Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

zurück
Gestern in LMd

Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

Brexit und Irland

Bei den Brexit-Verhandlungen ist eine der drei Schlüsselfragen, wie man vermeiden kann, dass ein neues Grenzregime zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland entsteht. Falls Großbritannien aus der Zollunion ausscheidet, würden an der inneririschen Grenze wieder Pass- und Zollkontrollen eingeführt werden –- was für beide Gebiete eine schwere wirtschaftliche Belastung wäre. Zudem wird in Dublin wie in Belfast befürchtet, dass der Nordirlandkonflikt wieder aufflammen könnte, der seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 beigelegt ist. Der Präsident des Europäischen Rats, Donald Tusk, hat dem irischen Regierungschef Leo Varadkar versichert, die EU werde eine Lösung der Grenzfrage nur dann akzeptieren, wenn sie auch für Dublin akzeptabel ist. Was eine neue Grenze für die Menschen bedeuten würde, hat Susan McKay in ihrer Reportage aus einem geteilten Ort beschrieben. „Im kleinen Dorf Pettigo gab es früher eine Zollstation – niemand will sie wiederhaben“, heißt es im Untertitel zu ihrem Text „An der irischen Grenze“ in Le Monde diplomatique vom Juli 2017.

Trump und Jerusalem

Im Wahlkampf hatte Donald Trump versprochen, er werde als Präsident unverzüglich Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Das würde einer Anerkennung der israelischen Kontrolle über die gesamte Heilige Stadt gleichkommen. Diese Woche will Trump sein Versprechen einlösen, jedenfalls was die Anerkennung Jerusalems betrifft. Dagegen soll die Botschaft bis auf weiteres in Tel Aviv bleiben. Damit wird Trump viele seiner Wähler enttäuschen, vor allem unter den Evangelikalen. Ein Porträt dieser „Bibeltreuen Freunde Israels“ hat Serge Halimi in seiner Reportage über den Wahlkampf der Republikaner in der LMd vom April 2016 gezeichnet. Wie sich der Kulturkampf im jüdisch-arabischen Jerusalem entwickelt, hat Jakob Farah am Beispiel der Auseinandersetzungen um den Tempelberg in der Altstadt geschildert. Sein Text „Der Berg ruft“ erschien in der LMd vom Februar 2017 und ist auch in dem Sonderheft „Israel und Palästina“ nachzulesen (Nr. 21 der Edition Le Monde diplomatique). In diesem Heft erschien auch der Essay „Die Steine von Jerusalem“ von Yonatan Mendel. Hier reflektiert ein israelischer Historiker die geteilte Wahrnehmung seiner Stadt und plädiert dafür, zusammen mit den Palästinensern eine dauerhafte Lösung für Jerusalem zu finden.

Le Monde diplomatique vom 07.12.2017

Le Monde diplomatique Jubiläumsabo

2020 feiert die deutschsprachige Ausgabe von Le Monde diplomatique ihren 25. Geburtstag

Und den wollen wir mit unseren Leserinnen und Lesern feiern – und zwar mit einem besonderen Abo, das Sie auch verschenken können: 25 Euro für ein Jahr LMd.