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Fünf Jahre nach 9/11

Von den Auswirkungen der Attentate des 11. September 2001 ist kein internationaler Konflikt – von Afghanistan bis Somalia – unberührt geblieben. Das liegt weniger an der Stärke und Reichweite von al-Qaida als an den kalkulierten wie unbeabsichtigten Folgen des „Krieges gegen den Terrorismus“, der vor fünf Jahren in Washington ausgerufen wurde.

Erst die Besetzung des Irak hat den islamistischen Terroristen ein Operationsfeld im Nahen Osten verschafft. Und dass der politische Islamismus in Gestalt von Hamas oder Hisbollah an Boden gewinnt, hat auch damit zu tun, dass es immer noch keinen lebensfähigen Palästinenserstaat gibt.

Der Antiterrorkrieg hat aber auch im Westen ein Klima erzeugt, das zumal in den USA und in Großbritannien genau die rechtsstaatlichen Prinzipien aushebelt, auf die man sich im Kampf der politischen Kulturen beruft.

Le Monde diplomatique vom 15.09.2006,