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Schlechte Nachrichten

Weil sie das Leben usbekischer Frauen dokumentiert hat, muss sich eine Filmemacherin demnächst in Usbekistan vor Gericht verantworten. Umida Achmedowa erfuhr am 23. Januar, dass sie wegen „Beleidigung und Verunglimpfung des usbekischen Volkes“ angeklagt wird. Die Höchststrafe für dieses Delikt beträgt drei Jahre Gefängnis. Die Anklage beruft sich auf den Dokumentarfilm „Die Bürde der Jungfräulichkeit“ und einen Fotoband mit Szenen aus dem Alltag. Die Staatsanwaltschaft bemängelt an den Aufnahmen, dass sie überwiegend unterentwickelte Dörfer und keine „schönen Orte, modernen Gebäude oder wohlhabende Dörfer“ zeigen.

In Sri Lanka hat sich die Kampagne gegen unabhängige und regierungskritische Medien verschärft. Am 30. Januar wurde die Redaktion der Wochenzeitung Lanka in Colombo geschlossen. Die Zeitung in singhalesischer Sprache unterstützt die Oppositionspartei Janatha Vimukthi Peramuna (JVP/People’s Liberation Front). Tags zuvor war bereits Chefredakteur Chandana Sirimalwatte verhaftet worden. Wegen eines kritischen Artikels über die Wahlen hatte zuvor Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapaksa, der Bruder des wiedergewählten Präsidenten, damit gedroht, die Redaktionsräume „niederzubrennen“. Auch das Online-Nachrichtenmagazin Lankaenews wurde von der Geheimpolizei besetzt und versiegelt. Die Schweizer Reporterin Karin Wenger, die für die staatliche Rundfunkanstalt DRS arbeitet, wurde am 1. Februar ausgewiesen. Sie hatte auf einer Pressekonferenz kritische Fragen zu den Wahlen gestellt.

Am 3. Februar wurde in Haiti die Arbeit der Presse durch US-Soldaten behindert. Dem Fotografen Homère Cardichon, der für die Tageszeitung Le Nouvelliste arbeitet, nahmen Marinesoldaten die Kamera ab, nachdem er vor der Botschaft der USA in Port-au-Prince protestierende Einheimische fotografiert hatte. Nach einer Stunde kamen die Soldaten zurück und fotografierten Cardichon; seine Kamera wurde ihm zurückgegeben, doch einige Bilder fehlten.

Gute Nachrichten

Am 28. Januar hob das Oberste Gericht in Israel ein Urteil gegen zwei Journalisten auf. Khader Shahin, Korrespondent des iranischen, arabischsprachigen TV-Senders al-Alam, hatte am Abend des 3. Januar 2009 den Beginn der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen gemeldet, noch bevor die Zensurbehörde die Meldung freigegeben hatte. Shahin und sein Assistent Mohammed Sarhan waren am 5. Januar festgenommen und bis zu ihrem Prozess unter Hausarrest gestellt worden. Das Urteil in erster Instanz vom 14. Juni 2009 lautete auf „Veröffentlichung geheimer Informationen“ und „Übermittlung von Informationen an den Feind in Kriegszeiten“ – acht Monate Gefängnis sollte es dafür geben.

Le Monde diplomatique vom 12.02.2010

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