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Fit für den Weltuntergang

Es ist wieder mal so weit. Am 21. Dezember wird die Welt untergehen. Das glauben jedenfalls Millionen Menschen in aller Welt, die den berühmten Maya-Kalender missverstehen. Die apokalyptischen Theorien entspringen weniger dem Kalender selbst als den Fantasien und Ängsten, die in den westlichen Gesellschaften ausgebrütet werden. Schon im Juli 2012 konnte man in Le Monde diplomatique nachlesen, wie sich die sogenannten Prepper in den USA auf den Untergang der Zivilisation vorbereiten: Sie üben, wie man Wasser filtert, horten Lebensmittel und können sich jederzeit in ein Betonrohr in ihrem Garten verkriechen. Der ebenso lehrreiche wie amüsante Text von Denis Duclos trägt den Titel: „Stubenhocker der Apokalypse“.

Reif für Neuwahlen

In Italien dürften die Wahlen früher stattfinden als erwartet. Der angekündigte Rücktritt des „technokratischen“ Regierungschefs Mario Monti spricht für einen Urnengang schon im März statt erst im Juni. Aber wann auch immer: Die aktuellen Umfragen lassen erkennen, dass es keinen klaren Wahlsieger geben wird. Das gilt auch für den Fall, dass Monti selbst an der Spitze einer neuen politischen Formation antritt. Weder Monti noch die Demokratische Partei der linken Mitte – und schon gar nicht Berlusconi und sein „Volk der Freiheit“– werden eine handlungsfähige Mehrheit erringen. Noch komplizierter wird die politische Landschaft durch den Aufstieg des MoVimento 5 Stelle („Fünf-Sterne-Bewegung“) um den populären und populistischen Komiker Beppe Grillo. Ein Porträt dieser höchst widersprüchlichen Gruppierung und zugleich der italienischen Gesellschaft in der Krise zeichnet Raffaele Laudani in seinem Bericht „Fünf Sterne für Italien“ in Le Monde diplomatique vom September 2012. Da ein unklarer Wahlausgang die Regierungsbildung schwierig machen dürfte, erwarten die meisten Beobachter, das Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano wieder eine Schlüsselrolle zufallen wird. Deshalb ist die Würdigung dieses „Preußen aus Neapel“, die Peter Kammerer für die Le Monde diplomatique vom November 2007 geschrieben hat, nach wie vor lesenswert.

Le Monde diplomatique vom 14.12.2012,