Artikel drucken zurück

gestern in LMd - heute in den Nachrichten

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, den die schwedische Reichsbank seit 1968 verleiht, ging dieses Jahr an Elinor Ostrom. Die in den USA lehrende Politologin forscht vor allem über die ökonomische und politische Bedeutung der Gemein- oder Gemeinschaftsgüter. Einen instruktiven Überblick über diesen von der herrschenden Lehre ignorierten Bereich und über die Arbeiten von Elinor Ostrom gibt der Text von Bernhard Pötter: „Sherwood Forest ist überall“, Le Monde diplomatique vom August 2009.

Ein Gericht in Mailand hat am 4. November erstmals die Entführungspraxis der CIA unter der Regierung George W. Bush juristisch geahndet. 24 US-Agenten, darunter der Station Chief in Mailand, wurden in Abwesenheit zu Gefängnisstrafen (bis zu acht Jahren) verurteilt. Der italienische Richter erklärte sie für schuldig, im Februar 2003 den in Mailand lebenden Abu Omar gekidnappt und nach Kairo geflogen zu haben, wo der Entführte vom ägyptischen Geheimdienst gefoltert wurde. Detailliert dargestellt ist die Geschichte des Abu Omar und anderer Entführungsopfer in der investigativen Reportage von Stephen Grey: „Lizenz zum Foltern im Dienst der USA“, die in Le Monde diplomatique vom Oktober 2007 nachzulesen ist.

Die Praxis der „extraordinary renditions“ schilderte der britische Journalist bereits in seinem ersten Beitrag für Le Monde diplomatique - und erstmals in der deutschsprachigen Presse - im März 2005 unter dem Titel „Entführt, verhört, versteckt. Das stille System der Auftragsfolter“.

Le Monde diplomatique vom 13.11.2009,