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Fukushima heute

Leben, bauen und erinnern

von Marcin Pietraszkiewicz

An jenem 11. März 2011 lagen – auf hunderten Kilometern Küste verstreut – Hausteile, Möbel, Autos, Eisenbahnwaggons, landwirtschaftliche Geräte, Fischerboote. Dazwischen Tierkadaver und menschliche Leichen. Wüsste man nichts von der Katastrophe, die vor sieben Jahren über die Nordostküste Japans hinwegrollte, würde man nicht glauben, dass hier einmal hunderttausende Menschen gelebt, geliebt und ihre Felder bestellt haben, dass Nahverkehrszüge Kinder in Schulen brachten und in Krankenhäusern Babys zur Welt kamen.

Südlich der Millionenstadt Sendai erstreckte sich bis zu jenem schicksalhaften Tag ein fruchtbarer Streifen Land an der Pazifikküste: Reisfelder, Apfelplantagen, Gewächshäuser, dazwischen kleine Städte und Fischerdörfer mit Häfen und Sandstränden – Ausflugsziele für erschöpfte Großstädter. Die Gegend war dicht besiedelt, Einfamilienhäuser reihten sich aneinander. Von alldem ist heute nichts mehr zu sehen.

Wo früher Häuser standen – in Japan traditionell aus Holz und Gipsplatten gebaut –, sind höchstens noch Betonfundamente erkennbar. Landeinwärts ziehen sich nun grasbewachsene Brachen und Reisfelder kilometerweit dahin. Die einst belebten Straßen wurden neu geteert, an einigen wird noch gebaut. Da und dort ragten noch Jahre nach dem Tsunami Autowracks aus dem Morast heraus oder Teile von größeren Gebäuden wie Schulen oder Ämter, deren Stahlbetonwände der über zehn Meter hohen Welle standgehalten hatten. Inzwischen haben Bagger und Abrisstrupps auch den Rest erledigt. Was die Arbeiter in tage- und nächtelanger Arbeit aufgesammelt haben, wurde auf riesigen Halden entlang der Küste aufgeschüttet und in mobilen Verbrennungsanlagen entsorgt. Zwei Jahre lang waren die schwarzen Rauchsäulen von Sendai aus zu sehen.

Heute dominiert eine Betonmauer die Landschaft. Kurz nach der dreifachen Katastrophe (Erdbeben, Tsunami und der GAU in Fukushima 1) hatte die Regierung in Tokio beschlossen, auf gut 400 Kilometern Länge jeweils 15 Meter hohe und 9 Meter breite Betonwälle zu errichten, die die Küste der Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima vor künftigen Tsunamis schützen sollen. Die meisten Bewohner der Katastrophengebiete waren froh, Geld für ihr verwüstetes Land zu bekommen, und überließen die Entscheidungen den Behörden.

Die „Große Japanische Mauer“ wird die Landschaften und Ökosysteme auf Jahrhunderte hinaus verändern. Ob sie jemals ihren Zweck erfüllt, ist fraglich, denn ein Naturereignis dieses Ausmaßes kommt statistisch nur ein- bis zweimal im Jahrtausend vor. 2011 waren die Schutzmaßnahmen jedenfalls nicht ausreichend. In Kamaishi, wo der zwei Jahre zuvor eingeweihte und eine Milliarde Euro teure Tsunami-Schutzwall die Stadt in einem falschen Sicherheitsgefühl wiegte, schwappte die Welle mehrere Meter über den Damm, 1250 Menschen starben oder sind seither vermisst.

Die neue, bis zu 7 Milliarden Euro teure Mauer, die derzeit hauptsächlich Reisfelder schützt, dürfte inzwischen etwa zu einem Drittel fertig sein. Kritiker vermuten hinter dem Mauerprojekt ein großzügiges Geschenk an die Bauindustrie, die seit dem Boom der 1970er und 1980er Jahre äußerst

einflussreich ist. Die Liberaldemokratische Partei (LDP), die in Japan seit über 70 Jahren fast ununterbrochen regiert, schuf damals ein System von Abhängigkeiten zwischen Politik, Bürokratie und Baulobby. Während die großzügigen öffentlichen Bauaufträge zur exorbitanten Staatsverschuldung beitragen, macht sich für viele Bürokraten und Politiker die Zusammenarbeit mit den Bauunternehmen bezahlt – nach der Pensionierung bekommen sie dort oft lukrative Managerjobs.

