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USA nach den Wahlen

Auch nach dem 6. November 2012 bleiben die Vereinigten Staaten in dem Dilemma befangen, dem sich eine imperiale Macht mit schwindender Kräften ausgesetzt sieht. Der Wetterfaktor „Sandy“ mag den Wahlkampf entschieden haben, er hat aber vor allem die Schwächen der Infrastruktur aufgedeckt, die den Bürgern angesichts des globalen Klimawandels noch manche „Naturkatastrophe“ bescheren werden. Kein US-amerikanischer Kritiker hat den Widerspruch zwischen strukturellen inneren Defiziten und einer imperialen Außenpolitik schärfer ins Auge gefasst als der Soziologe und Urbanist Mike Davis. Es lohnt sich, gerade jetzt noch einmal seinen Essay über „Verfall und Untergang des Imperium Americanum“ zu lesen, der im Oktober 2011 in Le Monde diplomatique erschienen ist.

Der Kontrast spricht Bände: Tagtäglich überfluteten uns die Medien mit Vorberichten, Live-Schaltungen und Reportagen über das Wüten von Hurrikan „Sandy“ an der Ostküste der USA. Erst Tage später tröpfelten die Berichte über die Toten und die Zerstörungen, die derselbe Hurrikan bereits Tage zuvor in Haiti zurückgelassen hatte. In einem Land also, das bereits im Januar 2010 eines der fürchterlichsten Erdbeben der letzten Jahrzehnte erlebt hatte. Was die neue Katastrophe für die Menschen in Haiti bedeutet, kann man ermessen, wenn man noch einmal die Reportage vom Januar 2011 liest, in der Christophe Wargny „Das alte Elend von Haiti“ beschreibt.

Die größte christliche Minderheit im Nahen Osten hat seit dem letzten Sonntag ein neues Oberhaupt. Unter den drei Kandidaten wurde Tawadros II., bislang Weihbischof für die Region Nildelta, durch Los ausgewählt. Die Kopten hoffen, dass ihr neues Oberhaupt die Beziehungen zur islamischen Mehrheit des Landes stabilisieren kann. Die Probleme und Ängste der Kopten hat Glen Johnson im Juni 2011 in Le Monde diplomatique unter dem Titel „Ägyptische Bruchlinien“ beschrieben.

Le Monde diplomatique vom 09.11.2012

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