Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

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Friedensnobelpreis

Nadia Murad erhält den diesjährigen Friedensnobelpreis, zusammen mit dem kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Die erste UN-Sonderbotschafterin für die „Würde der Opfer von Menschenhandel“ ist Überlebende des Genozids an den irakischen Jesiden, die selbst die sexuelle Ausbeutung unter der Schreckensherrschaft des IS erlebt hat. Vicken Cheterian erzählte in der LMd vom Januar 2017 die „Geschichte der Jesiden von Sindschar“, die am Morgen des 3. August 2014 von IS-Milizen überfallen wurden. Damals wurden Tausende getötet oder entführt und versklavt. Im Januar 2017 befanden sich immer noch 3200 Frauen in der Gefangenschaft des IS; ungefähr 2000 konnten befreit werden oder fliehen wie die damals 21-jährige Murad. Keine andere Gruppe hat der IS so grausam behandelt wie die Jesiden. Offenbar wollte die Terrormiliz sie nicht nur einschüchtern und unterwerfen, sondern komplett vernichten. Der 3. August 2014 wird als das 73. Po­grom in die Geschichte der Jesiden ein­ge­hen, die zu den nichtmuslimischen Glaubensrichtungen gehören, die seit Jahrhunderten im Irak nebeneinander existiert haben.

Alternativer Nobelpreis

Ende November vergibt die Right-Livelihood-Stiftung den Alternativen Nobelpreis. Einer der Ausgezeichneten ist Yacouba Sawadogo. Der Bauer aus Burkina Faso ist ein Pionier neuer landwirtschaftlicher Anbaumethoden, die auf die Integration von Bäumen setzt. Damit sollen die verheerenden Folgen des Klimawandels für die Sahelzone eingedämmt und rückgängig gemacht werden. Mit diesem praktischen Ansatz hat Sawadogo nach Ansicht renommierter Wissenschaftler „mehr getan als alle internationalen Forschungsinstitute und Entwicklungsexperten zusammen“. In LMd wurde der innovative Landwirt, der weder lesen noch schreiben kann, bereits im August 2010 porträtiert. Der Umweltjournalist Mark Hertsgaard beschreibt in „Sawadogos Leidenschaft für Bäume“ die Methoden, die nicht nur in Burkina Faso, sondern auch in Niger und Mali im Kampf gegen die Dürre zum Einsatz kommen. Derselbe Autor beschreibt in seinem Text „Quer durch Afrika“ in der LMd vom November 2011 den großformatigen Plan für die gesamte Sahelzone, der das Vordringen der Sahara durch ein schützendes Band aus Bäumen aufhalten soll. Ein solches Projekt würde helfen, jene „negativen Emissionen“ zu erzielen, die der Weltklimarat in seinem am 8. Oktober ver­öffentlichten Sonderbericht zur globalen Erwärmung für unverzichtbar erklärt hat.

Le Monde diplomatique vom 11.10.2018

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