Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

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Netanjahus Pläne

Am 6. April, wenige Tage vor der israelischen Parlamentswahl, kündigte Ministerpräsident Netanjahu die Annektierung von Teilen des Westjordanlands an. In der LMd-Ausgabe vom Februar 2012 berichtet Joseph Dana in „Kafka im Westjordanland“, was es für die Palästinenser heißt, dass zwei Drittel des Westjordanlands de facto schon unter vollständiger Kontrolle Israels stehen: Bauvorhaben bedürfen der Zustimmung der israelischen Verwaltung und werden so gut wie nie genehmigt. Regelmäßig rücken Bull­dozer an, um palästinensische Häuser zu zerstören, während das ausgedehnte Netz illegaler jüdischer Siedlungen nicht nur toleriert, sondern mit dem Bau von Wasser- und Stromleitungen noch befördert wird.

Gedenken in Ruanda

Kaum ein Menschheitsverbrechen der Neuzeit ist so gut dokumentiert wie der Völkermord an den Tutsi, bei dem zwischen April und Juli 1994 bis zu 1 Mil­lion Menschen getötet wurden. Was bei den diesjährigen Gedenkfeierlichkeiten kaum thematisiert wird, ist der Historikerstreit um den Völkermord, über den Dominic Johnson in der LMd-Januarausgabe 2017 berichtet. Den ersten Versuch, das Unfassbare in seinem ganzen Ausmaß aufzuzeichnen, unternahm die britische Menschenrechtsaktivistin Rakiya Omaar, die zufällig vor Ort war und die Aussagen von Überlebenden dokumentierte. Alex de Waal, der damals in seinem Londoner Büro Omaars gefaxte Berichte entgegennahm, schildert in derselben LMd-Ausgabe die Vorgeschichte und die Instrumentalisierung des Völkermords durch das Kagame-Regime. Von den Folgen der verordneten Versöhnung erzählt Jonas Weyrosta in seinem Beitrag „Nicht Hutu, nicht Tutsi, nicht Twa“, der im Mai 2014 in LMd erschien.

Elite-Unis in den USA

Mitte März wurde publik, dass das FBI in zahlreichen Fällen von Bestechung Universitätsangestellter ermittelt: Prominente und Unternehmer haben hohe Summen gezahlt, um ihren Kindern einen Platz an einer der 12 renommiertesten Unis zu sichern. Wer dort studiert, hat den ersten großen Schritt zu Macht, Geld und Prestige bereits getan, wie die Hälfte der Großunternehmer und etwa 40 Prozent der Spitzenpolitiker im Land. Schon im September 2018 berichtete Richard D. Kahlenberg in LMd über den besten Start einer Karriere: „Der direkte Weg nach Harvard“.

Le Monde diplomatique vom 11.04.2019

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