Von Al-Ahram bis Mada Masr

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Von Al-Ahram bis Mada Masr

Mit rund 60 Tageszeitungen und 30 Magazinen ist die Presselandschaft Ägyptens die zahlenmäßig größte der arabischen Welt. Al-Ahram („Die Pyramiden“, in staatlichem Besitz) existiert seit 1875 und ist eine der ältesten Zeitungen des Landes; und sie ist auch heute noch die wichtigste Publikation der gleichnamigen Mediengruppe. Zu dieser gehören noch knapp zehn weitere Medien in arabischer, englischer (Al-Ahram Weekly und Al-Ahram Online) und französischer Sprache (Al-Ahram Hebdo).

Die beiden anderen großen Pressehäuser Ägyptens – Akhbar Al-Youm („Nachrichten des Tages“) und al-Gomhuria („Die Republik“) – wurden beide Mitte des 20. Jahrhunderts gegründet. Auch sie gehören dem Staat, haben aber nicht das gleiche Renommé wie Al-Ahram.

Die privaten Tageszeitungen, wie Al-­Sho­rouk („Die Morgendämmerung“), Al-Tah­rir („Die Befreiung“), Al-Watan („Die Na­tion“) und Al-Masri Al-Youm („Der Ägypter heute“), sind auch nicht mutiger als die staatliche Presse. Egypt Independent, die englischsprachige Ausgabe von Al-Mas­ry Al-Youm, hat im April 2013 ihre Arbeit eingestellt. Mehrere Journalisten von Egypt Independent haben die Website Mada Masr („Der Raum Ägypten“) gegründet, die zum Vorbild eines neuen, unabhängigen und freien Journalismus in Ägypten geworden ist.

Trotz dieser und weniger anderer Ausnahmen (wie Bawabet Yanair, Al-Ahram Online, Welad Al-Balad) gilt die ägyptische Presselandschaft im In- und Ausland als ziemlich öde. Mit der des kleinen Libanon, die Titel wie As-Safir, An-Nahar, The Daily Star, L’Orient – Le Jour, Now zu bieten hat, kann sie sich nicht messen. Und nicht einmal mit der Saudi-Arabiens, das die in London erscheinenden einflussreichen Zeitungen Asharq Al-Awsat, al-Quds al-Arabi und al-Hayat finanziert. ⇥A. M.

Le Monde diplomatique vom 10.12.2015

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