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gestern in LMd, heute in den NachrichtenGipfel der Brics-Staaten erstmals in China

Am 14. April kommen auf der chinesischen Insel Hainan die Staatsoberhäupter und Regierungschefs von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zusammen. Durch die Teilnahme Südafrikas erweitert sich das Treffen zum sogenannten Brics-Gipfel (vormals Bric). Die fünf Staaten repräsentieren 40 Prozent der Weltbevölkerung und 18 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). In Hainan wollen sie sich über Fragen der globalen Ökonomie, der Finanzmärkte und der Entwicklungspolitik verständigen. Aber auch die Krise in der arabischen Welt wird auf dem Programm stehen, schließlich haben vier der fünf Staaten (China, Russland, Indien und Brasilien) im UN-Sicherheitsrat dieselbe (Ent-)Haltung zur Libyen-Resolution Nr. 1973 eingenommen.

Die Brics-Staaten wollen auch ihre Positionen auf dem nächsten G-20-Gipfel (im November) koordinieren, wo sie mittlerweile eine ernst zu nehmenden Untergruppe darstellen. Zwischen den fünf Ländern, die dem Stadium von „Schwellenländern“ mehr oder weniger entwachsen sind, gibt es allerdings auch erhebliche Interessenunterschiede auf politischer wie ökonomischer Ebene. Andererseits entwickelt sich innerhalb der Gruppe ein engeres Bündnis auf der südlichen Achse zwischen Brasilien, Südafrika und Indien. Diese neue Kooperation hat François Danglin in Le Monde diplomatique vom Februar 2011 in seinem Artikel „Musketiere des Südens“ dargestellt.

Über die erstaunliche Entwicklung der einzelnen Brics-Länder, aber auch über ihre Probleme und ihre inneren Widersprüche hat Le Monde diplomatique kontinuierlich und sehr ausführlich berichtet. Hier sei nur auf die letzten Beiträge verwiesen.

– In „Die Macht des freundlichen Riesen. Brasilien wächst in seine globale Rolle“ schilderte Lamia Oualalou in der Ausgabe vom Januar 2010, wie Brasilien seine Außenpolitik neu ausgerichtet hat.

– Olivier Zajec berichtete im November 2010 über die ökonomische Trumpfkarte Pekings: „China – Herr über die seltenen Erden“.

– Die Stärken und Schwächen des indischen Wirtschaftsmodells untersuchte Jayati Ghosh im April 2010 unter dem Titel „Sehr reale Turbulenzen“.

– Im Mai 2010 schilderten Moeletsi Mbeki und Johann Rossouw in ihrem Beitrag „Südafrika 2010“ das Land am „Kap der bangen Hoffnung“.

– Die politische Lage in Russland beschrieb Wladislaw Inosemzew im Oktober 2010 in seinem Beitrag „Putins Freiheit“. Er trägt den Untertitel „Mund halten und Kohle machen“.

Le Monde diplomatique vom 08.04.2011,