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Markus Willeke malt schnell. Seine Technik ist von der Aquarellmalerei beeinflusst, auch seine Ölfarben sind sehr flüssig. Beim Malen liegen die Bilder auf dem Boden; sie werden mit großen Pinseln und bei großen Formaten auch mal mit einem Besen gemalt. Willeke arbeitet nass in nass, das heißt, ein Bild muss innerhalb von etwa acht Stunden fertig sein, bevor die Farbe trocknet. Die Spuren des Malprozesses bleiben sichtbar: der Pinselduktus, die ineinanderlaufenden Farben, auch Kleckse und Spritzer. Man sieht, dass sie gemacht sind – und wie sie gemacht sind. Aus der Entfernung allerdings wirken sie extrem realistisch. Als Vorlagen dienen dem Künstler Fotografien. Bei seinen Alltagssujets spielt oft die Idee des Verschwindens oder der Abwesenheit eine Rolle: Die Anoraks sind leer, auch in den Achterbahnen vergnügt sich niemand, ihre Silhouetten erinnern an Skelette.

Noch bis zum 8. Dezember zeigt Alexandra Erlhoff in Berlin neue Arbeiten des Künstlers. Für das Bildmaterial, dessen Copyright bei der VG Bild-Kunst Bonn liegt, danken wir dem Künstler und der Hengesbach Gallery. www.rahmenundkunst.de, www.hengesbach-gallery.com, www.markuswilleke.de

Wilhelm Werthern

Le Monde diplomatique vom 11.10.2018, von Wilhelm Werthern

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