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Oasen und Paradiese

Wo gewieften Steuervermeidern die saftigsten Landschaften blühen, erfahren wir dieser Tage aus allen Medien. Dass die Diskussion gerade jetzt abgeht, hat nicht nur mit den Daten über versteckte Vermögen zu tun, die ein löblicher Maulwurf ans Licht gebracht hat. Die globale Finanzkrise, die ganz egalitär viele Einkommen trifft, hat zugleich eine höchst unegalitäre Verteilung der Reichtümer offenbart. Die aber werden vor dem Fiskus häufig auf Inseln und anderen paradiesischen Plätzen versteckt. Das ärgert den ehrlichen Steuerzahler zu Recht. Erstaunlich ist nur, wie lange er seinen Ärger hinuntergeschluckt hat. Le Monde diplomatique hat die ungleiche Verteilung, aber auch die Oasen und Paradiese für die Reichen aller Länder schon seit Längerem thematisiert. Eine Übersicht über die einschlägigen Verstecke, die zum Beispiel auch der US-Staat Delaware oder die immerhin britischen Kanalinseln bieten, gibt der Report von Jan Fichtner, der im Januar 2011 in der deutschen Monde diplomatique erschienen ist.

Das Geschäftsmodell der Insel Jersey schildert Olivier Muller-Cyran in seiner Reportage „Ein Herz für Anleger“ vom Dezember 2008. Und wer wissen will, warum auch Deutschland als „Steuerparadies für Reiche“ gelten darf, kann nochmals das „Lob der Steuer“ lesen, das Nicola Liebert für die Monde diplomatique vom Oktober 2009 geschrieben hat.

Nordkorea

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wachsen fast unaufhaltsam. Die meisten Beobachter sehen die reale Kriegsgefahr zwar als gering an, weil sie die Eskalation der verbalen Drohungen aus Nordkorea eher als ein Anzeichen für Machtkonflikte im Innern des Regimes interpretieren. Aber die Unsicherheit bleibt, weil dieses Regime nach wie vor das undurchsichtigste auf der ganzen Welt ist. Deshalb sind alle Interpretationen über die Vorgänge in Pjöngjang mit Vorsicht zu genießen. Wir empfehlen dennoch, den Artikel von Bruce Cumings zu lesen, der im Februar 2012 in Le Monde diplomatique erscheinen ist: „Die drei Körper der Kims. Machtfolge in Nordkorea“. Cumings warnt davor, die Stabilität des nordkoreanischen Militärstaats und die Rolle der Kim-Dynastie zu unterschätzen.

Le Monde diplomatique vom 12.04.2013

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