Jeder zehnte Arbeitnehmer in Japan ist in der Baubranche beschäftigt (in Deutschland jeder fünfzigste). Als die Immobilienblase Anfang der 1990er Jahre platzte, griff der Staat der Branche großzügig unter die Arme. Damals entstanden ökonomisch und ökologisch höchst fragwürdige Infrastrukturprojekte wie Tunnel und Autobahnen in entlegenen Regionen, riesige Veranstaltungshallen oder Museen in kleinen Gemeinden sowie etliche Flussregulierungen, Staudämme und Betonschutzmauern. In den 1990er Jahren hat Japan 30-mal so viel Beton verbaut wie die USA.

Die Saitos waren bis zum Tag des Tsunamis Erdbeerbauern gewesen. Dann verschlang die Riesenwelle alles, was sie besaßen. Heute lebt die Familie in Watari, ein paar Kilometer von ihrem früheren Wohnhaus entfernt. Nach der Katastrophe hatten sie zunächst ein Wochenendhäuschen in den Bergen angemietet, sodass ihnen die erniedrigenden Verhältnisse in den Evakuierungszentren erspart blieben. Herr Saito bekam bald einen Job bei einer Aufräumfirma. Zwei Jahre später mussten sie das Land, über das der Tsunami hinweggerollt war, an den Staat zwangsverkaufen, weil dort niemand mehr wohnen durfte. Die meisten Bewohner der Gegend zogen in höher gelegene, neue kommunale Wohnungen. Die Saitos konnten mit dem Erlös für ihr Land ein eigenes Haus jenseits des Autobahndamms bauen.

Als die Erde bebte, saß Frau Saito beim Augenarzt im Wartezimmer. Sie kämpfte sich im dichten Gegenverkehr zu ihrem Haus zurück, um ihre Schwiegermutter zu retten. Danach fuhren sie ins Gemeindezentrum, die offi­ziel­le Tsunami-Evakuierungsstelle. Dort waren bereits hunderte Menschen im zweiten Stock zusammengepfercht. Als das Wasser stieg, flohen die Jüngeren über eine Leiter aufs Dach. Die Älteren wurden angewiesen, auf Tische und Stühle zu steigen und abzuwarten. Das Wasser reichte ihnen schon bis zu den Hüften, als es sich wieder zurückzog. Nach einer kalten Nacht ohne Strom wurden sie mit einem Boot aus dem Ortszentrum, das sich in einen riesigen See verwandelt hatte, evakuiert.

Die Saitos waren wohlhabend, angesehen, eine der ältesten Familien im Ort. Das Wasser überflutete den ersten Stock ihres hundert Jahre alten Hauses, aus dem zweiten konnten sie später ein paar Andenken retten. Das Nachbarhaus wurde einfach weggespült und blieb an den Eichen im Garten hängen. Ein paar Meter vom ehemaligen Anwesen der Saitos entfernt haben Freiwillige aus ganz Japan einen buddhistischen Tempel und den Friedhof wiederaufgebaut.

Der Toten- und Ahnenkult ist ein integraler Bestandteil des religiösen Lebens der Japaner. Viele sind zugleich Buddhisten und Shintoisten. Das Bedürfnis, den Verstorbenen Respekt zu zollen, war eines der ersten und stärksten nach der Katastrophe. Wo einst das Wohnhaus der Saitos stand, ist ein „Gedächtnis-Park“ entstanden: weite Grasflächen und ein begrünter Hügel, über den sich ein Fußweg windet.

