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SUSI POP

ist keine Künstlerin, auch kein Pseudonym, sondern lässt sich am ehesten als Label beschreiben. Typisch für SUSI POP sind der Siebdruck und die Farbe Magenta, obwohl auch skulptural und gelegentlich mit Installationen gearbeitet wird. Bei SUSI POP unterscheidet man drei „Produktlinien“: Coverversionen von berühmten Kunstwerken, „People and Politics“, wo sehr bekannte Medienbilder bearbeitet werden, die sich als zeithistorische Kommentare lesen lassen, sowie Porträts (von Einzelpersonen, Familien, sogar Hunden), die zumeist Auftragsarbeiten sind. Dabei schert man sich wenig um Originalität oder Copyright, es geht auch nicht um eine Künstlerpersönlichkeit oder gar einen Geniekult, die Arbeiten bleiben alle unsigniert. Der Kunstmarkt wird benutzt und durchaus auch bedient, und doch bleibt dies ironisch, kritisch distanziert, lustig, poppig. Und dekorativ allemal.

Noch bis zum 19. Februar ist eine Ausstellung mit Porträts von SUSI POP in der Galerie Zwinger, Berlin, zu sehen, der wir für die Abbildungen danken. www.zwinger-galerie.de, www.susipop.com

Wilhelm Werthern

Le Monde diplomatique vom 11.02.2011,