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Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

Äthiopien und Eritrea

Nach zwei Jahrzehnten Pause haben Äthiopien und Eritrea ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen, die seit Beginn des Grenzkriegs 1998 unterbrochen waren. Die Feindschaft zwischen Äthiopien und seiner ehemaligen Provinz Eritrea endete offiziell vor einem Monat, als Abiy Ahmed, der neue Regierungschef in Addis Abeba, das im Jahr 2000 unterzeichnete Friedensabkommen von Algier akzeptierte, das nie in Kraft getreten war. Am 8. Juli reiste Abiy nach Asmara zu seinem ersten Treffen mit Eritreas Staats- und Regierungschef Afewerki. Als ersten Schritt verabredeten sie die Wiederaufnahme von Verkehrs- und Handelsbeziehungen. Bis zu einer endgültigen Aussöhnung ist es allerdings noch ein weiter Weg, denn die Umsetzung der Grenzvereinbarung von 2000 wird nicht einfach sein. Dennoch ist die Begeisterung in beiden Ländern groß. Vor allem in Eritrea hofft die Bevölkerung, dass die Öffnung gegenüber dem größeren Nachbarland zu einer Lockerung der diktatorischen Herrschaft Afewerkis führen wird. Die Repressionen des Regimes, die Hunderttausende ins Exil getrieben haben, beschrieb Alex de Waal, einer der besten Kenner der Konfliktregion am Horn von Afrika im November 2015 in seinem LMd-Artikel „Das System Eritrea“. Wie unlösbar der Streit zwischen Eritrea und Äthiopien noch vor zwei Jahren erschien, ist der LMd-Ausgabe vom September 2016 zu entnehmen. „Rivalen auf engstem Raum“ ist eine gründliche Analyse von Gérard Prunier, der in einem zweiten Text auf die Geschichte der Abspaltung Eritreas von Äthiopien zurückblickt.

Der Streik geht weiter

Die französischen Eisenbahner bleiben hartnäckig. Zu Beginn der Schulferien haben zwei Gewerkschaften zu weiteren Streiks aufgerufen, der zum Ausfall vieler TGV-Verbindungen führte. Obwohl die sogenannte Bahnreform, gegen die der Arbeitskampf gerichtet ist, inzwischen im Parlament verabschiedet wurde, plant die stärkste Gewerkschaft CGT einen weiteren Streik am 19. Juli. Warum die Reform der Staatsbahn SNCF an falschen Punkten ansetzt, erklärt Benoît Duteurtre in Le Monde diplomatique vom April 2018 unter dem Titel „Das zivilisierteste Verkehrsmittel der Welt“. In derselben Ausgabe kritisiert Pierre Rimbert die gesamte Liberalisierungs-strategie der französischen Regierung und besteht auf dem „Recht auf das, was alle brauchen“.

Le Monde diplomatique vom 12.07.2018,