Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

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Machtkampf in Caracas

Die Lage in Venezuela spitzt sich zu. Mehrere EU-Staaten haben Juan Guaidó als Interimspräsidenten anerkannt, nachdem Nicolás Maduro ihr Ultimatum für Neuwahlen verstreichen ließ. Und Trump drohte abermals mit einem militärischen Eingreifen der USA. In Venezuela steht das Militär weiterhin hinter Maduro. Was die Krise für die Bevölkerung bedeutet, hat Temir Porras Ponceleón in der LMd vom November 2018 beschrieben. Der ehemalige Kabinettschefs Maduros analysiert, wie die Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung die soziale Verelendung wie die politische Polarisierung verschärft hat.

40 Jahre Revolution in Iran

Am 11. Februar 1979 brach in Iran die konstitutionelle Monarchie zusammen. Es entstand aber nicht die von der säkularen Opposition angestrebte Demokratie, sondern ein schiitischer „Gottesstaat“. Viele Linke, die aus dem Exil zurückgekehrt waren, mussten ein zweites Mal fliehen. Manche von ihnen schrieben danach für Le Monde diplomatique, Paris. Seit 1995 erschienen ihre Texte auch in der deutschen Ausgabe: Im Juli 2005 erklärte Ahmad Salamatian in „Die Schii­ten und ihr Kampf um Gott“ das komplizierte Machtgefüge nach 1979; im Mai 2015 kommentierte Shervin Ahmadi, der die Farsi-Ausgabe von LMd leitet, das Abkommen über das iranische Nu­klear­programm; in der Oktober-Ausgabe 2017 ist Marmar Kabirs melancholische Erzählung „Die Dame im blauen Mantel“ erschienen; außerdem zeigten zwei Comic-Künstlerinnen, wie sie das Land auch im Exil nicht loslässt: Im November 2004 sprach Marjane Satrapi über ihre autobiografische Graphic Novel „Persepolis“, und im Februar 2013 illustrierte Rashin Kheiriyeh die anstehenden Präsidentschaftswahlen in subversiver Adaption persischer Miniaturmalerei.

Freispruch für Gbagbo

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) hat den früheren Präsidenten der Elfenbeinküste von der Anklage wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ freigesprochen. Gegen das Urteil vom 15. Januar (mit 2 zu 1 Stimmen) wollen die Haager Ankläger allerdings in Berufung gehen. Laurent Gbagbo ist das erste Staatsoberhaupt, das sich vor dem IStGH verantworten musste. Die Anklage bezog sich auf Brutalitäten des Regimes während des blutigen Bürgerkriegs nach den Wahlen von 2010. Wie sich Gbagbo damals trotz des Siegs des Gegenkandidaten Quattara an der Macht hielt, schildert der Text „ Fernsehkrieg in der Elfenbeinküste“ von Vladimir Cagnolari in LMd vom Mai 2011.

Le Monde diplomatique vom 07.02.2019

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