An der Küste sind aus dem bei den Aufräumarbeiten angefallenen Schutt mehrere solcher Anhöhen entstanden; sie dienen nun als Evakuierungsplätze. Mit dem unter der Sitzbank angebrachten Bausatz lässt sich die Aussichtsplattform in eine Notunterkunft verwandeln. Von hier aus fällt der Blick auf Sonnenkollektoren und neue Foliengewächshäuser. Auch Herr Saito baut wieder Erdbeeren an, nachdem der Staat fast die gesamten Kosten für die Investition übernommen hat. Er hat zwar nur noch halb so viel Anbaufläche wie früher, aber er kann wieder davon leben.

Weiter südlich, an der Grenze zur Präfektur Fukushima, sind in der 1500-Seelen-Gemeinde Sakamoto etwa 150 Menschen in der Tsunami-Welle ertrunken. Auch hier waren es vor allem ältere Bewohner, die die Sirenen nicht gehört hatten, zu schwach gewesen waren, um wegzulaufen, oder es auch nicht ernst genommen hatten. Warnungen nach Erdbeben sind an den Küsten Japans relativ häufig. Ihnen folgt meist nur eine kleine Flutwelle, die die Boote im Hafen durcheinanderwirbelt.

Diesmal kam es anders. Feuerwehrmänner und freiwillige Helfer rasten durch die Orte und forderten alle auf, sich in Sicherheit zu bringen. Frau Shimada, eine Ernährungsberaterin im örtlichen Pflegeheim, versuchte zusammen mit 25 Krankenpflegern die Evakuierung ihrer Schützlinge zu organisieren. Ihnen blieb eine knappe Dreiviertelstunde, um alle Patienten auf eine Anhöhe ein paar Kilometer weiter zu bringen. Sie hatten die Hälfte der Patienten in Sicherheit gebracht, als sie der 13 Meter hohe Wasserwall einholte. Frau Shimada, ihre Kolleginnen sowie die verbliebenen Rentner kamen im zweiten Stock des Heims ums Leben. Auch davon ist heute nichts mehr zu erkennen, das Terrain ist eingeebnet, am Betondamm und den Bewässerungskanälen wird unermüdlich gebaut. Der Tsunami hat die Küstenlinie verändert, alles mit Sand bedeckt und den schützenden Kiefernwald weggespült.

Als die Erde bebte, saß Frau Saito im Wartezimmer

Frau Shimadas Ehemann und seine 84-jährige Mutter haben das Unglück überlebt. Sie wohnten zwei Jahre in einer Übergangsbehausung. Für die über 470 000 obdachlos gewordenen Menschen hatten die Behörden rund 53 000 dieser kaum isolierten „Kasetsus“ aus dem Boden gestampft. Jede Familie hatte Anspruch auf zwei winzige, möblierte Zimmer mit Küche und Bad. Die Containersiedlungen waren zumeist weit von einer Stadt oder jeglicher Infrastruktur entfernt. Viele Bewohner wurden depressiv, die Selbstmordrate war hoch.

Obwohl in Japan nach einem Gesetz von 1947 niemand länger als zwei Jahre in einer Notunterkunft untergebracht werden dürfte, lebten Mitte 2017 noch 36 000 Betroffene in diesen provisorischen Behausungen, die meisten in der Präfektur Fukushima.

Bauarbeiter für den Wiederaufbau im Nordosten zu finden war wegen des rapiden Bevölkerungsrückgangs von Anfang an schwer genug. Seit aber Milliardeninvestititionen für die Olympischen Spiele 2020 nach Tokio fließen, geht es im Katastrophengebiet erst recht langsam voran. Hinzu kommt, dass das olympische Fieber die Preise für Baustoffe in die Höhe treibt.

