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Schlechte Nachrichten

Journalisten unabhängiger Medien werden in Libyen immer häufiger und aggressiver eingeschüchtert. Am 20. April wurden mehrere Mitarbeiter von TV-Stationen bei einer Konferenz über „Versöhnung in Südlibyen“ von zivilem Sicherheitspersonal mit Schusswaffen bedroht und geschlagen. Die Redaktionsräume der Zeitung Akhbar Ajdabiya wurden überfallen und verwüstet, deren Chefredakteur trat zurück, nachdem das Religionsministerium ihn wegen der Publikation eines „ketzerischen“ Gedichts kritisiert hatte. Auch Mitarbeiter zweier weiterer TV-Stationen wurden angegriffen. Als Täter gelten in allen Fällen Mitglieder der islamistischen Miliz Ansar al-Sharia, gegen deren Aktivitäten die provisorische Regierung nichts oder nur wenig unternimmt.

In Syrien werden erneut Journalisten vermisst: Domenico Quirico (La Stampa) seit dem 9. April und Pierre Piccinin de Prata (Le Soir) seit dem 24. April. Unklar ist, ob sie von Regierungstruppen oder Aufständischen getötet oder entführt wurden. Seit Beginn des Bürgerkriegs kamen in Syrien 23 professionelle Journalisten und 55 „Bürgerjournalisten“ ums Leben. Syrien ist für Medienarbeiter derzeit das gefährlichste Land der Welt.

Am 26. März wurden in Argentinien mehrere Journalisten von Polizeikräften verletzt, als sie über eine Demonstration von Krankenhausangestellten berichten wollten. Beim Einsatz von Gummigeschossen gab es insgesamt 50 Verletzte, darunter Zeitungsreporter, Fotojournalisten und Kameraleute. Einige Kameraleute wurden von der Polizei zu Boden geworfen. Auf Beschwerden antwortete der Minister für Öffentliche Sicherheit, Guillermo Montenegro, mit dem Vorwurf, die Attackierten hätten sich eben „am Ort der Zwischenfälle aufgehalten“.

Gute Nachricht

Am 2. Mai hat ein Gericht in Nigeria die Klage gegen zwei Journalisten abgewiesen, die Mitte April für zwei Tage verhaftet und nur unter Auflagen wieder freigelassen worden waren. Die Polizei wollte Tony Amokeodo und Chibuzor Ukaibe von der Tageszeitung Leadership zwingen, die Quellen für einen kritischen Artikel über Präsident Goodluck Jonathan zu nennen. Ihre Weigerung wurde von den Richtern in Abuja als rechtens anerkannt.

Le Monde diplomatique vom 10.05.2013

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