peking und die Uiguren

Chinas Verteidigungsminister General Wei Fenghe erklärt der Welt, warum sich die Uiguren glücklich schätzen dürfen, am chinesischen Wirtschaftsaufschwung zu partizipieren. In Singapur antwortete der General auf eine Frage nach dem Schicksal der muslimischen Volksgruppe in der westchinesischen Provinz Xinjiang: „Die Lebensqualität der Bevölkerung hat sich verbessert, und sie genießen ein sicheres und stabiles Leben.“ Die Umerziehungslager, in die oppositionelle Uiguren verbannt werden, bezeichnete Wei Fenghe als „Berufsbildungszentren“, in denen „die Menschen einige Fähigkeiten erwerben, damit sie sich in die Gesellschaft reintegrieren können“. Damit werde sichergestellt, „dass es keine terroristischen Angriffe mehr gibt“. Über die tatsächliche Funktion der Lager und die systematische Unterdrückung der Uiguren informiert der Bericht „Bleierne Zeit in Xinjiang“ von Rémi Castets in LMd vom März 2019. Interessant ist dabei ein Vergleich mit einer LMd-Reportage von Martine Bulard vom August 2009, Sie schildert die Anfänge der Repres­sion im „Wilden Westen von China“, aber auch die früheren Zeiten, als Uiguren und Han-Chinesen in Xinjiang noch friedlich zusammenlebten.

Shakespeare und die Tories

In der Konservativen Partei Großbritanniens läuft der Showdown im Kampf um eine neue Parteiführung und die künftige Brexit-Strategie. Im November 2018 schrieb Agnès Alexandre-Collier für die LMd die Geschichte von den „Zerrissenen Tories“, in dem sie die vielfachen Fraktionen und parteiinternen Bruchlinien darstellt. Ihre Formulierung von einem „Shakes­peare­’schen Hauen und Stechen zwischen den Nachfolgekandidaten“ liest sich wie eine Prognose der Situation nach dem Rücktritt von Theresa May.

Dänische Sozialdemokraten

Bei den dänischen Parlamentswahlen am 5. Juni wurden die Sozialdemokraten mit knapp 26 Prozent stärkste Kraft, während die rechtspopulistische Dansk Volkeparti im Vergleich zur letzten Wahl 2015 über 12 Prozentpunkte einbüßte. Ihren Wahlerfolg verdanken die Sozialdemokraten allerdings vor allem ihrer Anti-Migrations-Rhetorik. Damit gewannen sie viele Wähler zurück, die vor vier Jahren ihre Stimme den Rechtspopulisten gegeben hatten. Über die dänische Angst vor den Migranten und den Kurswechsel der Sozialdemokratie berichtete Mathias Greffrath im Juli 2018 in seinem Beitrag „Schluss mit hyggelig“.

Le Monde diplomatique vom 13.06.2019

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