Noch komplizierter ist die Situa­tion in der Präfektur Fukushima. Dort können oder wollen viele Menschen nicht in ihre alten Gemeinden zurück. Von den rund 123 000 Betroffenen, die nach der Dreifachkatastrophe in allen drei Präfekturen immer noch in Übergangsbehausungen, Mietwohnungen oder bei Verwandten leben, kommen 80 000 aus der Präfektur Fukushima. Menschen, die aus leicht verstrahlten und als unbedenklich deklarierten Orten weggezogen sind, gelten jetzt als „freiwillige Flüchtlinge“ und erhalten seit März 2017 keine Mietbeihilfe mehr mit dem Argument, das Land sei dekontaminiert und die Lebensmittelsicherheit wiederhergestellt.

Japans Regierung und die Betreiberfirma Tepco berichten gern über die erfolgreiche Dekontamination. Immerhin konnten 2017 weitere kraftwerksnahe Gemeinden für die Rückkehr von 32 000 Bewohnern freigegeben werden. Und doch schrecken vor allem jüngere Leute vor diesem Schritt zurück. Bis Anfang 2017 sind lediglich 13 Prozent der Bewohner in ehemals verstrahlte Städte und Dörfer zurückgekehrt, die meisten von ihnen Rentner.

Im Mai 2017 führte der staatliche Fernsehsender NHK eine Umfrage unter den Bewohnern der Kasetsus durch. Dabei stellte sich heraus, dass fast 15 Prozent der meist älteren Menschen gar nicht mehr in ihr altes Leben zurückwollen. Sie haben einfach resigniert, weil sich alles so lange hinzieht.

Verzögerungen beim Wiederaufbau entstehen auch, weil die Besitz­urkunden vieler Grundstücke nicht vorhanden oder die Besitzer tot oder vermisst sind. Und manche wollen ihr Land auch nicht verkaufen, weil sie die Hoffnung, ihre vermissten Angehörigen doch noch zu finden, nicht aufgeben können.

Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima 1 ließ die rund 18 500 Todesopfer des größten Erdbebens in der Geschichte Japans und des darauffolgenden Tsunamis im Ausland bald in Vergessenheit geraten. Das internationale Interesse konzentrierte sich auch nicht so sehr auf die Binnenflüchtlinge als vielmehr auf die aktuelle Lage im Unglücksreaktor und das Festhalten der Regierung am Atomstrom. Und die Berichterstattung in Japan selbst verlor sich in hochspezialisierten Details über die sogenannte kalte Abschaltung. Der Zusammenhang zwischen dem Super-GAU und der Häufung von Schilddrüsenkrebs bei Kindern aus Fukushima (derzeit 152 nachgewiesene Fälle) wird von offizieller Seite heruntergespielt beziehungsweise bestritten. Unterstützung erfahren die Eltern nur durch engagierte Anwälte, wie den Anti­atomkraftaktivisten Hiroyuki Kawai, der Spenden für die ärztliche Versorgung der Kinder einsammelt.

In Kamaya erinnern Fotos an den Schulalltag

Etwa 70 Kilometer nordöstlich von Sendai, am Ufer des Kitakami und gut drei Kilometer vom Pazifik entfernt, liegt der Ort Kamaya. Dort stand die Okawa-Volksschule. Der halbrunde Betonbau, ohne Fenster und mit eingestürzten Verbindungsgängen, steht nun als Mahnmal in der Einöde zwischen Flussdamm und Berghang. Am Zaun erinnern Fotos und Tafeln mit Kinderschrift an den Schulalltag, darunter liegen Plüschtiere und Blumensträuße. Die Gesichter auf den Fotos sind unkenntlich gemacht, ausgelöscht. Auf einer Mauer sieht man noch bunte Kinderzeichnungen.

Als am 11. März 2011 die Erde bebte, wurden die 78 Schüler zunächst auf den Sportplatz evakuiert. Das Amt für Meteorologie erließ wenig später eine Tsunami-Warnung, die eine bis zu zehn Meter hohe Welle ankündigte. Die Lehrer zogen daraufhin das Unterrichtshandbuch zurate, das in Japan zentral verfasst, aber in der Regel an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wird. Für die meisten küstennahen Schulen waren darin Evakuierungsplätze an höher gelegenen Orten festgelegt.

