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Gestern in LMd, heute in den Nachrichten

Mexikos Regierung vertuscht

Die interamerikanische Menschenrechtskommission hat am 6. September einen Untersuchungsbericht über das Massaker von Iguala vor einem Jahr veröffentlicht. Im September 2014 waren in der mexikanischen Stadt die Leichen von sechs Studenten der pädagogischen Fachhochschule von Ayotzinapa gefunden worden. Die Leichen von 43 weiteren verschwundenen Studenten entdeckte man Monate später auf einer Müllhalde. Der Massenmord geht auf die Rechnung einer Drogengang, denen die Studenten von den lokalen Behörden ausgeliefert wurden. Die mexikanische Regierung hielt dagegen an der Behauptung fest, die Mörder hätten die Studenten für Mitglieder einer rivalisierenden Bande gehalten. Diese Erklärung bezeichnet der neue Untersuchungsbericht als unhaltbar. Der Ablauf des Verbrechens von Iguala ist in einem Text nachzulesen, der im Dezember 2014 in Le Monde diplomatique publiziert wurde. Unter dem Titel „Mafiastaat Mexiko“ beschreiben Rafael Barajas und Pedro Miguel die Macht der Drogenkartelle und ihre Verflechtungen mit dem politischen System. Ihr Befund lautet: „Der Fall Iguala ist nicht Symptom, sondern die Krankheit.“

G 20 und islamische Banken

Auf dem jüngsten G-20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Ankara wurde erstmals auch über „islamische Finanzierungsmodelle“ gesprochen. Nach Aussage des deutschen Finanzministers Schäuble sollten sich die Industrie- und Schwellenländer um ein „besseres Verständnis der Risiken und der Rolle der islamischen Finanzierung“ bemühen, da diese innerhalb des globalen Finanzsystems an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung hat Ibrahim Warde bereits vor 14 Jahren in der Le Monde diplomatique vom September 2001 prognostiziert. In seinem Bericht „Eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte“ beschreibt er den wachsenden Einfluss der islamischen Diaspora auf die islamischen Banken und deren Expansion in „Bereiche jenseits der traditionellen Geschäftszweige und in Finanzbranchen, die früher als unislamisch galten“.

Le Monde diplomatique vom 10.09.2015

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