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Meldungen des Monats

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Schlechte Nachrichten

Am 22. Februar wurde im Nordosten von Brasilien der Moderator des lokalen Radiosenders FM Rio Jaguaribe ermordet. Mafaldo Bezerra Goes wurde auf dem Weg zu seinem Studio von zwei Männern erschossen, die ihn auf einem Motorrad verfolgt hatten. Der Journalist hatte in seiner Sendung häufig über das organisierte Verbrechen berichtet. Am 8. Januar war in Rio de Janeiro der Radiojournalist Renato Machado auf ähnliche Weise getötet worden. Im Jahr 2012 hat es in Brasilien insgesamt fünf Morde an Journalisten gegeben, die eindeutig mit deren Berichterstattung zu tun hatten.

In Frankreich ist eine Kontroverse über die Berichterstattung aus Mali ausgebrochen. Der Conseil Supérieur de l’audovisuel (CSA) hat die staatliche Anstalt France Télévisions dafür gerügt, dass eine Reportage in dem Programm „Envoyeé Special“ (auf France 2) zu krasse Bilder von Leichen gezeigt habe. Die Bilder würden die „menschliche Würde“ verletzen und auf jugendliche TV-Zuschauer zu verstörend wirken. Die kritisierten Redakteure dagegen führen die CSA-Bedenken darauf zurück, dass die gezeigten Toten Opfer von malischen Soldaten, also französischen Verbündeten waren.

Der Empfang des englischsprachigen BBC World Service auf Kurzwelle wird in China offenbar behindert. Wie die BBC-Leitung am 25. Februar erklärte, werden ihre Frequenzen schon seit Ende 2012 gestört, besonders intensiv aber seit Anfang Februar. Man könne die Störquelle nicht eindeutig identifizieren, aber „die extensiven und koordinierten Versuche“ wiesen auf einen mit den nötigen technischen Mitteln ausgestatteten Verursacher hin – wie den chinesischen Staatsapparat. Das über Satellit gesendete Mandarin-Programm der BBC wurde seit 2008 immer wieder unterbrochen. Auch der Zugang zur BBC-Website ist in China blockiert.

Die Regierung der Ukraine versucht ihren Einfluss im privaten Mediensektor zu verstärken. Anfang Februar hat Sergei Lewotschkin, Chef der Präsidialverwaltung von Präsident Janukowitsch, 20 Prozent der Aktien der Inter Media Group erworben, die unter anderem den populären Privatsender Inter TV betreibt. Der Sender galt früher als regierungstreu, hatte aber seit den umstrittenen Parlamentswahlen vom Oktober 2012 eine neutralere Redaktionspolitik betrieben und auch Stimmen der Opposition zu Wort kommen lassen. In Kiew wird jetzt befürchtet, dass das Programm von Inter TV jetzt wieder auf Regierungslinie einschwenken könnte. Die Aktienmehrheit der Inter Media Group gehört dem Oligarchen Dmitro Firtasch, der einer der mächtigsten Verbündeten des Präsidenten ist.

Gute Nachrichten

Am 14. Februar ist im Irak der französische Autor und Journalist Nadir Dendoune nach 23 Tagen Haft wieder freigekommen. Der von algerischen Eltern abstammende Dendoune, der auch die australische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte den Irak im Auftrag von Le Monde diplomatique bereist, um für die März-Ausgabe eine Reportage über die Lage zehn Jahre nach dem Irakkrieg zu schreiben. Am 23. Januar wurde er in Dora, einem Stadtteil von Bagdad, festgenommen, wo er eine Kläranlage fotografiert hatte. Die irakische Polizei beschuldigte ihn, ohne die nötige Erlaubnis des irakischen Geheimdienstes fotografiert und dabei auch Polizei- und Militärposten ausgeforscht zu haben. Dendounes Haftentlassung erfolgte gegen Kaution und auf Druck der französischen Botschaft.

Am 24. Februar meldete der Verband der kommunalen Radiosender (ARC) der Zentralafrikanischen Republik, dass die Journalistin Elisabeth Blanche Olofio noch am Leben ist. Am 7. Januar hatte der ARC mitgeteilt, die Redakteurin des kommunalen Senders von Bambari sei durch Kämpfer der Séléka-Allianz getötet worden. Die Rebellen hatten acht ARC-Stationen im ganzen Land überfallen. Olofio war ihnen jedoch verletzt entkommen.

Le Monde diplomatique vom 08.03.2013

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