Da Kamaya aber nicht als Tsunami-Gefahrengebiet galt, hatte der Schulleiter keine Anpassung vorgenommen. Dem Handbuch war nur zu entnehmen, dass die Kinder bei einem Erdbeben „in ein freies Gelände in der Nähe der Schule“ evakuiert werden sollten. Dabei stand das Schulhaus direkt neben einem 200 Meter hohen Hügel, auf den die Kinder mühelos hätten hinaufklettern können.

Es kam zum Streit zwischen den Lehrern, den Eltern, die gekommen waren, um ihre Kinder abzuholen, und den Dorfbewohnern, denn die Schule war gleichzeitig der offizielle Evakuierungs- und Sammelort für Kamaya. Trotz aller Warnungen und Aufforderungen aus den Lautsprechern setzten sich die alten Männer über die Mütter hinweg. Die Lehrer beschlossen, den Anweisungen im Handbuch zu folgen. Sie führten die Kinder auf die Straße, in Richtung einer Verkehrsinsel und damit genau auf die Tsunamiwelle zu. 74 Schüler und zehn Lehrer starben in den Fluten. Nur vier Kinder und ein Lehrer überlebten.

Seitdem prozessieren die Eltern von 23 Kindern gegen die Präfektur Miyagi und die Stadt Ishinomaki, Sitz der zuständigen Schulbehörde. Nachdem sie in erster Instanz gewonnen haben, fordern sie, dass Schuldige benannt und zur Verantwortung gezogen werden. Der Lehrer, der als einziger Klarheit in die Sache bringen könnte, leidet an posttraumatischer Belastungsstörung und hat seit der Tragödie kein Wort mehr gesprochen.

Die am stärksten betroffene Sanriku-Küste im Nordosten hat einen spröden Charme, sie erinnert an die Bretagne. Vor 2011 gab es dort keine nennenswerte touristische Infrastruktur, lediglich ein paar familiengeführte Herbergen ohne Internetanschluss und vereinzelte graue Business-Hotels – erstaunlich für ein schon damals ziemlich zubetoniertes Land. Wenn man von der Küstenstraße Richtung Meer abbog, kam man in kleine, einsame Fischerdörfer, die wie das sprichwörtliche Ende der Welt wirkten. Alte Männer in Minitrucks, beladen mit Fischernetzen, Bojen oder dem Fang des Tages, waren der einzige Gegenverkehr.

Die Küste war eindrucksvoll, die kleinen Städtchen hingegen wirkten heruntergekommen, wie ausgestorben. Rostige Industrieanlagen im Hafen von Kamaishi, ein Meeresmuseum in Rikuzentakata, Großmütter, die ihre Rollatoren am Straßenrand vor sich herschoben und alte Fischer beim Netzeflicken. Zwar versuchte man da und dort mit einem Aquarium oder einem Walfangmuseum Tagestouristen aus den Großstädten anzulocken, doch meist vergeblich. Die Autobahn oder der nächste Shinkansen-Bahnhof war einfach zu weit weg.

Sieben Jahre nach dem Beben und dem Tsunami ist der Wiederaufbau weit fortgeschritten. Viele Fischer haben sich mit staatlicher Unterstützung neue Kutter gekauft; viele Landwirte bestellen wieder ihre Felder; und die meisten Evakuierten haben sich anderswo ein neues Leben aufgebaut. Und die Technokraten des „Eisernen Dreiecks“ aus Politik, Bürokratie und Bauwirtschaft haben ihren gewohnten Betonweg fortgesetzt. Dabei hätte man den Landstrich zu einem attraktiven Naherholungsbiet mit Naturstränden und Kiefernschutzwäldern entwickeln können. Aber dafür reichte die Fantasie der „Entscheider“ wohl nicht aus.

Marcin Pietraszkiewicz ist Arzt und Autor.

© Le Monde diplomatique, Berlin

Le Monde diplomatique vom 08.03.2018, Marcin Pietraszkiewicz