Die Welt aus der Sicht der Handelskonferenzen

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Die Welt aus der Sicht der Handelskonferenzen

30. Oktober 1947 Unterzeichnung des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (General Agreement on Tariffs and Trade, Gatt), das die Zollpolitiken der 23 Gründungsmitglieder harmonisieren soll. 1994 gehören dem Gatt über 120 Länder an.

März 1957 Mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge entsteht die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Der gemeinsame Markt soll auf vier Freiheiten basieren: dem freien Verkehr von Personen, Dienstleistungen, Waren und Kapital.

20. November 1959 Gründung der Europäischen Freihandelszone (European Free Trade Association, Efta), der die Nicht-EWG-Länder Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Schweiz, Portugal, Schweden und Österreich angehören. 1970 kommt Island hinzu, 1986 Finnland und 1991 Liechtenstein. Nach dem Ausscheiden Großbritanniens und Dänemarks (1973) sowie Portugals (1986), Schwedens, Finnlands und Österreichs (1995) gehören ihr nur noch Norwegen, Liechtenstein, die Schweiz und Island an.

20. Juli 1963 Die EWG unterzeichnet mit 18 afrikanischen Staaten, durchweg ehemalige Kolonien von EWG-Mitgliedern, das erste Abkommen von Yaoundé (Kamerun), das unter anderem den Handel zwischen den Vertragspartnern liberalisiert.

1. Januar 1973 Großbritannien tritt der Europäischen Gemeinschaft (EG, seit 1993 EU) bei.

28. Februar 1975 Die EG schließt das erste Lomé-Abkommen mit 77 Entwicklungsländern Afrikas, des karibischen Raums und des Pazifiks (AKP-Staaten). Letztere erhalten privilegierten Zugang zum europäischen Markt, allerdings nicht für Agrarprodukte, die unter die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EG fallen (aber die wichtigsten Exportgüter der Partnerländer sind).

1. Januar 1989 Ein Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada tritt in Kraft.

Dezember 1992 Schaffung einer Freihandelszone innerhalb der Visegrád-Gruppe (Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn).

1. Januar 1993 Thailand, Singapur, Malaysia, Indonesien, die Philippinen und Brunei gründen zum Abbau gegenseitiger Handelshemmnisse den Asean-Verband.

15. April 1994 Die Gatt-Mitglieder gründen in Marrakesch die Welthandelsorganisation (WTO).

1. Januar 1994 Die nordamerikanische Freihandelszone (North American Free Trade Agreement, Nafta) zwischen den USA, Mexiko und Kanada tritt in Kraft.

9. bis 11. Dezember 1994 Beim Amerika-Gipfel in Miami schlägt US-Präsident Clinton eine Freihandelszone unter Beteiligung aller Staaten Nord-, Süd- und Mittelamerikas vor (Free Trade Area of the Americas, FTAA).

1. Januar 1995 Die WTO mit Sitz in Genf nimmt ihre Arbeit auf.

1997 Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) schlägt ihren Mitgliedern ein Multilaterales Abkommen über Investitionen (MAI) vor.

18. und 19. April 1998 Zweiter Amerika-Gipfel in Santiago de Chile. Beginn der FTTA-Verhandlungen über eine Freihandelszone für alle 34 Staaten Nord-, Süd- und Mittelamerikas sowie der Karibik (vorerst mit Ausnahme Kubas).

Oktober 1998 Nach Protesten steigt Frankreich aus MAI-Verhandlungen aus.

23. Juni 2000 Abschluss des Cotonou-Abkommens, das in der Nachfolge des Lomé-Abkommens den Freihandel zwischen der EU und 77 AKP-Staaten regelt.

20. bis 22. April 2001 Beim dritten Amerika-Gipfel in Québec wird ein erster Entwurf der FTAA präsentiert.

14. Dezember 2004 Gründung des FTAA-Gegenverbands Alba, dem 2014 neun Staaten Lateinamerikas und der Karibik angehören.

4. und 5. November 2005 Vierter Amerika-Gipfel im argentinischen Mar del Plata. Nach heftigen Protesten scheitert das FTAA-Projekt.

8. und 9. Dezember 2007 Auf dem EU-Afrika-Gipfel in Lissabon verhandeln Europäische und Afrikanische Union (AU) über weitere Wirtschaftsabkommen.

22. September 2008 Die USA kündigen Verhandlungen mit den vier Mitgliedstaaten der Transpazifischen Partnerschaft (Trans-Pacific Partnership, TPP) an, also mit Brunei, Chile, Neuseeland, Singapur.

20. November 2008 Gipfeltreffen der 21  Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftlichen Zusammenarbeit (Asia-Pacific Economic Cooperation, Apec) in Lima. Peru, Australien und Vietnam erklären ihren Beitritt zu den TPP-Verhandlungen.

28. April 2011 Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru vereinbaren in Lima die Gründung einer Pazifik-Allianz, die den „freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital“ fördern soll.

11. November 2011 Apec-Gipfel in Honolulu (USA).

18./19. Juni 2012 Mexiko und Kanada treten den TPP-Verhandlungen bei.

24. Juli 2013 Japan tritt den TPP-Verhandlungen bei.

7. Dezember 2013 Bei der Welthandelskonferenz in Bali einigen sich die Vertreter von 159 WTO-Mitgliederstaaten auf ein Abkommen über den weltweiten Abbau von Handelshemmnissen.

Le Monde diplomatique vom 12.06.2014

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