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gestern in LMd - heute in den Nachrichten

Die Tobinsteuer kommt endlich ernsthaft ins Gespräch. In den USA fordern mehr als 200 renommierte Ökonomen, darunter James Galbraith und Lawrence Mishel, in einem offenen Brief die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Im US-Repräsentantenhaus hat der demokratische Abgeordnete Peter de Fazio eine Steuer von 0,25 Prozent auf Transaktionen von Aktien, Termingeschäfte und Finanzderivate aller Art vorgeschlagen. Auch in Deutschland gibt es eine Petition, die den Bundestag auffordert, eine Art Tobinsteuer als „Steuer gegen Armut“ zu beschließen.

Die Tobinsteuer, die von ihrem Namenspaten als Abgabe auf alle Devisengeschäfte gedacht war, wird in Le Monde diplomatique seit langem diskutiert. Zum ersten Mal wurde sie im Februar 1997 unter dem Eindruck der mexikanischen Finanzkrise vorgestellt. Die Analyse von Ibrahim Warde stand unter dem Titel „Die Tobin-Steuer – ein wenig Sand im Getriebe“. Zwei Jahre später stellte Susan George eine Variante der Tobinsteuer vor, in: „Rezepte gegen den Krisenvirus“, Le Monde diplomatique, Januar 1999. Zuletzt hat Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz eine sogar über die Finanztransaktionssteuer hinausgehende umfassende Regulierung vorgeschlagen: „Anpacken, und zwar sofort“, Le Monde diplomatique, September 2009.

Le Monde diplomatique vom 11.12.2009,