16.04.1999

Von Madrid bis Wye Plantation

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Von Madrid bis Wye Plantation

Oktober 1991: Beginn der israelisch-arabischen Verhandlungen in Madrid, unter der Schirmherrschaft Israels und der Vereinigten Staaten. Die Palästinenser nehmen als Mitglieder einer jordanisch-palästinensischen Delegation teil.

Juni 1992: Die Arbeitspartei gewinnt die Parlamentswahlen in Israel.

9./10. September 1993: Wechselseitige Anerkennung Israels und der PLO. Die PLO „erkennt das Recht des Staates Israel an, in Frieden und Sicherheit zu leben.“ Im Gegenzug erklärt Jitzhak Rabin, daß „die israelische Regierung beschlossen hat, die PLO als Repräsentantin des palästinensischen Volkes anzuerkennen und (...) Verhandlungen mit der PLO aufzunehmen.“

13. September 1993: In Washington wird eine Grundsatzerklärung über befristete Regelungen der palästinensischen Selbstverwaltung unterzeichnet („self-government“, auch als „Autonomie“ bezeichnet). Vorausgegangen waren monatelange geheime Verhandlungen zwischen beiden Seiten in Oslo.

29. Februar 1994: In Paris wird ein Vertrag über wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Israel und den Palästinensern unterzeichnet.

4. Mai 1994: In Kairo unterzeichnen Jassir Arafat und Jitzhak Rabin Friedensabkommen. Die fünfjährige Autonomieperiode beginnt.

1. Juli 1994: Jassir Arafat kehrt nach Gasa zurück.

29. September 1995: In Washington werden die sogenannten Oslo-II-Verträge unterzeichnet; sie regeln die Ausweitung der palästinensischen Selbstverwaltung auf das gesamte Westjordanland.

November/Dezember 1995: Israel schließt den Rückzug seiner Truppen aus sechs palästinensischen Städten ab. Hebron bleibt allerdings weiterhin besetzt.

Mai 1996: Nach der Ermordung von Jitzhak Rabin, am 4. November 1995, gewinnt die israelische Rechte die Parlamentswahlen.

15. Januar 1997: Die Hebron-Verträge werden unterzeichnet. 20 Prozent des Stadtgebiets bleiben unter israelischer Oberhoheit.

23. Oktober 1998: Unterzeichnung der Abkommen von Wye Plantation, die zunächst einen weiteren Abzug israelischer Truppen bewirken, dann aber ausgesetzt werden.

4. Mai 1999: Die Übergangsperiode für den palästinensischen Autonomiestatus nach dem Oslo-Abkommen läuft aus.

Le Monde diplomatique vom 16.04.1999