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Meldungen des Monats

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Schlechte Nachrichten

Am 2. November wurden zwei Mitarbeiter des Rundfunksenders Radio France Internationale (RFI) in Mali entführt und ermordet. Die Journalistin Ghislaine Dupont und der Toningenieur Claude Verlon hatten in Kidal im Norden Malis gerade ein Interview mit dem Sprecher der Tuareg-Oganisation MNLA geführt, als sie von vier Männern in einem Pick-up entführt wurden. Beide wurden außerhalb der Stadt erschossen aufgefunden. Da keine Lösegeldforderung bekannt wurde, ist von einem politischen Attentat auszugehen.

In Mazedonien wurde der Journalist Tomislav Kezarovski am 21. Oktober zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Laut Anklage soll der Reporter der Tageszeitung Nova Makedonija 2008 die Identität eines geschützten Zeugen in einem Strafprozess enthüllt haben. Der fragliche Mann hatte allerdings gar keinen geschützten Status und erklärte, er sei von der Polizei zu falschen Aussagen gezwungen worden. Die RoG-Beobachter in Skopje gehen davon aus, dass Kezarovski wegen seiner Kritik am Gerichtswesen und dem Justizministerium seines Landes verurteilt wurde.

In Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras, wurde am 24. Oktober die von Kugeln durchsiebte Leiche von Manuel Murillo Varela aufgefunden. Der Kameramann war seit Jahren bedroht worden. Im Februar 2010 wurde er, zusammen mit einem Kollegen, 24 Stunden lang entführt. Davor hatten Polizisten die Ermordung seiner Familie angekündigt, falls er nicht Filmmaterial ausliefere, auf dem Demonstranten gegen den Militärputsch zu erkennen waren. Seit das Militär im Juni 2009 den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya gestürzt hat, wurden in Honduras neun Medienarbeiter auf ähnliche Weise hingerichtet. Bei weiteren 18 Todesfällen ist ein Zusammenhang mit der journalistischen Arbeit der Opfer nicht direkt nachzuweisen.

In Saudi-Arabien befindet sich der Journalist Tariq al-Mubarak seit dem 27. Oktober in Polizeigewahrsam. Der Blogger und Kolumnist der in London erscheinenden Zeitung Ashar al-Awsat wurde von der Kriminalpolizei wegen eines gestohlenen Autos vorgeladen, dann aber über seine journalistische Arbeit verhört. Al-Mubarak unterstützt die Proteste gegen das Führerscheinverbot für Frauen und tritt seit Langem für die Gleichberechtigung der saudischen Frauen ein.

Gute Nachricht

Der Journalist Hassan Ruvakuki kann seine Arbeit in Burundi wieder aufnehmen. Der Radioreporter war im Juni 2012 wegen „terroristischer Tätigkeit“ zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er im November 2011 im Nachbarland Tansania über eine burundische Rebellengruppe recherchiert hatte. Im März dieses Jahres war ihm Haftverschonung gewährt worden, jetzt kam er endgültig, wenn auch „unter Vorbehalt“, auf freien Fuß.

Le Monde diplomatique vom 08.11.2013

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